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Der junge Jude · 1930-02-01 · Heft 6 (Februar 1930) · page 50

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 6 (Februar 1930)
Date
1930-02-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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Daneben stand -die zweite Aufgahe, die zionistische Jugend hier in Verbindung izu (bringen mit den anderen Teilen der jüdischen Jugend. Diese Aufgabe konnte dadurch erreicht werden, daß die Führer von anderen Gruppen der jüdischen Jugend im »Jungen Juden« das Wort erhielten und von ihren Bestrebungen und Problemen ibenioMeten. Der Zusammenhang mit den großen so<zialjpädagogischen Fragen der Gegenwart wurde durch eine Reihe von Aufsätzen aus diesem Gebiete hergestellt. Die wichtigsten Erscheinungen sowohl der sozialistischen Theorie als (besonders auch der Praxis haben im »Jungen Juden« einen Ausdruck erhalten. Endlich und nicht zuletzt galt das Bemühen des »Jungen Juden« der ständigen Auseinandersetzung mit den Gedanken des allgemeinen und des jüdischen Sozialismus. Hier waren es sowohl prinzipielle Fragen, wie die Frage der materialistischen Geschichtsauffassung oder das Verhältnis des Nationalismus zum Sozialismus, als auch prafctiche Fragen, wie die Besonderheiten des jüdischen Proletariats, die speziellen (sozialistischen Aufgaben der Arbeiterbewegung in Palästina, die alle zusammen danach strebten, das heute häufig nur äußerliche Verhältnis zum /Sozialismus <zu vertiefen. Gerade diese letzte Frage erfordert noch immer die Aufmerksamkeit der jungen jüdischen Generation, weil gerade für den jungen jüdischen iSozialisten die Auseinandersetzung mit dem allgemeinen iSozialismus eine der schwersten Aufgaben dieses Lehens darstellt. Der o>Junge Jude« hat von Anfang an mit einer >Reihe von äußeren und inneren (Schwierigkeiten zu kämpfen gehöht. Zu den äußeren Schwierigkeiten gehörte die aus seiner politischen Selbständigkeit folgenden finanziellen iSorgen. Die Zeitschrift war von Anfang an nur auf die Einnahmen von Abonnements und Inseraten angewiesen. Damit hing zusammen, daß die Zeitschrift aus Mangel an Mitteln nicht immer so pünktlich erscheinen konnte, wie dies im Interesse der Sache zu wünschen gewesen wäre. Die inneren Schwierigkeiten beruhen darauf, daß der Kreis der an ihr mitarbeitenden Menschen nicht sehr groß ist, daß dagegen der 'Kreis der von der Zeitschrift zu {behandelnden Probleme eigentlich alle den jungen Menschen angehenden Fragen umfaßt. HierJbei ist noch einer (besonderen Spannung zu gedenken: Die Zeitschrift soll sowohl dem jungen Ghaluz, der in der Ausbildung steht, etwas geben, als auch dem jungen Akademiker, der überwiegend vom theoretischen Standpunkt an die Fragen herangeht. Sie hat die richtige Mitte zwischen Volkstümlichkeit und der Gründlichkeit einer Zweimonatsschrift zu wahren, sie hat auf Niveau zu achten und dennoch zu versuchen, auch den Meinungen derjenigen Ausdruck zu geben, die die letzte Form für diese Meinungen noch nicht gefunden haben. Fügt man noch hinzu, daß der » Junge Jude« sich immer bemüht hat. nicht nur die Meinungen der Arbeiterschaft Palästinas darzustellen, sondern auch für sie zu werhen, aher auch wenn es nötig schien, kritisch zu ihr Stellung zu nehmen, so kann dies einen Begriff von der wichtigen Aufgabe vermitteln, die die Zeitschrift schon heute erfüllt. Der »Junge Jude« klann sich finanziell nur halten, wenn es gelingt, ihm neue Freunde als Abonnenten zuzuführen. Wir bitten daher den bisherigen Leserkreis der Zeitschrift, in ihrem Freundeskreis neue Abonnenten für die Zeitschrift zu werben. Jeder Leser des »Jungen Juden« möge mindestens zwei neue Abonnenten der Zeitschrift zuführen! 48

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