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Palästina-Nachrichten · 1935-03-07 · Heft 4 (7.3.1935) · p. Seite 4

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 4 (7.3.1935)
Date
1935-03-07
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Dcr'Verband will über den Standard der ihm angeschlossenen Betriebe wachen, etwa noch vorhandene Mißstande abstellen, und in jeder Hinsicht auf seine Mitglieder dahin einwirken, daß der Grundsatz: „Dienst an\Ga8t'' sich als oberstes Gesetz für das Hotelgewerbe in Tel-Xviv durchsetzt. Der Verband will an allen Bestrebungen tätigen Anteil nehmen, die auf die Entwicklung tief Stadt Tel-Aviv als Touristen- und Fremdcnstadt gerichtet sind. Dabei ist es klar, daß jeder einzelne der angeschlossenen Betriebe im übrigen vollständig selbständig bleibt. Der Verband hat eine Reihe von Aktionen durchgeführt: ein charakteristisches Reklamezeichen geschaffen — die Stadtverwaltung zur Mitarbeit angeregt -r ein Aktionsprogramm entworfen uswi i Man ist jetzt dabei, unter Mitwirkung aller in Frage kommenden Wirfechaftsfaktoren: den nationalen Instanzen, dem Verband der Industriellen, den größeren Verkehrsunternehrnungen eine Zentralstelle, für Touristik und Propaganda zu schaffen. b / Es besteht der Plan, in der Herbst-Saison Festspiele nach .dem Muster der Salzburger Festspiele zu veranstalten. Es schweben darüber konkrete Verhandlungen mit ersten jüdischen Künstlern in aller Welt. Das bekanntlich besonders schöne und weite Ausstellungsgelände am Yarkoh mit seinen großartigen Bauten soll' für diese Festspiele hergerichtet werden. Daä zuweilen schwer kämpfende Hotelgewerbe der Stadt hat die Zuversicht auf die weitere Entwicklung und stärkt .es in dem ehrlichen Bestreben, an der Entwicklung der Touristik und des Fremdenverkehrs durch mustergültige Leistungen weiterhin tätigen Anteil zu nehmen. LEIPZIG 1915 Von Werver Eckhardt Bei der Steigerung des deutschpalästinensischen Handelsverkehrs wächst auch die Bedeu-: tung der Leipziger Messe für die deutsche Ausfuhr. Gleichsam als Einladung palästinensischer * Touristen nach Deutschland; aber auch als Anregung für deutsche Touristen nach Palästina ist. . der nachstehende Artikel zur Messe von einem1 Mitarbeiter des Leipziger Messeamtes gedacht. Die Leipziger Frühjahrsmesse 1935 wird in ihrenAusinaßen ihre Vorgängerinnen der letzten Jahre weit übertreffen. Die AusslelleVzahl, die 8000 überschreiten wird, ist seit -" der Frühjahrsmesse 19&1 nicht mehr erreicht worden, und auch in der Einkäuferschaft ergeben die Voranmeldungen eine Beteiligung, die weit über der letzten Messe liegt und an der vor allein die Auslandsbesucher stärkeren Anteil lieben. ■Woher•■ kommt diese Zunahme? Da sind zunäqhst. einmal die alten traditionellen: Momente, die die Leipziger Messe vor allen anderen Veranstaltungen gleicher oder ähnlicher Art seit* ■langen Jahrzehnte^ auszeichnen und als deren wichtigstes die Inlernationalitäl der Leipziger Messen anzuführen ist, der zur Frühjahrsmesse 1935 wieder durch die; Beteiligung zahlreicher ausländischer Aussteller entsprochen wird. So veranstalte n Japan und Italien geschlossene Kollektivausstellungen und Unter den einzelnen ausländischen . Ausstellern treten durch \ besonders starke Belegung von Ständendie Tschechoslowakei, Österreich, Ungarn, die Schweiz und England besonders hervor. Dem Einkäufer eröffnen sich dadurch Vergleichsmöglichkeiten des deutschen Fertigwarenmarktes, der auf der Leipziger Messe nahezu vollständig in die Erscheinung tritt, mikden Erzeugnissen der Spitzenfabrikation anderer Länder. - - "Em..weiteres wichtiges Moment, das alljährlich starke Anziehung auf die Geschäftsleute der ganzen Welt ausübt, ist das -reiche Angebot in Neuheiten, .Gerade zur Frühjahrsmesse 1 g3a wird dem Neuheitenmarkt ein besonderes Gesicht gegeben, das äußerlich durch die Richtungsänderurig in der ■deutschen Produktion bestimmt ist, die sich ja seit Verkündung des v,Ncüen Planes44 von Dr.-Schacht -zur Leipziger Herbstmesse ig3/i in verstärktem Maße auf die Verwendung deutscher Rohstoffe stützt. Dadurch erscheinen viele. Produkte in neuen Qualitäten, was seinen Einfluß auch auf die* PfeisgesrällüTi^ auf die geschmackliche Seile der gezeigten Artikel ausübt. So wird der Einkäufer z.