Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- Heft 1-2 (31.1.1935)
- Date
- 1935-01-31
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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f Dil Oranflenabkommen mit Deutschland in Kraft! Nach langen Muhen ist es gelungen, das Abkommen zwischen der deutschen Regierung und den palästinensischen Orangenexporteuren abzuschließen. Auf die Schwierigkeiten dieses Abkommens haben wir ja bereits in der vorigen Nummer hinge* wiesen« Wir hatten öelegenheit, mit einem Vertreter der pa- ' lastinensischeh Orangenexporfeüre über die Grundlage und die Durchführung dieses Abkommens zu sprechen. Der wichtigste Grundsatz bei den ganzen Verhandlungen war/ dafj eine direkte Kompensation zwischen Deutsch* . fand, und Palastina deshalb nicht möglich ist, weil diese nur zu Lasten des. Transfers der Auswanderergelder — im Zusammen-* häng mit dem HaaVarah-Abkommen — hätte gehen können. Das Abkommen mußte also; so aufgebaut werden, daß der Ablauf und die Abwicklung! des Kapitaltransfers für Auswanderer hiervon völlig unberührt bleibt. — , - i Die Bedingungen des Abkommens konnten im, Laufe, der Verhandlungen, wesentlich gebessert werden; Der Gesamtbetrag belauft sich, wie bekannt, auf 4 Millionen Mark, das sind etwa 450000 Kisten Orangen oder Grape-frliits. Im Gegengeschäft müsseff insgesamt nur für 5,2 Millionen Mark deutsche -Waren _in Aegypfertr—^-Fernen—Osferv-- uhd~ - Brifish-Indien _ abgenommen werden und für 1,2 Millionen Mark müssen Devisen nach Deutschland eingeführt werden. Die Frist für die Transferierung der Mark in Devisen ist jedoch nicht begrenzt, so daß nach . Beendigung der Orangensaison die Effekfuierung des Abkommens weiter geführt werden kann. Die Notwendigkeit für die Durchführung eines solchen Abkommens liegt nicht nur in dem begreiflichen Wunsche, überhaupt in Deutschland Orangen abzusetzen^ sondern vor allem auch darin begründet, daß eine Sperre des deutschen Marktes für Oranger! auf die anderen.Märkte außerordentlich stark p rei s s enkend einwirken muß. Schön jetzt kann festgestellt werden, daß die Preise in England stark gesunken waren, solange der deutsche : Markt verschlossen blieb. Nach Abschluß des. Abkommens ist nicht mit einem Ansteigen der Preise zu rechnen. Ein weiterer zwingender Grund für den Abschluß des Abkommens war die Erwägung, daß es für die Zukunft des Orangenmarktes' außerordentlich gefährlich ist, wenn die Jaffa-Orangen als Marke auch nur ein^Jahr^ völlig aus dem deutschen Markt verschwinden. Die ganze Wirkung der jahrelangen erfolgreichen Propaganda würde für den Absatz in der Zukunft, auch unter besseren Devisenverhältnissen auf dem Weltmarkt dadurch schwer geschädigt sein; Trotzdem ist nicht damit zif rechnen, daß das Abkommen voH ausgenützt-werden wirdr Bis jetzt liegen n^^ ,3,2 Mi IJ i o n e n Mark Angebote aus' Palästina vor.7 Die Schwierigkeiten, eine genügend große Anzahl, geeigneter Exporfsummen dem Abkommen nutzbar zu machen, sind ein ^Grund / hierfür. Andererseits sind für die Realisierung dieses Abkommens naturgemäß längere Kredite notwendig, um den Orangenexporteuren die Ausnutzung ihrer Quote auch dann zu ermöglichen, wenn die deutschen Warenexporte noch nicht oder erst zu späteren Terminen abgewickelt sind. Die palästinensischen Banken jedoch gehen bis jetzt nur sehr zögernd an die Finanzierung solcher Geschäfte heran. Bei den ganzen Verhandlungen hat sich die besonders unglückliche handelspolitische Situation Palästinas besonders - deutlich' gezeigt: Aus dem;C I e «lt i n g- A b k o m rri e n zwischen England und Deutschland ist Palästina als Mandatsland herausgefallen. Eine eigene konsequente Handelspolitik -kann Palästina nicht führen, ja, die verschiedenen Gruppen der palästinensischen Industrie, der Exporteure und Importeure sind noch nicht einmal zu einer * gemeinsamen Politik ihrer