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Der junge Jude · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · page 10

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 1 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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arbeitende Palästina sollen auf diese Schicksalsfragen unserer Befreiungsbewegung unzweideutig die Antwort erteilen. Aber innerhalb der zionistischen Bewegung sind auch manche vorhanden, die diese Wendung nach rechts herzlichst begrüßen und sehntsuchtsvoll den Zustrom der neuen Kräfte von außen erwarten* von denen* sie sich die Stärkung der arbeiterfeindlichen Front versprechen. Zwar haben auch sie einmal auf den zionistischen Kongressen für die Agrarpolitik des Nationalfonds und für die Kolonisation der Chaluzim votiert,, aber, als sie es taten, ahnten sie garnicht, daß daraus mal eine weitverzweigte geeinigte Arbeiterorganisation und ernst zu nehmende Arbeiterwirtschaft, mit kulturellen und sozialen Bestrebungen und internationalen Verbindungen erwachsen würde. Darauf waren sie nicht gefaßt,. Und vom Werke überrascht, lernten sie um. Sind aber sie die einzigen im Judentum, die das Arbeiterjwerk. in Palästina überrascht hat und zum Umlernen zwingen muß? Ware», nicht auch andere jenseits der zionistischen Welt auf ein anderes Bild der zionistischen Verwirklichung gefaßt, werden auch sie sich nicht veranlaßt fühlen, an der Hand des Arbeiterwerkes in Palästina ihre Stellung zum Zionismus und zu Palästina einer Revision zu unterziehen? Wir haben diese Wandlung wiederholt erlebt. Sozialistische Denker und Führer sind zu uns ins Land gekommen, haben das Geschaffene mit eigenen Augen geschaut, haben das zu Schaffende untersucht und haben ein neues Verhältnis gewonnen. Und der Zusammenschluß der internationalen Männer der gesamten sozialistischen Welt für das arbeitende Palästina, der während des letzten Kongresses der Sozialistischen .Internationale in Brüssel geschaffen wurde, zeugt er denn nicht von der Umwertung der Werte, die das Werk des Arbeiter-Palästinas hervorrief? Jahrzehnte haben diese Männer von der zionistischen Theorie gehört un$ blieben ihr fern oder standen ihr sogar feindselig gegenüber, jetzt kam ihnen das Arbeiterwerk im Zionismus zum Bewußtsein und sie reichten ihm die Freundeshand. Allmählich wird sich diese Umwandlung auch? innerhalb des jüdischen Sozialismus vollziehen. Hier sind die Vorurteile noch tiefer verwurzelt und ihre Ueberwindung wird noch mehr der Erziehung und Klärung bedürfen. Aber sie begann, diese Umwandlung. Wenn von den 600 Zweigstellen des ca. 80 000 Mitglieder zählende!*: jüdischen Arbeiterringes in Amerika, dieses Arbeiterringes, der von Bundisten gegründet und geführt und im starren Antizionismus großgewachsen ist, mehr als 200 Zweigstellen an der Campagne für das arbeitende Palästina im vorigen Jahre teilgenommen haben, so ist es ein Beweis, daß die Umwandlung begonnen hat. Und was in Amerika begann, muß in Europa fortgesetzt werden. In den Reihen der jüdischen Genossen der deutschen Sozialdemokratie ist diese Erkenntnis der Notwendigkeit einer Revision nicht erst heute erwacht. Und die Tatsache dieser Konferenz ist ein neuer Abschnitt dieses Weges. All diese Kräfte zu festigen und aneinanderzureihen, von jenseits des Ozeans und von diesseits, im Westen Europas und im Osten und aus ihnen einen sicheren Stützpunkt für das jüdische Arbeiterwerk in Palästistina zu schaffen, ist die Aufgabe des Kongresses und der von ihnf. zu schaffenden Weltliga für das arbeitende Palästina. Und noch etwas. Manche der zionistischen Freunde des arbeitenden! Palästina sehen sich in der Tat verpflichtet, den Rückzug mitzumachen, weil sie wirklich der Meinung sind, daß das Arbeiterwerk im Laräclr nicht geglückt ist. Hier ist Defizit, dort organisatorische Unzulänglichkeit. Wahrscheinlich läßt sich in der Tat innerhalb der gegenwärtigen Welt s

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