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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 171

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 171 (sequence 173)
Language
German, English, Hebrew
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— 171 päischen Juden, von Vereinen und Privaten gegründet. Moses Montefiore ist mehrmals selbst hingereist und hat die Lebensverhältnisse der armseligen jüdischen Bevölkerung von Jerusalem — die zum grossen Theil auf wohlthätige Spenden (Chaluka) angewiesen war — zu verbessern gesucht. Als die A11 i a n c e Israe 1 i te Uni v er seile gegründet wurde, erwirkte Charles N e 11 e r die Gründung einer Ackerbauschule b e i J a f f a (1869) unter dem Namen „Mikweh Israel44 (Hoffnung Israels) — er that damit unbewusst den ersten Schritt im Sinne des modernen zionistischem Programms. Aber schon einige Jahre vorher, 1861, hatte ein angesehener Rabbiner, Zewi Hirsch Kaiisch er in Thorn, eine bemerkenswerte Schrift „Derisehath Zion" veröffentlicht, in welcher er im Namen der Religion an die Zeitgenossen appellierte, Vereine für Colonisation Palästinas durch Juden zu begründen, und darauf hinwies, dass die Ehre der Judenheit es erfordere, nach Analogie der Italiener, Ungarn, Polen und anderer Völker, die mit Gut und Blut für ihr Vaterland eintraten, ebenso alles daran zu setzen, um die alte palästinensische Heimat wieder zu erlangen. David Gordon, einer der Begründer der neueren jüdischen Publicistik, trat seinerseits warm für den Gedanken ein, dessen Bedeutung durch die L ei d en der Juden in Rumänien und bald darauf durch die Verfolgungen in Russland zu einer actuellen geworden. Die Jahre des Schreckens 1881 und 1882 gaben der Colonisation Palästina's einen besonderen Impuls. Ein Strom von Auswanderern, geplünderter und wirtschaftlich ruinierter Familien, ergoss sich nach der westlichen russischen Grenze, und die Frage entstand : Wohin mit diesen Unglücklichen? Die Hilfscomites waren sofort mit dem Rath bei der Hand: nach Amerika! Und Millionen wurden für den Transport zahlreicher Familien verwendet, welche zum Theil, da sie auf dem neuen Continente sich keine Existenz begründen konnten, einige Jahre später mit Hilfe neuer Spenden über dem Ocean zurück befördert werden mussten. Aber aus der Mitte des Volkes selbst, aus dem Herzen derer, die in jenen schauervollen Jahreja nicht nur das vorübergehende gewaltige Leid, sondern den tausendjährigen historischen Jammer des jüdischen Volkes empfanden, drang mit elementarer Macht der laute Ruf: Nach Palästina nach dem eigenen Lande, wo das durch so viele Jahrhunderte überall gehetzte Israel endlich Ruhe und ein menschenwürdiges Da?eim finden würde. In hebräischen und in russischen Zeitschriften wurde dieser Gedanke mit flammenden Worten verkündet. Die prophetischem Verheissungen, die jedem Israeliten geläufig waren, erhielten plötzlick aetuelle Bedeutung und wurden mit Begeisterung als Lichtstrahlem einer neuen Zeit aufgefangen. Dr. L. Pinsker, ein geachteter Arzt in Odessa, machte durch eine Broschüre „Autoemancipation", die berechtigtes Aufsehen erregte, auch die gebildeten jüdischen Kreise mit dem Gedanken vertraut, dass Israel sich auf sein nationales Leben besinnen und nach einer eigenen Heimat streben müsse.

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