Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- Heft 3 (20.2.1935)
- Date
- 1935-02-20
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien - Jerusalem direkt? Seit einiger Zeit sind Bemühungen im Gange, eine direkte Bahnverbindung unabhängig vom Tauru$-fixpre$s 2wi*chen Wien d.h. dem Kontinent und Palästina tu schaffen/Die Schwierigkeiten auf allen Gebieten insbesondere Verkehrstechnischen und devisenpolitischen sind sehr grofj. Die praktische Benutzbarkeit dieser Verbindung, wenn sie zustande kömmt insbesondere auch für Reisende aus Deutschland, ist noch keineswegs sicher. Die Preisvorfeile für Passagiere und Pracht sind noch nicht erwiesen und manche Nachrichten eilen den Tafsachen weit voraus. Trotzdem'ist die Angelegenheit wichticj genug, um eine Darstellung von einer Seite zu erhalten, die am Zustandekommen des Projekts aktiv mitgewirkt hat, nämlich von der AustrotPaläsfinensischen Handelskammer in Tel^Aviv. v Das österreichische, Verkehrsbüro gibt bekannt, dal) die ersten direkten Schnellzüge Wien-Palästina am 10/ und 24. März nach Palästina und am 8; April in die Gegenrichtung abgehen werden/) ~~^DüTch~drese Verbindung gewinnt Palästina den unmittelbaren Anschluß art das europäische Eisenbqhnverkehrsfietz; VonTPalästina wird matr beispielsweise nach Budapest in ca. 4 Tagen fahren können, nach Wien und Prag in ca. 4V2 Tagen, nach Zürich, München , und Berlin in ca. 5 Tagen, nach Paris; Brüssel, Oslo, Stockholm und Kopenhagen in 6 bis 7 Tagen. Diese' Tafsachen eröffnen für die palästinensische Wirfschaff y ganz neue Perspektiven. Bekanntlich wird in Palästina das Gemüse berejts zu einer Zeit reif, wo sich Europa erst anschickt, , seinen Winterschlaf zu halten und sein weites Winterkleid anzulegen. .>• *|':^ ilKl Alle bisherigen Versuche, Gemüse aus Palästina auszuführen, sind fehl geschlagen, da diese leicht verderblichen Waren durch die überlange Reisedauer am Ankunftsort verdorben ankamen. Abgesehen davon machen die veterinärpolizeilichen Vorschriften im . , Hafen von Triest, die wohl mehr wirtschaftspolitischer Natur als Veterinär polizeilich bedingt sein dürften, eine Verschiffung über diesen Hafen geradezu unmöglich. Ein Versand über andere Häfen, erwies sich ebenfalls bisher aus den verschiedensten Gründen, sei es wegen einer zu langen Fahrtdauer, sei es wegen einer zu grofjen Unregelmäßigkeit oder Spärlichkeit des Verkehrs oder sei es wegen unzulänglicher Ausrüstung der-Schiffe oder der betreffenden Hafenanlagen, als undurchführbar. Alle diese Schwierigkeiten würden bei einer direkten Landverbindung wegfallen. Aber auch für die Orangenwirtschaft kann dieser Weg von großer Bedeutung werden. Man denke nur daran, wenn Orangen, beispielsweise irvT Petach Tik'wah alla Rinfusa geschüttet oder in Containers verladen werden und nach 5 Tagen in Berlin auf den Markt gebracht werden können, wieviele Unkosten dadurch erspart werden, dafj die Verpackung in Kisten wegfiel. Allerdings muß jetzt sofort von den Schwierigkeiten gesprochen werden,, die noch in Zukunft überwunden werden müssen, bis diese Verbindung über den Landweg, so gut funktionieren wird, wie eben geschildert. *) ,B«r Drucklegung erfahren wir, daß der Beginn auf 1936 verlegt werden soll; an der prinzipiellen Bedeutung wird hierdurch nlehu geändert; (Red-) Da ist zunächst der Trajekfverkehr zwischen Istambul und Kejdarpascha, der wesentlich tu verbessern und tu verstärken ist, damit die direkten Waggons, insbesondere die Frigidairegemüsespezialwaggoris durchlaufen können. Dann gibt es noch eine zweite Schwierigkeit, die aber vorlaufig nicht