Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 164)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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- 162 — Herbst; Ich, wäre ganz zufrieden, wenn man bestimmen wollte, dass die Betreffenden nichst stimmberechtigt sein sollen. Dr. Landau: Ich möchte Ihre Geduld nicht lange in Anspruch nehmen. Es ist mir nämlich das Bedenken aufgestiegen, dass man den Vertrauensmann beliebig ändern und wechseln kann. Ich beantrage daher den Zusatz, dass der Vertrauensmann für die ganze Functionsdauer ernannt werden soll. Präsident: Ich bringe nun den Paragraphen zur Abstimmung. Der Paragraph wird angenommen. Präsident verliest den § 6. Derselbe wird ohne Debatte angenommen. Präsident verliest § 7. Dr. Schnirer: Meine Herren! Wenn Sie bedenken, wie vielfältig die Arbeiten des Actionscomites sind, so werden Sie einsehen, dass ein Generalsecretär keinen Sinn hat. Wir brauchen mehrere Secretäre. Einen Generalsecretär, der deutsch, französisch, englisch, russisch u. s. w. spricht, finden wir überhaupt nicht. Und wenn er diese Sprachen nicht alle sprechen kann, so ist er nicht imstande, das Material zu sichten und zu überwachen. Wir müssen deshalb eine Reihe von angestellten und besoldeten Kräften haben, die wir Secretäre nennen. Und einer vom Centralcomite wird unbesoldeter Schriftführer, welcher die Arbeiten der Secretäre überwacht. Dr. Farbstein: Dr. Schnirer fasst die Aufgabe sehr falsch auf. Er fasst sie mehr als Correspondenzbureau auf. Der Generalsecretär soll an der Spitze des Gesammtbureau stehen, das alle Arbeiten erledigt. Er nmss mit anderen Worten ein Vertrauensmann sein. Deshalb soll er Generalsecretär und nicht ein beliebiger Correspondent sein, sonst könnten wir irgend einen Schreiber nehmen. Es handelt sich um einen Vertrauensmann, der in diesem oder jenem Falle ein Mitglied des Aetionscomite ersetzen wird. Dr. Kornblüh: Nur einige wenige Worte. Ich bin Advocat und gehöre nicht zur Bourgeoispartei. Jeder Jude, der zur Religion hält, muss Socialdemokrat sein. Präsident: Ich mache Sie darauf aufmerksam. Wir haben uns nicht vereinigt, um diese Frage zu discutieren. Ich glaube, das Sichtigste ist, wir sind alle Parteien. Wir sind hier nicht als Parteiconferenz beisammen, wir lassen eine Beschlagnahme des Congresses durch irgend eine Partei nicht zu. Bromberg: Ich beantrage, dass aus der Mitte des Actionscomites der Generalsecretär vom Congress gewählt wird, und zwar ein besoldeter Secretär. Präsident: Hier liegt wieder eine Verquickung zweier Dinge vor. Wenn wir einen Generalsecretär w7ählen und zugleich seine Besoldung bestimmen, so stellen wir einen neuen Functionär auf mit noch unbestimmten Aufträgen und wir verleihen der betreffenden Person einen Ehrensold. Es scheint mir richtiger, die beiden Fragen zu trennen. Ueber Ehrensoldfragen verhandelt man nie in der Oeffentlichkeit. Gerade die Herren, von denen diese Debatte auszugehen scheint, wollen doch wohl die Person nicht heruntersetzen. Folglich scheint es mir richtig, diese Frage dem Comite zu überlassen. Wird dieses Comitö nicht zur Zufriedenkeit des Congresses seines Amtes walten, so wird man die Mittel haben, sich auszusprechen. Solche Dinge soll man nicht vorher besprechen. »