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Der junge Jude · 1927-11-01 · Heft 1 (November 1927) · p. Seite 39

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 1 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 39 (sequence 41)
Language
German
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neten Lehrkräften durchzuführen ist, als lebendiges Beispiel sehr stark wirken. Wenn nun die Vorteile einer solchen Siedlung uns auch klar sind, so ist damit noch keineswegs die Siedlung für uns schon geschaffen. Es wird von der Kraft der Bewegung abhängen, ob sie die Siedlung bringen und voll ausnützen wird. Die Notwendigkeit einer Siedlung in Deutschland scheint mir erwiesen zu sein, in guten wie in schlechten Zeiten, ihre Dringlichkeit in unserer jetzigen Situation ist besonders groß. Wir stehen vor der Tatsache, daß wir in der nächsten Zeit mit einer außerordentlichen Verminderung der Chaluzalijah rechnen müssen — wenn wir auch glauben, daß eine vollständige Sperre nicht eintreten wird —. Wir müssen mit allen Kräften danach streben, daß diese Zeit des Wartens dazu ausgenützt wird, um unsere Menschen mit größeren Kenntnissen für das Land auszurüsten, sie befähigter für ihre spätere Aufgabe zu machen. Die Einsicht in die Lage Erez Israels, die eine zeitweilige Verminderung der Alijah notwendig macht, wird nicht genügen, um die Bewegung vor den schlechten Folgen einer solchen Alijahstockung zu bewahren. Eine ganze Reihe von Maßnahmen zwecks Verstärkung unserer inneren fachlichen und kulturellen Arbeit muß hinzukommen, um das Durchhalten zu erleichtern. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist die Errichtung der Lehrsiedlung von großer Wichtigkeit. Zwar würde die Zahl der auf der Siedlung Beschäftigten nur einen kleinen Teil der landwirtschaftlichen Chaluzim umfassen, aber die Wirkung hiervon würde, nach den Erfahrungen anderer Länder zu urteilen, weit über diese Zahl hinausgehen. Wir haben die feste Zuversicht, daß der deutsche Zionismus und die Kreise, die sich für die Produktivierung der jüdischen Jugend einsetzen, an unserem Werke mithelfen werden. Schattner. FÜHR ER LAG ER DES JUNG-JÜDISCHEN WANDER¬ BUNDES Vom 26. Dezember 1927 bis zum 1. Januar 1928 findet voraussichtlich im Jüd. Genesungsheim Lehnitz bei Berlin das zweite Führerlager des JJWB. statt. Beschäftigte man sich im Vorjahre mit einer Fülle von besonders jüdisch aktuellen Fragen, so wird man in diesem Jahre sich wesentlich auf zwei Themengruppen beschränken, und zwar auf eine pädagogische und eine zionistische Arbeitsgemeinschaft. Dieses Führerlager ist auf dem Grundgedanken aufgebaut, den Jungführern eine Aussprache über ihre Arbeit im Bunde zu ermöglichen, andererseits auch die gegenwärtigen Probleme des Zionismus im Kreise der Führerschaft zu besprechen. Folgende Themen sind zur Bearbeitung vorgesehen: I. Pädagogische Arbeitsgemeinschaft 1. Was muß der Nichtfachmann von Pädagogik wissen? 2. Erziehung zum Sozialismus durch Erlebnis und Erkenntnis. 3. Wie bringen wir den Zionismus und das jüdische Wissen in einer gemäßen Form an unsere Jüngeren heran? 4. Die Entstehung des Familienbildungs» und Existenzgründungsgefühls. 5. Praktika der Bundesarbeit: Heimabende, Fahrten, Werkerziehung, Feste und Feiern. II. Zionistische Arbeitsgemei nschaft 1. Synthese zwischen Zionismus und Sozialismus. 2. Antisemitismus. 3. Die gegenwärtige Lage in Erez Israel. 4. Galuthzionismus. 5. Zionistische Ideologie und Geschichte des Zionismus. 39

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