Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 5 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 137 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUNGE JUDE JULI 1928 1. Jahrg. Nr. 5 TAN1US 5688 BERL KATZNELSON: EIN ERBÄRMLICHES UND BELEIDIGENDES DOKUMENT Vor uns liegt also der Extrakt der Schlußfolgerungen der „unparteiischen Untersuchungskommission". Wahrscheinlich stehen noch manche im Telegramm nicht enthaltene Einzelheiten aus; doch ist das Wesentliche dieser Schlußfolgerungen allzu klar, klar ist der Geist, der diesem Dokument innewohnt. Es handelt sich um zwei Fragen, deren Beantwortung die jüdische Oeffentlichkeit (die Expertenkommission der Gewaltigen in Israel kennt selbstverständlich keine jüdische Nation, selbst kein jüdisches Volk, nur eine „comunity", sozusagen: eine Gemeinde, eine Kehilloh, bestenfalls eine jüdische Oeffentlichkeit) von den Menschen der erweiterten Agency erwartete: was könnt Ihr für das Aufbauwerk leisten und was werdet Ihr dazu beitragen? Welchen Weg wollt Ihr uns gehen lassen? Im Ausgesprochenen wie im Unausgesprochenen ist die Antwort nun gegeben worden. Antwort A. Wir nehmen die zionistische Sammelbüchse in unsere Hände. Wir glauben, daß diese Büchse in unserer Hand nicht 650.000 £ jährlich, sondern eine ganze Million einbringen wird. Wir sind bereit, das zionistische Besitztum mit den unkonsolidierten Wirtschaften, mit dem reorganisationsbedürftigen Kolonisationsdepartement (nach Sacher??), mit den Emigrationsämtern und mit dem Keren Hajessod zu übernehmen. Und dieses J a läßt auf ein Nein als Antwort B schließen: Wir haben keine Finanzmethoden, keine Andeutung größerer Investierungen. Alle diejenigen, die Euch prophezeit haben, daß mit den neuen Männern auch neue Mittel anderer Art, Menschen neuen Schwunges kommen würden, waren falsche Propheten. Das Sentiment des zionistischen Spenders, der wahrscheinlich den neuen Herren zuliebe seine Spende verdoppeln wird, bleibt unser einziger Hort. Das ist die Antwort der Kommission, in der die jüdischen Finanzgewaltigen aus Amerika, England und Deutschland sitzen und die für Nichtmillionäre gesperrt ist. Arme Agency! Und wenn sie auch kein neues Geld gebracht haben, so wollen sie doch ihren Einfluß im weitesten und entschiedensten Maße geltend machen. Und das wundert uns nicht. Zwar hat die Experten- 137