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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 83

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 83 (sequence 85)
Language
German, English, Hebrew
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- 83 das jüdische Wirtschaftsleben als Grundlage des Zionismus wird Ihnen mein geehrter Correferent, Herr Dr. Farbstein, Vortrag halten, während mir die Aufgabe zugefallen ist, den Zionismus yom Standpunkte des jüdischen Nationallebens zu begründen. Allerdings wird sich wegen der inneren Einheit des Stoffes die Arbeitstheilung nicht immer streng durchführen lassen. Ich habe yon der Eigenthümlichkeit des jüdischen Nationallebens als einer Thatsache gesprochen. Ich muss nachtragen, dass sie eine oft weggeleugnete Thatsache ist. Die Leugner gehören allen nationalpolitischen Bekenntnissen an und sind in überwiegender Anzahl Juden. Es werden ihrer zwar von Tag zu Tag weniger, und auch der Umstand, dass sie zumeist nicht von der Absicht, die Wahrheit zu erforschen, sondern yon Tendenzen geleitet werden, vermindert das Gewicht ihrer Leugnung. Hie und da gibt es wohl auch ernst zu nehmende Männer unter ihnen. Aber dieselben sind aus einem Missverständnisse heraus zu erklären. Weil sie — theils mit Recht, theils mit Unrecht — in sich selbst die jüdische Nationalität nicht mehr entdecken, schliessen sie leicht begreiflicher aber ganz unberechtigter Weise, dass auch die jüdische Allgemeinheit ihrer baar sei. Könnten sie etwas mehr aus sich heraus, sie würden die jüdische Nationalität mit Händen greifen. Die Frage, ob irgend eine Nation ist oder nicht, ist m dem Augenblicke bejahend entschieden, wo auch nur ein Mensch die fragliche Nation — er mag sich zu ihr zählen oder nicht — anerkennt. Die jüdische Nation aber wird als solche nicht von Einem, sondern von Hunderttausenden anerkannt, darunter von fast allen Nichtjuden, und ich glaube, dass jeder Unbefangene, nicht von Abwehrtendenzen Beeinflusste gerade die Stimmen der Letzteren zumindest voll zählen wird. Zweifel wären höchstens darüber denkbar, ob der Gebrauch der Wörter Nation und Nationalität g: aJ^aoi zutrifft, ob bei ihrer 'w "*SSiu,t"5<«^^ ^t&jg* / Wahl die feinen Unterschiede berücksichtigt wurden, die die Wissenschaft zwischen Nation, Stamm und Volk macht und machen muss. Solchen Zweifeln wird am besten durch die Erklärung begegnet, dass es sieh dem Zionismus im Grunde ziemlich gleich bleibt, welche der genannten Bezeichnungen die wissenschaftlichste ist. Er behauptet seine Giltigkeit für alle diese Fälle. Ist er sich ja auch bewusst, dass die heutige jüdische Nationalität — um bei dem Ausdruck zu bleiben — keine aus dem Schematismus ist, dass sie vielmehr eine ganze Menge von Anomalien bietet. Und gesteht er doch noch obendrein zu, sein Leben eben diesen Unregelmässigkeiten zu verdanken. Die jüdische Nation von heute zerfällt in zwei culturell sehr ungleiche Theile, den kleineren in der abendländischen Civilisation lebenden und den grösseren uneuropäischen Theil, der wieder aus den Jargonjuden des europäischen Ostens und den eigentlichen orientalischen Juden besteht. Jeder der beiden Haupttheile weist nationale Anomalien auf. Die östlichen Juden — namentlich die den jüdischg*

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