aus dem Wege geräumt, sondern blof) überbrückt werden kann. Der «Blau*Weife-Express' wird in Europa den gleichen Weg nehmen wie der Orient Express, >und in Kleinasien wie der Taurusexpress bis Damaskus. Die Schwierigkeit liegt nur darin, wie der Anschluß für die kurze Strecke nach Palästina gefunden werden soll. Während die Eisenbahn in fast ganz Palästina normalspurig ist, geht von Haifa über Samakh-Dera eine Schmal- *" spurbahn nach Damaskus. Dies bedeutet, dafj nicht Haifa, oder um auf das obige Beispiel zurückzukommen, Petach Tikwah die Kopfstafion sein kann, sondern dafj ein Zubringe- bzw. Abholdienst eingerichtet werden mufj, sei es nun entweder mittels der erwähnten Schmalspürbahn über Samakh»Öera nach Damaskus oder mittels Kraftfahrzeug nach Rayak oder nach Tripoli, oder auch nach Damaskus. y In diesem Zusammenhange solf nicht unerwähnt bleiben/ dafj auf dem Landwege London-Kapstadt, nämlich gehend über Ostende Wien — Konstahtinopel (Oriehfexpress) Herdaipaschä r— Aleppo ^- Damaskus (Taurusexpress) Haifa-Kantharah — Kairo Kapstadt, nur das verhältnismäßig kleine Stückchen zwischen Damaskus und Haifa, oder besser Rayak und Haifa oder Tripoli und Haifa fehlt. Wieviel könnten die:, palästinensischen Eisenbahnen verdienen, wenn sie nicht bjofj Landesbahnen, sondern auch Transitbahnen sein könnten. Wenn dem palästinensischen Steuerzahler verschiedentlich zugemutet worden ist, daf> aus den Budgetüberschüssen der palästinensischen Verwaltung der« Eisenbahnbau nach dem Irak finanziert werden soll, wäre es .. doch viel naheliegender, daß aus diesem Fond die Gelder flüssig Munitionsfabrik im Irak Im Zug der von allen orientalischen Ländern verfolgten Absicht, sich vom Ausland möglichst unabhängig zu machen, wurde bei Bagdad kürzlich die erste irakische Fabrik zur Herstellung von Munition eröffnet. Die Einrichtung wurde von England ge* liefert, und die Leitung der Produktion untersteht für absehbare Zeit Bis zur Ausbildung und Einarbeitung national-irakischer Kräfte englischen Spezialisten. Die Fabrik soll eine Kapazitation anderthalb Millionen Schuß jährlich besitzen."7 zu machen, die nötwendig wären, entweder umi die Schmälspurbahn Haifa-Damaskus in eine normalspurige umzubauen oder um eine ' neue Verbindung zwischen Haifa-Rayak über Metulla zwischen Haifa und Tripoli über Beirut herzustellen. Die Mehr-! einnahmen aus den verschiedensten: Titel würden die Kosten des Bahnbaus sehr bald amortisieren. Allerdings seien die politischen. Schwierigkeiten eines solchen Bahnbaues nicht verschwiegen. Trotz aller vorhandenen Hindernisse wird der* Blau*Weifj- Express von.Wien, der jahrtausendalten Pforte für clen Weg nach dem Orient, abgehen und damit wird wieder Wien der Ausgangspunkt einer neuen Entwicklung, die für die Volkswirtschaft Palästinas von ungeheurer Bedeutung sein kann./ Austritt. Wien« I. Schottenring 17 Werk Rannersdorf ' ■ ■' v'.' "" .. ." * " . ' ''' ' ' ' ' ' " ' .■*"■" ■ "- ' .'' .\ ' . ■ ';■ '•' Telegramm-Adresse: OSSA WIEN / Codes: ABC 6th, Bentley, Bentley complete phrase, Rudolf Mosse, Western Union Knochenleim in hervorragender Qualität . Perlenleim, die beste und Zweckmäßigste Leimform Hautleim in Tafeln, Perlen und Pulver, für alle technischen Zwecke Dünnblattgelatine, Gold, Silber, Kupfer Speisegelatine in Täfeln und Pulver Technische Gelatine in Tafeln und Pulver für alle Zwecke Kaltleime für clie holzverarbeitende Industrie Kaltleime für die papierverarbeitende Industrie Futterknochenschrot „OSSA SPEZIAL" unentbehrlich für rationelle Hühnerzucht „OSSA" Fleischmehle, die erprobten Kraftfuttermittel 3