Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- Heft 5 (22.3.1935)
- Date
- 1935-03-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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^t^:^i^f^f^^^^ T—'«V PW^p 20 Pfennig Palestine News. Periodical for fhe Promotion of the economic development of the Near Easf fjJui) Verlag Ernit KölUnbaum, Berlin SW 19f Neue Grünstrafjo 30. Fernsprecher i A6 Merkur 7413. —- Generalvertretung für Palästina: Heinz Zei mann, Tel-Aviv, Dizengoffstri 159. <— Die P. N. erscheinen-zweimal im Monat. Bezugspreis für ik7T^:i'jr4"||d ZEITSCHRIFT FÜR WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG IM VORDEREN ORIENT ^K1tt?*-pK mrT n'VsVan ninnönny pny •anpn mtan Deutschland, Osterreich, Saargebiet und Danzig RM 1,20 pro Quartal, alle übrigen . Länder RM 1.50. Postscheckkonto: Berlin 37991. Anzeigen laut Tarif. An zei gen- Generalvertretung! Herbert Hirsch, Berlin SW19,' Neue Grünstrafje 30 /L-LkJ^ jL£»\ cj^ill J^dl j ^UäVl Redaktion: Dr>E. F. Asch er Berlin, 22. März 1935 Mrgang tl Nr. 5 Jaffa «Orangen - industriell verwerfet Von Dr. Martin Auerbach, beratender Chemiker, Tet-Aviv Wie bei allen Naturprodukten gibt_csjmch_j>^^ Orangen und den Gi^p(HJVuil^eTricn gewissen Anlall von —J£r.üchlen, die nicht nur für den Export ungeeignet sind* son- * dem auch für den Inlajidkonstnn nicht verwertbar sind. Je, größer die Gesamtproduktion nun an Zitrusfrüchten ist, desto, größer ist auch die Menge dieser für den Export ausfallenden Ifrüchle. Für die Rentabilität der Pflanzungen ist aber gerade auch die Verwendung der einzelnen Frucht von außerordentlicher Bedeutung.- Und wenn man cUhnit rechnet; daß etwa zehn Prozent der Ernte in diesemiJSinne als „Abfallprodukt?" anzusehen sind, so kann man voraussehen, daß die Verwendung dieser zehn Prozent eine immer steigende Bedeutung für die .-Rentabilität des Orangenbaues überhaupt haben wird. Auf diese mit; Naturnotwendigkeit sieh' hing hat seit Jahren der palästinensische Ingenieur-Chemiker Bravermann auf merksam gemacht. Bis vor einigen Jahren war das Problem nicht allzu brennend. Als aber vor zwei Jahren der ägyptische Markt durch Prohibitivzölle sich der 'palästinensischen Frucht verschloß, wurde die Dringlichkeit mit erschreckender. ■■Deutlichkeil -■ klar, um aber im nächsten. Jahre wieder in den Hintergrund zu treten, als infolge günstiger Wel ter7\yärme und wenig Stürme, fast gar keine Früchte anfielen, die nicht exportfähig waren; bzw. der geringe Anfall konnte ohne besondere Schwierigkeiten im Lande untergebracht werden. _Die Orange -r-. und: dasselbe gilt^von: der in zunehmendem Maße angebauten Grapefnicht und von der Zitrone, die hier , mindere Bedeutung hat: JsLkein Kunslprodukl, das in-.steh» gleichwertiger: Beschaffenheik hergestellt werden kann. Man muß die Frucht nehmen, wie sie anfällt, und manch eine gerät zu groß, manch eine zii klein. Andere wieder zeigen Mißbildungen. Wieder andere haben Flecke auf der Schale, die von Sonnenbrand herrühren können oder von 'Krankheiten des Baumes oder von Beschädigungen durch Insekten. Sie alle sind durchaus nicht etwa ungenießbar oder auch nur geschmacklich minderwertig. Sie werden gern,im Inlande aufgenommen und in großen Mengen verzehrt. Aber ihre Mengen sind zu