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Palästina-Nachrichten · 1935-02-20 · Heft 3 (20.2.1935) · p. Seite 4

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 3 (20.2.1935)
Date
1935-02-20
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Die Orangen Du deutscht Htotkt Ende Januar sind in Deutschland die ersten Jaffaapfelsinen eingetroffen, in der zweiten Februarwoche hat sieh cjie Zufuhr verstärkt, so daf) schon zur Zeit verschiedene Marken im Kleinhandel anzutreffen sind. Die erste Ware kam hier leider mit starkem Verderb an. Der deutsche Fruchthandel führt dies auf die Unwetterschäden in Palästina zurück. Denn gewöhnlich weist gerade der Januar- und Februarversand sehr wenig Verderb auf, nach früheren Erfahrungen sind durchschnittlich 98% gesund. Die Preise werden vom hiesigen Fruchthandel als sehr hoch enge-* sehen, vor allem in Hinblick auf die niedrigen Preise, zu denen die spanischen Früchte Deutschland angeboten wurden. Trotz-? dem hegt man für den Absatz keine Besorgnisse, denn das Abkommen —- über das Wir in der vorigen Nummer ausführlich berichteten .—sieht ja eine wesentlich kleinere Gesamtmenge (ats in den früheren Jahren) Vor und hat daher kontingentmärjige . Wirkung. Andererseits rechnet; der deutsche . Fruchthandel mit eher noch zunehmender Nachfrage nach de^n Jaffaapfelsinen, da bestimmte Kreise aus naheliegenden Gründen gerade diese Früchte kaufen wollen. Außerdem dürften die jetzigen Preise nicht maßgeblich sein, zumal sie durch die Knappheit der augenblicklichen Anfuhren bestimmt sind. Zur Zeit konnten wir im v Kleinhandel u.a. folgende Marken zum Verkauf, ausliegen sehen: Herkules, die mit 20 Pfennig pro Stück verkauft wurden, Bir Salem zum Preise von zwei Stück 25 Pfennig und Vitamin pro Stück 10 Pfennig. f Technisch wickelt sich das Abkommen, das bekanntlich über M. M, Warburg, Hamburg, geleitet wird, verhältnismäßig gut ab, zumal der "hiesige Fruchthandel, seine Anforderungen kistenweise schon vorher angeben mußte und ein Drittel der von'ihm gefprderten Menge vorausbezahlte, sö dafj bei Eintreffen der Ware von dem deutschen Früchtgroßhändler nur noch die restlichen zwei Drittel an Warburg in Hamburg überwiesen werden müssen. Eine andere Frage ist die des Herankommens der Ware respektive Durchführung des Vorgesehenen Clearing. Wir lesen, in Fachblättern des deutschen Fruchthandefs, daß man diesbezüglich schon Bedenken; hat. Wie schon erwähnt, dürfte cler Absatz der gesamten Menge, sofern die Ware einigermaßen gesund ankommt, kerne Schwierigkeiten bereiten, zumal die Frostschäden in Spanien der dortigen Ernte schweren Verlust zugefügt haben. . J Ein endgültiger Ueberblick über die jpjnjscjven_Ausfälle und ^ie^Auswirkung^^füT_äie_übrigen FT^ichthandelsmärkte wird man ^allerdings wohl erst Ende Februar haben. _^ _-±. :\<Noch ein Wort zuj^Verp'ä^kun^rGerade weil der diesmalige »Absatz der Jaffaorangen vor allem vom propagandistischen Standpunkt aus betrieben wird, sollte man dem . Text des Verpackungsmaterials niehr Aufmerksamkeit widmen und auf die Mentalität der deutschen Konsumenten absteifen. Insbesondere wäre die Abfanung der Beschriftung in deutscher Sprache sehr empfehlenswert, ferner die Erweiterung des Textes durch Schlagworte; die dem deutschen Konsumenten etwas sagen und für die Jaffaapfelsine indirekt werben. t WetiuscUMc* ~ txfUKÜa^ - Vccisc T e I - A v i v (Palnews). — Ende Januar stellten sich die Ergebnisse für Orangen mittlerer Größe auf etwa 8 bis 9 sh durchschnittlich. Kleinere Früchte erzielen bis zu -12 sh, jedoch wird der; höchste Preist nur für einen sehr kleinen Teil der Ernte erzielt. Große Früchte bringen sogar nur 7 bis 8 sh. Aus Spanien treffen unterdessen Nachrichten über Frostschäden in den letzten Januartagen ein. Das, Ausmaß der Schäden läßt sich im einzelnen noch nicht übersehen, sie sollen aber, wie in späteren Telegrammen bestätigt wird, sehr ernst sein. Es dürfte damit zu rechnen sein, daß durch den spanischen Frost, der den Orangenexport mehr oder weniger stark zu beeinträchtigen geeignet ist, der Markt eine Entlastung erfahrt und sich demgemäß die Absatzmöglichkeiten und wie zu hoffen-ist* auch die Preise für palästinensische Orangen bessern. Die Citrusexporteure haben von einem Beschluß* eine Verschiffungspause eintreten zu lassen, über die in der letzten Woche berichtet wurde, abgesehen. Der Exportdruck würde nach Ablauf dieser Pause, nur um so schärfer einsetzen. Im übrigen haben die Regengüsse vom 