Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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/ ■ — 8 — Ordnung und flüchten sieh in den Umsturz. Der Zionismus, die Selbsthilfe der Juden, eröffnet nun den Ausweg aus diesen sonderbaren Schwierigkeiten. Der Zionismus ist einfach der Friedensstifter. Es geht ihm dabei wie Friedensstiftern gewöhnlich i er muss sich am meisten herumschlagen. Nur wenn unter den mehr oder minder ehrlichen Argumenten gegen unsere Bewegung auch das vorkommt, dass man uns des Mangels des Patriotismus zeiht so richtet sich dieser verdächtige Einwurf von selbst Welchen bessern Dienst kann einer seinem Land leisten, als wenn er den innern Frieden der Bürger herstellen hilft. Von einem vollständigen Auszug der Juden kann wohl nirgends die Rede sein. Die sich assimilieren können oder wollen, bleiben zurück und werden resorbiert. Wenn nach einem gehörigen Abkommen mit den betheiligten politischen Factoren die Judenwanderung in aller Ordnung beginnt, so wird sie für jedes Land doch nur solange dauern, als dieses Juden abgeben will. Wie der Abfluss zum Stillstand kommen soll? Einfach durch das allmälige Abschwellen und endliche Aufhören des Antisemitismus. So verstehen, so erwarten wir die Lösung der Judenfrage. Das alles haben meine Freunde und ich gesagt Wir wollen uns die Mühe nicht verdriessen lassen, es immerund immer wieder zu sagen, bis man uns versteht. Bei dieser feierlichen' Gelegenheit, wo sich Juden aus so vielen Ländern zusammengefunden haben, auf einen Euf, auf den alten Ruf der Nation, heute sei unser Be« kenntüiss feierlich wiederholt; Muss uns nicht eine Ahnung grossen Geschehens überfliegen, wenn wir denken, dass in diesen Augenblicken die Hoffnungen und Erwartungen von vielen Hunderttausenden unseres Volkes auf unserer Versammlung ruhen? Nach fernen Ländern, ja über das Weltmeer wird in der nächsten Stunde die Nachricht von unseren Berathungen und Beschlüssen eilen. Därtim soll Aufklärung und Beruhigung von diesem Congress ausgehen. Ueberall soll man erfahren, was der Zionismus, den man für eine Art von chiiiastischem Schrecken ausgab, in Wirklichkeit ist: eine gesittete, gesetzliche, menschenfreundliche Bewegung nach dem alten Ziel der Sehnsucht unseres Volkes. Was die Einzelnen unter uns schrieben oder sagten, konnte und durfte man achtlos übergehen — nicht mehr das, was der Congress hervorbringt. Möge darum der Congress, der fortab der Herr seiner Debatten ist, als ein weiser Herr wirtschaften. Und endlich wird der Congress für seine eigene Dauer sorgen, damit wir nicht wieder auseinander laufen, spurlos und ohne Wirkung. In diesem Congress schaffen wir dem jüdischen Volk ein Organ, das es bisher nicht hatte, das es aber dringend, zum Leben dringend braucht. Unsere Sache ist zu gross für den Ehrgeiz und die Willkür einzelner Personen. Sie muss in's Unpersönliche hinaufgehoben werden, wenn sie gelingen solL Und unser Congress soll ewig leben, nicht ttur bis zur Erlösung aus der alteu Noth, sondern nachher erst /