Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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mächtige Bewegung, die uns den Krieg erklärt hat, in Wirklichkeit der Ausdruck der letzten Zuckungen des absterbenden palästinensischen Feudalismus und Levantinismus ist. Und mit der Entlarvung dieser Bewegung wird auch jede Unterstützung, die sie etwa in der englischen öffentlichen Meinung finden Ikann, von seihst fallen. Nicht überwältigende äußere Feinde — eine innere Schwäche bedroht die Bewegung. Diese gilt es zu überwinden —durch klare wirklichkeitstreue Erkenntnis der Lage im Lande, 'durch ernste Treue den Volks-Grundlagen der Bewegung, durch unermüdliches Arbeiten am Werke selbst. VERTRAUEN, Bemerkungen aus der Rede von Berl Kaznelson in der Sitzung der Fraktion „Hitachduth und sozialistische Zionisten" vor dem Delegiertentag in Jena. Zwischen der Arbeiter-Organisation in Erez Israel und Teilen unserer Bewegung in Deutschland hat sich ein ziemlich schwieriger Riß gezeigt. Ich bin gewohnt, Erez Israel-Anschauungen in der Diaspora ganz rückhaltlos zu vertreten. Im Laufe der letzten zehn Jahre habe ich ganz scharf und streng meinen Chawerim von „Poale Zion" oder „Hitaehdruth" gegenüber meine Anschauungen vertreten. Immer aber handelte es sich um Fragen, deren Entscheidung sich nach innen auswirkte, diesmal aber um Probleme, deren Konsequenzen sich nach außen manifestieren müssen. Ich werde darum hier in der Fraktion offener unserer Erbitterung Ausdruck geben können, damit ich nicht morgen vor dem Delegierterutag mein Herz auszuschütten brauche. Die Arbeiterschaft von Erez Israel hat sich in Stich gelassen, geistig verletzt gefühlt durch die deutschen Chawerim. Wie kommt es, daß Meinungsverschiedenheiten unter Chawerim zu einem peinlichen Gefühl von Erbitterung und Verlassenheit führen? Ein Beispiel dafür: In den letzten Jahren hat der Jischuw eine schwere Krise erlebt, die in der zionistischen Welt zu einer Umwertung zionistischer Werte führte. Immer konnte unsere Bewegung Meinungsverschiedenheiten über die Kolonisationsprobleme mit Aufmerksamkeit verfolgen. Aber was war das Wesen unseres Gegensatzes in der Frage der sogenannten Konsolidierung, die in einem Teil unserer Bewegung eine so seltsame Rolle gespielt hat? Es war eine reine Frage des Vertrauens oder des Mißtrauens in die palästinensische "Arbeiterschaft, des Vertrauens in die schaffenden Kräfte. Das haben wir am schwersten empfunden, Aehnlich wiederholt sich die Situation jetzt in politischen Fragen. Man versuchte uns moralisch und politisch zu diskreditieren. Das hat uns tief verletzt- Alles, was in Deutschland zum Ausdruck gebracht wurde, in der Presse, in Beden, in Briefen, zu einer Zeit, die die schwerste war in der zionistischen Bewegung, bezeugte uns dies. All diese Kreise haben dem Jischuw in Erez Israel und der Arbeiterschaft den Rücken gewendet. Der Jischuw hat sich wundervoll gehalten, politisch, wirtschaftlich und moralisch zeigte er eine ungeahnte Reife, auch ist er nach den Ereignissen nicht einen Moment auf die revisionistischen Losungen hereingefallen. Das erwachende Selbstgefühl des Juden hat sich wundervoll bewährt. Der Jischuw ist den Gefühlen der Rache nicht nachgegangen. Hier aber 4