Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 193)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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191 viele Beschwerden ans Palästina zugekommen über Missstände in den Colonien. Ich glaube dem Gefühle der Mehrheit des Congresses zu entsprechen, wenn ich auf die nähere Behandlung dieser Beschwerden nicht eingehe, sondern es der Commission überlasse, sich darüber nähere Aufklärung zu verschaffen. Der ganze Verlauf unseres Congresses war ein so würdiger, dass wir keinen Misston hineinbringen wollen. Es giebt Schwierigkeiten überall, bei allen menschlichen Unternehmungen und so auch hier. Ich glaube diesen Beschwerden Rechnung zu tragen, wenn ich sie signalisiere. Jetzt sind wir am vorläufigen Schluss unserer Arbeit. Wir müssen zunächst den Dank aussprechen dieser gastlichen Stadt, die uns mit. * solchem Wohlwollen empfangen hat, der Regierung, die uns verschiedene Zeichen ihrer Sympathie gegeben hat, durch Erleichterung der Vorarbeiten des Congresses und durch Anwesenheit des Herrn Regierungs- Präsidenten, Regierungsrath Prof. Dr. Paul Speiser, während eines Theiles der Verhandlungen. Wir müssen ferner danken — das ist gewiss im Widerspruch mit der Erklärung an Herrn Dr. Cohn — den christlichen Zionisten, und zwar nenne ich Ihnen die Namen des Mr. Dunant, Urheber des rothen Kreuzes, des Reverend John Mitschell, Reverend Hecliler aus Wien, Baron Manteuffel, Colonel Count Bentinck, der ebenfalls an unseren Verhandlungen theilnahm, und viele Andere. Gewiss werden wir auch der jüdischen Zionisten gedenken, die vor uns an diesem Werke gearbeitet haben. Die Namen sind uns Allen gegenwärtig und kann ich sie insgesammt mit unserer Dankbarkeit umfassen. Meine Herren! Ich bin vorläufig zu Ende. Gestatten Sie mir noch einige persönliche Worte. Ich habe vielleicht in der Leitung der Verhandlungen manchmal zu schwach, manchmal zu stark präsidiert, der Wille war aber gut und wir haben etwas zu Stande gebracht. Ich glaube, man hat an vielen Orten mit Schadenfreude darauf gelauert, dass hier viele Narreteien und Schwärmereien vorkommen würden. Ich glaube, der Zionismus braucht sich seines ersten Congresses nicht zu schämen. Der Congress ist massvoll und doch entschieden. Wie die Zukunft sich gestalten wird, lässt sich heute nicht sagen. Dass wir für unser Volk, das mittelbar und unmittelbar leidet, etwas thun, wenn wir uns in solcher Weise versammeln, um seine Schicksale zu besprechen, das werden nicht nur wir, sondern auch die ausserhalb unseres Saales zugeben. Wenn wir den Erniedrigten den Pflug in die Hand drücken wollen, ist es noch eine Frage, ob sie die Arbeit dem Elend und der Wehrlosigkeit vorziehen? Man frage sie! An dem Tage aber, wo wieder der Pflug in der erstarkten Hand des jüdischen Bauern ruht, ist die Judenfrage gelöst. (Minutenlanger Beifall.) m Prof. Dr. MaxMandelstamm (Kiew): Hochverehrte Damen und Herren! Ich glaube im Sinne meiner zahlreichen Landsleute und sämmtlicher Mitglieder des Congresses zu handeln, wenn ich hiermit unseren tiefgefühlten Dank den Männern ausspreche, welche mit grosser Opferwilligkeit und mit dem Einsetzen ihrer ganzen moralischen und körperlichen Kräfte die Vorverhandlungen und Verhandlungen geleitet haben. Zunächst sämmtlichen Mitgliedern des provisorischen Comites. Alsdann demjenigen grossen Manne in Israel, der es verstanden hat, unserem 2000jährigen Schmerze eine» so tiefempfundenen und herzerschütternden Ausdruck zu geben. Ich meine Herrn Dr. Max Nordau. Vor Allem aber und in erster Linie dem-