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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1914-01-01 · 1914 · page 36

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1914
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580862--2472-3526263
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— 36 — - IL Verfügungen der vorgesetzten Behörden. 24. April 1913. Königl. Prov.- Schulkollegium übersendet Ministerial-Erlass, dem zufolge Schülervereine an einer Schule nur zu gestatten sind, wenn sie sich nur auf Schüler beschränken, die auf der Anstalt sind, und wenn der Anstaltsleiter die Verantwortung übernehmen kann. Für Teilnahme einzelner Schüler an Vereinen ausserhalb der Schule ist die Erlaubnis des Direktors notwendig. 8. Juni 1913. Königl. Prov.-Schulkollegium übersendet Ministerial-Erlass, der die Bestimmung enthält, dass beim Rücktritt aus einem Lyzeum in eine Studienanstalt eine Schülerin nur in die Klasse aufgenommen werden kann, die der entsprechenden Studienanstaltsklasse parallel ist. 5. Oktober 1913. Königl. Prov.-Schulkollegium übersendet Ministerial-Erlass betr. gewisser gefährlicher Turnübungen. 16. Dezember 1913. Königl. Prov.-Schulkollegium übersendet Ministerial-Erlass, dem zufolge spinale Kinderlähmung unter die Zahl der ansteckenden Krankheiten aufzunehmen ist. / III. Chronik der Schule. Das Schuljahr begann am 26. März 1913 und schliesst am 5. April 1914. Wenige Tage nach Schulbeginn wurden wir von der Schreckenskunde überrascht, dass Herr Moses Stern, der erst am Scbluss des Jahres auf den dringenden Wunsch seiner Aerzte seine Lehrtätigkeit aufgegeben hatte, plötzlich in ein besseres Jenseits abberufen war. Wir hatten gehofft, die wohlverdiente Ruhe nach einer arbeitsvollen Lehrtätigkeit von mehr als 30 Jahren könnte sein Leben verlängern, und es würde ihm vergönnt sein, noch manches Saatkorn des Guten, das er ausgestreut, aufgehen zu sehen, und umsomehr waren wir durch seinen jähen Tod erschüttert. Auf Wegen werktätiger Menschenliebe begriffen, fiel er einem Schlaganfall zum Opfer. Der Monat Nissan liess das Wort der Klage und der Würdigung seines Lebens an seiner Bahre verstummen, aber es bedurfte auch des Wortes gar nicht, denn jeder in der grossen Menge, die ihn zur letzten Ruhe geleitete, wusste, was Herr Stern gewesen war. Ein fleissiger, in der Gewissenhaftigkeit seiner Arbeit fast unübertrefflicher Mann, hat er sein Amt niemals nur als das eines Kenntnisse vermittelnden Lehrers aufgefasst, sondern er hat sich auch die Erziehung und die sittliche, religiöse Förderung seiner Schüler innerhalb und ausserhalb der Schulzeit stets angelegen sein lassen. Mit inniger Liebe hing er allezeit an unsrer Anstalt und an seinen Zöglingen, er hätte wohl stets von sich sagen können, was einst Schila dem Mar Samuel erwiderte, der sich wunderte, ihn im Garten sich ergehend zu finden, :„auch jetzt weilen meine Gedanken nur bei meinen Schülern." Die Anstalt, der er so vieles geleistet, wird ihm ein dankbares Gedächtnis bewahren, und seine Zöglinge, die mit aufrichtiger Liebe an ihm hingen, werden von der Erinnerung an ihren Lehrer durch das ganze Leben begleitet werden.

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