groß, und es entsteht die für den Pardessaii wichtige Sorge, daß dieser Anfall, der hier Bralwa, englisch cull * genannt wird, nicht vollkommen wertlos wird und auf die vom Inlandkonsum aufnehmharen. Mengen preisdrückend wirkt. . Um die in Frage kommenden Möglichkeiten richtig zu erkennen, ist es notwendig, die Eigenschaften der Einzelbexlundleile der Gitrusfrucht etwas zu studieren. Zunächst die äußere Schale. Sie enthält vor allem das für Parfümeriezwecke wichtige Orangenöl. Die darunter liegende weiße Fleischhaut "enthält in erheblichen Mengen Pektin, einen Ja ms -der-zunehmende und Marmeladen Bedeutung bei der gewinn!Er bat die schnelles Gelieren herbeizuführen. Herstellung von Eigenschaft, ein Peklinhaltige Produkte, die auch gern hn Haushalt Verwendung finden, sind in/Deutsch? land unter den iNamen Opekla. Pomosin usw. bekannt undge-, schälzl. Auch in der foharmazeutischen Industrie findet es zunehmende Verwendung. Unter dieser Haut befindet sich die eigentliche Frucht, die aus einzelnen Segmenten, jedes in (»rnemjläulchen, besteht. Das Fruchtfleischenthäll ungefähr Ho-0/o Wasser. Die -'.restlichen An toi le bestehen aus Zuekersloffen, organischen Säuren und Salzen-,- enthalten Pektin- ~ 1' Qk .. ' stoffe neben flüchtigen aromatischen Anteilen usw. Vor "allem ist das Fruchtfleisch reieli, an \Jitamin C, dein die (hange, seinen hohen INähr- und Gesundheilswerl verdankt, Es bleiben dann noch die. Kerne, soweit solche nicht durch enU : sprechende Züchtung ausgeschaltet sind. Sie enthalten ein Öl, über (less(m Eigenschaften sich die Angaben der'-Lileratur widersprechen. Es dürfte kaum dazu bestimmt sein, irgendwie größere Bedeutung zu (vrhallen," besonders, da die Züchter,, wie schon erwähnt, bestrebt' sind, kernlose Früchte zu gewinnen. Der Vollständigkeil halber sei auch noch erwähnt, daß! auch .aus-"den Blättern< vor allem aber aus den. Blüten sich hoch- Der Kurssturz des Pfundes . -■ ist in seiner Auswirkung auch für den-'«Palästinaverkehr und Jliiridie_deiLtädleik_Jaideii^.v()n.-4n:bebli(,her Bedeutung. Vorteilhaft ist die Kursenlwicklung des Pfundes und die damit, verbundene Verbesserung der Reichsmark für die pin- :ahlel*{ dei,^/if/(i/7t,o/)/«/i; sie haben jetzt für den auf Reichsbankkonlo liegenden Mark betrag einen entsprechend höheren IM'undgegenwerl zu erwarten lind finden dadurch eine gewisse Entschädigung' für die lange Transferdaner (dagegen dürfte man von einer „Entwertung1* der bereits, transferierten Pfund - anlagen kaum sprechen können, "da eine kaufkraf(einbüße des .Pfundes in--den Ländern des Sterlingblocks.nicht, zu erwarten ist). Auch dvv Tausend-Pf und-ha p i t a I is l kann die Kursverschlechlenuig des ..Pfundes .nur.'begrüßen,- da er nun mit einem entsprechend geringeren Markbelrag sein Vor^eigcgeld erwerben kann.; Bedenklich ist diese Entwicklung jedoch für die ohnehin sehr schwierige» Transfersituation. Durch den Pfundsturz verschärft sich der Konkurrenzkampf um den Palästinantarkt sehr zu Ungunsten des 'denIschen Warenangebotes. Dadurch können nicht nur weilen? \ er:ö(jerun(jen in der Abwicklung der .angesammelten Beträge entstehen, sondern auch die lloiiipalästinensischen Importeure deutscher eine Erhöhung erfahren. - Dr. H.S. fiknlionen für die Waren müssen u. U.