Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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stisehen Organisation überhaupt sein, Scheu halben vor dem Offiziellen und dem Beamtentum. Das ist falsch verstandene Jugendlichkeit. Kooperation des Bundes mit der Z. V., solange, wie man unsere Autonomie nicht antastet, Mitarbeit jedes Aelteren an der Arbeit der Institutionen, Das ist notwendig, um unserer Arbeit im Bunde willen, da wir sonst vertrocknen müssen und es ist notwendig, um der Sache willen. Denn es gilt heute wie je, unserem jugendlichen neuen Willen auch in den offiziellen Kreisen, die ja schließlich den Aufbau gestalten, die Anerkennung zu verschaffen. Ich will das an einem Beispiel zeigen, das heute sehr aktuell ist. Die furchtbaren Ereignisse in Palästina haben zu einer sehr geschlossenen Eeaktion des jüdischen Volkes in aller Welt geführt. Dabei entstand sehr leicht das, was wir von 1914 kennen: Kriegspsychose. Es ist unsere Aufgabe, 'die Aufgabe jedes Einzelnen, als junger Zionist und die Aufgabe des Bundes als Ganzes gegen die Hetze aufzutreten, für den Ausbau Zions zu kämpfen gegen die, die zufrieden sind, wenn «sie Palästina aufbauen. Aber auch gegen diejenigen müssen wir uns sehr ernst wenden, die heute glauben, mit jenen nicht mehr zusammenarbeiten zu können, die nach ihrer Meinung Mitschuld tragen. Es ist nicht anständig, jetzt abzurücken, wir sind verantwortlich für die ganze Bewegung, auch für jene, die vielleicht den Zionismus noch nicht ganz verstanden haben. Und jeder Jude ist für den andern verantwortlich. Wir wollen den Chauvinismus da drinnen bekämpfen — und in jedem von uns selbst steckt ein Stück jüdischen Chauvinismus — aber nach außen wollen wir ihn nicht fallen lassen. Ich glaube, daß das eine zionistische Politik wäre, wie wir sie machen müßten. Dabei kommt es darauf an, mit allen denen eng zusammenzuarbeiten, die gleich uns an der Zukunft des jüdischen Volkes arbeiten. Unsere Außenpolitik muß auch hier auf mögliche Kooperation gerichtet sein, Fusion nur mit den Bünden, die ganz das Gleiche wollen. Es muß möglich sein, in vielen Dingen mit Zofim, dem K. J. V., dem JJWB und den vielen kleinen Bünden, die es noch gibt, zusammenzuarbeiten. Wir müssen die Aufforderung dazu ans ehrlichem zionistischen Verwirklichungswillen stellen, .nicht aus Bundesegois mus. Dabei wird es wichtig werden zu einer prinzipiellen Auseinandersetzung über verwandte Bestrebungen zu kommen. Ich möchte eine Auseinandersetzung mit den „Kameraden4* beginnen. Man soll einmal feststellen, ob denn wirklich dieser Bund oder einige seiner Teile uns so nahe stehen. Wir müssen unseren Plate in der» jüdischen Bewegung einnehmen. Wir gewinnen ihn, indem wir uns abgrenzen gegen die Anderen und indem wir der Sache der jüdischen Bewegung, dem Zionismus, eine entscheidende Eolle in unserer Arbeit zuweisen. Das wird gut sein für die zionistische Bewegung in Deutschland, die heute isoliert ist und keinen Kontakt mit dem Nachwuchs hat; das wird entscheidend auch für uns sein und für unser Bemühen, einen großen und starken Bund zu schaffen. Gegen die Isolierung. Walter Mecklenburg. 22