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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1914-01-01 · 1914 · page 37

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1914
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580862--2473-3526264
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- 3? - Mit Beginn des neuen Schuljahres trat Herr Salomon Levi aus München als wissenschaftlicher Hilfslehrer in das Kollegium ein, verliess die Schule jedoch schon wieder nach einem halben Jahre, um einem Rufe als Oberlehrer an die Halberstädter „Hascharoth Zewi" Folge zu leisten. Seinen- Unterricht übernahm, zum grössten Teil wenigstens, Herr Max Münk, der am 1. Oktober der Anstalt durch Verfügung des Königl. Prov.-Kollegiums als Proband überwiesen wurde. Zum Herbst schied auch Frl. Regina Schwarzschild aus dem Lehrerkollegium aus. Die Liebe, die sie ihren Schülerinnen entgegengebracht, hatte ihr auch die Liebe ihrer Zöglinge erworben, die sie in treuem Andenken behalten werden und sie mit den herzlichsten Segenswünschen für ihr kommendes Leben scheiden sahen. Auch die Kollegen und Kolleginnen, die sie wegen ihres allezeit zuvorkommenden und freundlichen, aufrichtigen und ehrlichen Wesens schätzten, begleiten ihren weiteren Lebensweg mit den aufrichtigsten Wünschen. An ihre Stelle traten Frl. Rabel Falk, die auch einen Teil des Unterrichts von Herrn Levi übernahm, und Frl. Ida Katz, beide ehemalige Schülerinnen unserer Schule. Vom 4.-7. Mai fiel anlässlich der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers bei dem . deutschen Sängerfeste der Unterricht in allen Klassen aus. Durch freundliches Entgegenkommen des Festausschusses ist es auch möglich gewesen, einer Reihe von Klassen die Gelegenheit zu bieten, den Sangesdarbietungen beizuwohnen. Der Sommerausflug war wegen der vielen Unterbrechungen des Unterrichts auf den Monat September verschoben, die ungünstige Witterung gestattete jedoch im zweiten Quartal nicht, Wanderungen zu machen, sodass der Ausflug ganz ausfallen musste. Das Regierungsjubiläum Sr. Majestät wurde durch einen Festakt in der Aula feierlich begangen, £a sich der Feier im Freien Schwierigkeiten entgegenstellten. Die Festrede hielt der Unterzeichnete. Einige Klassen machten dann noch gemeinsame Spaziergänge unter Aufsicht ihrer Lehrer. Die hundertste Wiederkehr des Tages der Völkerschlacht von Leipzig fiel in unsere Herbstferien, wir begingen die Erinnerungsfeier daher am Tage des Schulbeginns durch eine Ansprache des Herrn Ochsenmann, die sich an verschiedene andere festliche Veranstaltungen anschloss. Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers wurde in herkömmlicher Weise gefeiert, die Festrede hielt Herr Kandidat Max Münk über das Thema: „Die Fortschritte der Naturwissenschaft." Das von Sr. Majestät zur Auszeichnung eines besonders pflichttreuen Schülers übersandte Buch wurde dem Tertianer Paul Kruskal von der Konferenz zugesprochen. Wenn auch der Gesundheitszustand der Schüler im allgemeinen ein ziemlich guter war und epidemische Krankheiten nur wenig auftraten, so haben wir doch leider des Verlustes zweier uns lieber Zöglinge zu gedenken. Am Tage nach dem Schulschluss des vorigen Jahres ging Manfred Einstädter von dannen. Er stand vor dem Abschluss seiner Schulzeit, während deren ganzen Dauer er sich durch ein bescheidenes, pflichttreues Wesen die Liebe und die Achtung seiner Lehrer und Kameraden erworben hatte, als ihn die tückische Krankheit überfiel, der er erliegen sollte. Mit unendlicher Geduld hat er sie ertragen, nimmer das Gottvertrarfen verloren, und auf dem Krankenlager noch Proben der tiefinnigen Frömmigkeit gegeben, die ihn beseelte. Sein Andenken wird bei seinen Lehrern und bei seinen Mitschülern lebendig bleiben als die Erinnerung an einen lieben Schüler und einen treuen Kameraden.

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