^B. in Haus^ und Küchengeräten oder in Galanteriewaren und Beleuchtungskörpern völlig neue Stoffe finden, die geschmackvoll und den Erfordernissen der Einkäuferschaft aus den verschiedenen Ländern angepaßt verarbeitet sind. Auf dem-Gelände der Großen Technischen Messe und Baumesse werden die entsprechenden Maschinen zu finden sein, die in ihrer Konstruktion und Arbeitsweise neue Wege gehen, die von den erstmalig in größeren Mengen verarbeiteten deutschen Materialien bestimmt sind. Außer diesen mehr von der innerdeutschen Wirtschaft bedingten Veränderungen wirken sich zur Leipziger Frühjahrsmesse 1935 die Verschiebungen aus, die sich heute in der Weltwirtschaft vollziehen. Unter dem Zwang der Devisenschwierigkeiten sind in den letzten Monaten immer mehr Staaten su dem Kompensationsgeschäft übergegangen, dessen Form erlaubt, auf dem Tauschwege die erforderlichen Güter zu beziehen. Dabei spielt Deutschland eine maßgebende Rolle als Lieferant von Fertigwären "und steht als solcher dem Partnerlande, von dem es Rohstoffe, Lebensmittel und andere Landesprodukte bis zu einer ganz bestimmt festgelegten Höhe . abnimmt, mit einer Vielzahl von Produkten gegenüber/ Der Iipporteur, der deutsche Fertigwaren in sein Land einzuführen gedenkt, stößt meist auf erhebliche Schwierigkeiten, denn die bestehenden devisen- und zollpolitischen Vorschriften erfordern bei brieflichen Verhandlungen eine verhältnismäßig lange Zeit, und das Zustandekommen eines Export- bzw. Importgeschäftes wird außerdem erschwert durch wachsende Bürokratisierung des internationalen Handels, Hier ist nun die Leipziger Messe der geeignete Boden, auf dem die Partner zusammenkommen und ihre wirtschaftlichen Wünscht und Notwendigkeiten aufeinander abstimmen, denn der in Leipzig mögliche und von jeher geübte persönliche Verkehr ist die Voraussetzung für ein Klären der Wünsche und Forderungen des Einkäufers wie auch des Lieferanten bis in die letzten Einzelheiten. Das Leipziger Messeamt läßt dabei der Abwick- PROSPEKT- BEILAGE / Unserer heutigen Gesamtauflage liegt ein Prospekt der Firnta FICHTEL & SACHS A.-G., Schweinfurt M. über die Afrika-Europa-Expedition mit dem Sachs- Motor der Firma bei, die eine Vertretung in Palästina unterhält ■^^^^P^^^itf hing der Kompensationsgeschäfte, seine besondere Pflege zu«; kommen, indem es einen Nachweis für Kompensationsmögliehkeiten und-partner unterhält. Die Möglichkeit, Geschäftspartner zu finden, wird sich zur Leipziger Frühjahrsmesse 1985 auch der palästinensische Impor{ejuil zunutze machen. Deutschland ist im Verlauf des letzten Jahres hinter England, das an der Spitze liegt, zum zweitwichtigen Einfuhrland für Pßlä&tina geworden, und die Ten- ~denz~der deutschen Einfuhr hält weiter .an. Deutschland liefert nach Palästina alle Arten von Fertigwaren, besondere Nachfrage besteht nach Baustoffen, Brennbedarf und Baumaschinen. In den Meßhausen* der Leipziger Innenstadt Und auf dem Gelände \der Großen Technischen Messe und Baumesse sind zur Frühjahrsmesse 1935 in Leipzig alle vom palästinensischen Markt benötigten Waren fast vollständig vertreten. ' ... '• ■ v Die von Palästina nach Deutschland eingeführten Lebensmittel, vor allem Jaffa-Orangen, aber auch Weih, Olivenöl und alle Arten von Pflanzenölen werden weiterhin Einfuhrgut für Deutschland bleiben und sogar steigen können, insbesondere dann, wenn die von Palästina in Leipzig weilenden Einkäufer ihren Bedarf an Fertigwaren bei deutschen Fabrikanten decken. Herausgebert Verlag Ernst Köstenbaum, Berlin SW19, Neue GrUnstrabe 30. Telefon: A 6 Merkur 7413. Postscheck' Berlin 37991, Hauptschriftleiter, und verantwortlich fOr den redaktionellen Inhalt 1 Dr. Fr»* E.Ascher, Berlin. W15, Kurfürstendamm 224. Verantwortlich für den Anielgenteilt Herbert Hirsch, Berlin W15, Pariser Strahn 18a D. A, IV 6500, Druck« Max ÜoStwItx, Berlin SW 19, Neue GrUnstrafe« 30. Nachdruck nur mit genauer Quellenangab« gestattet.

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