Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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ergangen ist? Werden sie die Kraft finden, ihrer Avantgarde eu folgen, die unaufhaltsam alles in sich aufnimmt, was sich zur reinen Tat (bereitstellt? Wir werden auf den Bericht der Vereinigungs-Tagung und auf die Kundgebung der neuen Partei noch zurückkommen. BAS HECHALUZSEMINAR IN, ZOSSEN. Die Aribeit des Seminars in Zossen war eine sehr rege und produktive. Es beteiligten sich etwa 40 Chawerim und Chaweroth aus 14 Städten und H&chscbarahpunkten. Ein Drittel der Teilnehmer waren Chaweroth. Die Teilnehmer setzten sich aus den Chawerim der Bünde: J. J. W. B., Kadimah, Zophim, Zeire Misrachi zusammen; es waren auch einzelne Chawerim aus anderen Bünden. Besonders lebendig und interessant waren die Aussprachen über die Referate: »Entwicklung der Familienformen und die Stellung der Frau in der Gesellschaft«, »Das Problem des palästinensischen Parlaments«, »Fragen der Machtergreifung — Diktatur und Demokratie«, »Die kooperative Aribeit er Wirtschaft in Palästina«. Ein hohes Niveau hatten die freien Aussprachen ülber »Streitfragen der Chaluzhewegung in Westeuropa« und die Schluß ausspräche, die d-as Eazit der vierzehntägigen Arbeit zog. Von hohem Werte war das gründliche Referat von Berl Kaznelson »Verwirklicht sich der Zionismus?«. Das Seminar hat viel zur Vertiefung der .zionistisch-sozialistischen Ideologie und izur Versachlichung der palästinensischen Kenntnisse der Beteiligten beigetragen. Einige Fragenkomplexe, wie z. B. die jüdisch-arabischen Beziehungen, die wirtschaftlichen Bedingungen des Palästinaauflbaus, das Wesen und die Lage der Histadruth — waren ausführlich 'beihandelt. Aus der gemeinsamen geistigen Aribeit erwuchsen neue Probleme. Es entstand fast bei allen Chawerim ein sehr intensiver Drang, unsere Stellung zur Religion zu klären. In verschiedenen Aussprachen glitt die Diskussion unbemerkibar auf dieses Thema herüber. Nicht minder wichtig war die gute Stimmung <an den langen Albenden und bei den Neschafim. Man war bis in die tiefe Nacht hinein beisammen. Die Kosten des Seminars beliefen sich auf ca. 1750.— Mk. Davon haben die Chawerim etwa 530.— Mk. aufgebracht, de<r Rest ist von verschiedenen Institutionen gedeckt worden. Bei der Schluß ausspräche beschlossen die Chawerim die wichtigsten Referate, Diskussionen und Aussprachen in einer Broschüre zusammenzufassen. BUCHBESPRECHUNGEN Dr. M. Beilinson: ZUM JÜDISCH-ARABISCHEN PROBLEM. Verlag „Dawar'1, Tel-Aviv 1930, zu beziehen zum Preise von Mk. 1.— durch den „Hechaluz", Berlin W. 15, Meinekestr. 10. Die Haltung der Arbeiterschaft zum jüdisch-arabischen Problem wird ausführlich dargelegt in der Aufsatzreihe, die M. Beilinson in der Zeit vom 30. Juli bis 22. November 1929 im »Dawar« veröffentlicht hat und die jetzt in überaus dankenswerter Weise in deutscher Sprache vorliegt. Gerade die Aufsätze dn ihrer zeitlichen Reihenfolge, deren erster drei Wochen vor den Ereignissen und deren letzter schon zur Zeit der Tätigkeit der Untersuchungskommission geschrieben sind, zeigen den dramatischen Ablauf der Ereignisse und die Entstehung der geistigen Probleme, die sie mit sich brachten. Außerordentlich scharfsichtig sieht Beilinson die aus der Klagemauer-Affäre drohende Gefahr herankommen, umsonst versucht er, durch Mahnung zur Besonnenheit die Prestige-Politiker von ihrem Wege abzudrängen, umsonst beschwört er den Jischuw, dem Mufti nicht auf das Gebiet der 39