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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 113

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 113 (sequence 115)
Language
German, English, Hebrew
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I — 113 — % * Dr. S. Mandelkern (Leipzig): Ich möchte nur kurz etwas erwähnen. Schon gestern fiel mir auf, dass nichts geredet wurde von den grossen Thaten, die Edmund von Eothschild durch seine Colonisation geleistet hat. Ich glaube, nur durch die Erfolge desselben ist das Judenthum in der Gesammtheit das fortzusetzen ermuntert worden, was er als einzelne Person gethan hat. Ich glaube, es wäre schön gewesen, dass schon beim Beginne der Sitzung diese That erwähnt worden wäre und ich halte .nun dafür, dass es gut wäre, dass man auf ihn ein Hoch ausbringe. Präsident: Ich muss darauf aufmerksam machen, dass wir mit diesem Antrage eine wichtige Frage präjudicieren; wir bringen den Congress damtt in eine schiefe Situation. Wir haben zu wählen entweder zwischen dem Scheine der Undankbarkeit oder dem Aufgeben von Principien, welche von uns erst noch zu discutieren sind. Ich glaube daher, dass wir uns mit dem Anhören dieser Eede begnügen wollen und über diesen Antrag zur Tagesordnung übergehen. (Lebhafte Zustimmung.) Präsident; Ich möchte noch eine Kundgebung verlesen, welche sehr interessant ist. Es ist zwar in dem Briefe nicht ausdrücklich bemerkt, dass er zur Publikation bestimmt ist, doch da ihm der Vermerk der Vertraulichkeit nicht beigefügt ist, glaube ich nicht unrecht zu handeln, wrenn ich den Brief des Grand-rabbin Zadok Kahn verlese. (Verlesung des Briefes.) Dr. Jfordau: Geehrte Versammlung! Sie haben Sonnabend in Ihrer Vorversammlung einen Fünfer-Ausschluss bestellt, der einen zionistischen Programm-Entwurf ausarbeiten und Ihnen vorlegen sollte. Der Ausschuss nahm als selbstverständlich an, dass ihm ausser den gewählten fünf Mitgliedern die Herren Prof. Schapira und Dr. Bodenheim er als Verfasser bereits vorliegender Programm-Entwürfe ebenfalls angehören mussten. Der siebengliedrige Ausschuss hat drei sehr lange und mühselige Sitzungen gehalten. Das Ergebnis der vielstündigen Anstrengung ist der Entwurf, der Ihnen nunmehr mitgetheilt werden soll. Bei flüchtigem Lesen werden Sie kaum erkennen, welche Menge von Arbeit in diesen wenigen Zeilen einer gewollt kurzathmigen Prosa steckt. In dem Ausschuss sassen ausser Herrn Prof. Schapira, der zu dem Werke seinen mathematisch geschulten klaren Kopf und sein von echt jüdischem Idealismus erfülltes Herz mitbrachte, und mir, der ich keine andere Qualification aufzuweisen habe als meinen guten Willen, lediglich kluge und gelehrte Juristen, die jedes Wort der scharfsinnigsten, zersetzendsten Kritik unterzogen und keins durchgehen Hessen, das diese vernichtende Kritik nicht siegreich Cj % 7 O bestand. Und wir hatten schliesslich dennoch die Freude, dass die Arbeit, die aus diesem titanischen Pochhammerwerk hervorging, vom Ausschuss einstimmig angenommen wurde. Wer die Denkgewohnheiten der Herren Juristen kennt, von denen behauptet wird, dass jeder richtige Jurist über1 jede erdenkliche Frage mindestens zwei verschiedene Meinungen hat; wer da weiss, dass zwei Juristen, die über irgend einen Punkt der gleichen Meinung sind, in der weiten Welt erst noch gefunden werden sollen; wer ferner erwägt, dass in diesem Fall zu den beruflichen Denkgewohnheiten der Juristen noch die jüdischen Stammeseigenheiten traten — Sie wissen, dass man uns beschuldigt, das rechthaberischste, halsstarrigste, unnachgiebigste, an der eigenen Meinung am zähesten festhaltende, gegen die fremde Meinung unduldsamste Volk zu sein — der wird die ans Wunderbare grenzende Erstaunlichkeit dieser fabelhaften Thatsache der Einstimmigkeit zu würdigen wissen. Ich lege Ihnen nun dringend ans Herz: ahmen Sie das 8

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