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Der junge Jude · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 1 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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der Hachschahrah ist nur zu leicht Yorauszusehen und abgesehen davon, daß wir daran nicht interessiert sind, dürfen wir auch den Menschen gegenüber Experimente nicht verantworten. — Wir müssen für die zur Hachscharah gekommenen Menschen eine Gewähr übernehmen können und können es auch, wenn wir sie durch eine systematische Arbeit bewußt erfaßt haben und ihre Umschichtung daraus resultiert. Aus all dem ergibt sich aber auch, daß wir Chaluziuth nicht in ein Schema pressen dürfen. Für diese Frage gibt es keine Norm, da die persönlichen Voraussetzungen, die für den Lebensweg des Einzelnen von Bedeutung sind, zu verschiedenartig liegen. Der Bund muß. wenn er die persönliche Verwirklichung der Idee durch jeden Einzelnen verlangt, auch der persönlichen Situation jedes Einzelnen gerecht werden Bei der Bewertung unserer Menschen kann für uns nur die innere Beziehung zum Bund, die Intensität ihr es Bundeserlebens, ihrer Aktivität in der Bewegung entscheidend sein. Chawerim, die mit ihrer ganzen Persönlichkeit im Bundesleben stehen, denen der Bund Ausdruck ihres Empfindens ist, müssen dem Bunde erhalten bleiben. Denn ihr Sein im Bunde zeigt uns ihre Verbundenheit mit der Idee auf, die für alles Voraussetzung ist. Anders ist es, wenn Menschen, auf Grund ihres persönlichen Lebens, und auf Grund ihrer geistigen Einstellung aus den Formen des Bundes herausgewachsen sind und nur ihre Jugendeiinnerung sie am Bunde hält. Diese Menschen gehören ihrem innersten Wesen nach nicht mehr zum Bunde und werden dieses auch selber mehr oder weniger empfinden. Der Bund hat das Recht und wohl auch die Pflicht, dieses mit aller Deutlichkeit zu sagen und daraus bestimmte Konsequenzen zu ziehen. In diesem Zusammenhange steht auch der in unserem Bunde häufigere Wechsel der Bundesleitung. Eine Erscheinung, die in anderen Bünden weniger vorkommt und daher auch außenstehenden Menschen weniger verständlich ist. Schon die starke Bewegtheit des Bundes in seiner Stellung den politischen Gegebenheiten der Umwelt gegenüber, die sich ja in seiner ganzen Entwicklung ausdrückt, zeigt auch, wie sehr die Führung des Bundes von seiner jeweiligen Konstellation abhängt, und heute ist es noch die Forderung der Chaluziuth. die eine Stabilität nicht ermöglicht. So bedingt die Verwirklichung unserer Idee immer einen Wechsel der Führung, denn Hachscharah und schließlich Alijah entziehen dem Bundesleben immer wieder Kräfte. Wir empfinden dieses aber nicht als eine Schwächung des Bundes, selbst wenn es zeitweise so erscheint, sondern sind überzeugt, daß die Verwurzelung unserer Menschen in Erez Israel uns hier die Kraft zur Gewinnung neuer Menschen geben wird. Eine Erweiterung des Bundes, die Gewinnung neuer Menschen wird heute von allen als notwendig empfunden. Die Voraussetzung ist allerdings Geschlossenheit des Bundes, ein starker Wille und ein kiarerWeg. Daher sieht die Bundesleitung ihre wesentlichste Aufgabe in der Durchführung dieser Klärung bis zum Bundestag. Heini Schupler ä. Fadejew. Die Neunzehn. (Verlag^Är^8dPolitik) Der Roman von Fadejew behandelt die Geschichte einer Abteilung, die nach der russischen Revolution die Sowjets verteidigt. Das Buch bringt wenig Ueberlegungen über Krieg und Kampf, sondern das Ganze ist Handlung, stark zusammengedrängte Handlung, und darum klarer, sachlicher, objektiver. Das Buch ist jast nüchtern, eine Aufzählung der Ereignisse, und man muß manchmal zwischen den Zeilen lesen. In diesem Punkt der nüchternen Berichterstattung bot es ein wenig Äehnlichkelt mit „Im Westen nichts Neues". Es ist nicht ein Kampf wie der Weltkrieg, Nation gegen Nation, sondern er ist innenpolitisch, darum ist jeder Mann beteiligter, denn jeder fühlt, daß es mit um seine Interessen, um seine Zukunft geht. Wenn man sich (was bei mir eine ganze Zeit dauerte) erst einmal in den etwas fremden Stil des Buches eingelesen hat so wird man das Schicksal dieser Abteilung, die am Ende noch gerade neunzehn Mann stark ist, so betrachten, als hätte man das alles selber erlebt, und als ob man bei jedem Satz sagenmüßte: ,.So ist es gewesen, so — und nicht anders." g. b. 30

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