Handelsbeziehungen den . Ländern gegenüber gekommen, bei denen für Palästina als Konsument bedeutende KonzessionenjKjr Palästina als Produzent unschwer zu erreichen wären. So ist Mästina anderen Landern, beispielsweise S p a nie n, das ein' handelspolitisch wichtiger und mächtiger Partner im deutschen Außenhandel ist, gegenüber sehr im Nachteil. Gerade deshalb kann dieses Abkommen bei all seinen" Schwierigkeiten und Schönheitsfehlern als ein wichtiges Ergebnis positiv bewertet werden, zumal wenn man bedenkt, daß es nach menschlichem Ermessen ja nicht nur für dieses Jahr abgeschlossen wird, sondern für die nächsten Jahre als Erfahrungsgrundlage urid-Muster dienen wird. Die N a c h f r a g e nach Jaffa-Orangen ist in Deutschland außerordentlich stark. Die ersten Sendungen wurden zu ausgezeichneten Preisen abgenommen und sind fast völlig vom lokalen Markt in Hamburg aufgebraucht worden. In diesen Tagen ist mit einer stärkeren Anfuhr auch nach MitteU und Süddeutschland zu rechnen. Dr. A. Polen senkt den Orangen!*!! Die polnische Regierung hat den Orangenzoll pro dz von 220* auf 44 Zloty ermäßigt, was umfangreiche telegraphische Orders polnischer Importeure für Palasfina*Örangen zur folge hafte. Die Verschiffungen — 2 000 000 Kisten erreicht! Bis zum 16. Januar wurden 2 045.122 Kisten exportiert gegen 1 894 069/im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Transportsorgen schaffen Verluste! —-„Artläßlich der starken Regen, die jüngst über Palästina niedergingen und die zur Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs führten, sind unzählige zur Verfrachtung bestimmte Orangenkisten; die längs der durch das Orangengebiet führenden Eisenbahnsfrecke gestapelt waren, verdorben. Weder reichten die Lagerhäuser in, den Bahnstationen des Orangengebietes aus, soweit sie nicht überhaupt demoliert waren, noch konnte verhindert werden, daß durch die Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs die den Regengüssen ausgesetzten Kisten zum Export ungeeignet wurden und verdarben. Zahllose Beschwerden seitens der betroffenen Orangenwirfschaft sind bei den zuständigen Stellen : eingelaufen. Auch die Türkei produziert Orangen -; Nach Angaben der türkischen Handelskammer wird die Jahreserzeugung der Türkei ah Apfelsinen auf 100 Millionen Stück bzw; 14,2 MilJipnen kg. geschält». Die Hauptartbaugebiete; sind die Strecken längs der Mittelmeerküste und an der nordV östlichen Ecke des Schwarzen Meeres, vor allem Dörfyol am Golf von Iskenderun, dann Kozan, Adana, Tarsus, Mersin, Alaiye, Antalya^ Finike, Sulfanhisar, Izmir und Rize. Die türkische Regierung "förderf tatkräftig Anbau und Pflege der Gitrusfrucht. In Tarsus und Rize bestehen zwei Institute, die sich mit der Apfelsinenkultur befassen. Die Transpbrtyerhältnisse werden ständig verbessert. Insbesondere. Dörtyol, das Hauptanbaugebiet, besitzt heute Bahnverbindung, welche direkt zu den Verladestellen führt. Gesamt ausfuhr. ' Davon nach d«r Sowjetunion Jahre Mengen In Kilo Werte In Türltpfd. Mengen In Kilo Werte InTürkpfd. 1929 . . 1 690 586 302188 1 ^14 218 298 772 1930; . . 3 237 465 1Q5 474 3 167 326 . 175 056 1931 ... . 2 616 338 136 745 2 598 860 134 373 1932 . A 340 438 118 349? 1.297 620 112 592 ===: - iiii jsS iiiiiiiti IIIIHIII IIIIIIIII IIIIIIIII ji- Deutschland-Palästina -41 || IIIIIIIII iiiiiiiii •■■•in iliiHi lllllll lllllll Verkehrsges. m. b. H. Leitung: Dr. E. F. Ascher 'il:5 IHIII IIIIII lllllll 'IIIIII Hilm mini BERLIN W15 / KURFÜRSTENDAMM 224 i:s mim ■Htm lllllll lllllll i 1 Bismarck 3124 Ecke Meinekestraße lllllll iiiim hihi min IIIIII IIIIII ' sy. — l- ■• ■ r •, ' ■ ■• ::::! .::.::: Iis' IIIHIII IIIHIII iiiiiiii s REISEBÜRO •iiü iiiiiiii iiiiiiii Sss: ■■ -j jjäi IIIIII min min ■■■■■1 j Bahn- und Schiffskdrten IIIIII hihi mm IHM! f. lllllll iiiim mim mini \ für alle Linien. 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