3. und 4. Februar bereits eine Verschiffungspause zur Folge, da die Verkehrswege zwischen der Orangenzone und dem Haifaer Hafen in katastrophaler Weis«( zerstört sind, Die Bahnlinie ist an 4 Stellen unterspült, zwischen Petach-Tikwah — Ras el Ain steht die Strecke 2 km lang unter teilweise 2 m tiefem Wasser. Besonders sind auch bei Tulkarem schwere Flutschäden eingetreten. Da zwischen Tel-Aviv und Haifa keine Sfräßenverbindung besteht, ist es kaum möglich an die Orte der Zerstörung überhaupt heranzukommen, nach einem zwischen Haifa und Lydda entgleisten Zug muß per Flugzeug gefahndet werden. Der Jaffaer-„Hafen" ist unterdessen durch stürmisches WefTer lahmgelegt. Die Stürme haben auch in den Pardessim Schäden enge* richtet und Fruchtabfall zur Folge gehabt — umsomehr als wegen der Verkehrsstockungen in den ganzen letzten Wochen die Ernte hinausgeschoben werden mußte« [ Von anderer Seite, wird gemeldet: — Die durch das vor wenigen Tagen über Palästina niedergegangene Unwetter verursachten Verluste in der^Citruswirf schaff werden von der hebräischen Presse auf 500 000 Kisten Cifrusfrüchte geschätzt, die durch den Orkan vom Baum geschüttelt wurden und exporfunfähig geworden sind. Falls diese ersten Schätzungen zutreffen, würde das die Vernichtung von i0%> der diesjährigen Cifrusgrnfe Palästinas Bedeuten und einen schweren Verlust für die palästinische CitrusWirfschaff darstellen. , Aus deu deutscUcH Tcausfecfcttmi^ Der Runderlaß Nr. 4491/35 der Reichsstelle zur Devisenbewirtschaftung vom 30.1.1935 enthält folgende Bestimmungen: Auf dein Sonderkonto der Bank der Tempelgesllschaft bei der , Reichsbank haben sich erhebliche Beträge angehäuft, gieren Transferierung, geraume- Zeit—in-Anspruch nehmen wird. Der Ausn wanderer wird daher nach der Einzahlung *aüf das Sonderkonto I längere Zeit bis zur . Ueberführung der eingezahlten Betrage in £P warten müssen. Da auch die Zuteilung des Vorzeigegeldes durch die Reichsbank wegen der großen Zahl der Auswanderer erst geraume Zeit nach der Anmeldung erfolgt und die beiden Warfefristen zweckmäßig zusammenlaufen, ordne ich folgendes an: Die Genehmigung zur Einzahlung auf das Sonderkonto I Ist, wie es im R. I;. 12/34 schon Jür bestimmte ' Einzahlungen angeordnet war, künftig in allen Fällen ohne Vorlage der' Einreise-« eriaubnis nach Palästina und der sonstigen letzten Beweismittel,!jedoch nach Beibringung der übrigen iiml^Er29/33":fürzdie..Aus«-; Wanderung vorgeschriebenen 'Nachweise zu erteilen. Hierdurch wird erreicht, daß die Palästina-Treuhandstelle in der Lage ist, den Genehmigungsinhabern bei' Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen einen bestimmten; Rang für ihre Einzahlungen zuzusichern. Die bisher geübte Verbindung der endgültigen Genehmigung zum Erwerb des Vorzeigegeldes mit der: Genehmigung zur Einzahlung -auf das Sonderkonto I. fällt somit fort. Einzahlungen auf die Sonderkonten sollen in Zukunft erst dann erfolgen, wenn der auf dem Sonderkonto. I liegende Betrag nahezu völlig aufgebraucht ist und die Palästina Treuhandstelle zur Beratung deutscher Juden G. m. b. H., Berlin, die angekündigten und - genehmigten Einzahlungen abruft. Zu diesem Zwecke ist die' Einzahlungsgenehmigung wie bisher sofort — jedoch mit einer Geltungsdauer von 1 Jahr— zu erteilen; ist der Abruf vor Ablauf dieser Frist noch nicht erfolgt, so kann sie um Va Jahr verlängert werden. Demnach können die Einzahler auf Sonderkonto I bis kurz vor der effektiven Transferierung ihres' Geldes dieses praktisch bei ihrer Bank anlegen und arbeiten lassen, auch wenn sie z. B. nach Bereitstellung des Vorzeigegeldes von 1000 £ bereits früher nach Palästina auswandern. Die effektive Einzahlung auf das Sonderkonto I erfolgt erst, wenn der Zeitpunkt der Transferierung/kurz bevor steht. Die Reihenfolge der Abwicklungen wird hierdurch nicht berührt. ' v 2,5 HUiUöUen vecseluffl! Jaffa (Palnews). Die Citrusverschiffungen stellen sich bis zu der am 27. Januar endigenden Woche wie folgt: Vom Beginn der Saison bis 20. Januar £P 2 420 770 2t. bis 27. Januar £P 593 322 Insgesamt bis 27. Januar £p 3014 092 davon über Jaffa £P 1 709 792 davon über Haifa £P 1 105066 davon über Port Said £P 119234 Bis zur gleichen Zeit des Vorjahres wurden 2 220 402 Kisten verschifft. , Polen erhalt Kontingent Die polniscJie-Regierung hat für die Einfuhr von Palästina- Orangen ein zusätzliches Kontingent von t 500 Tonnen bewilligt* ■■£«&A4&iiäk

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