Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 2 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 8)
- Language
- German
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— 46 — ab dem Kind die Nägel von Händ und Füß, mach einen Teig aus dem Mehl und mach daraus ein Ring und schmier das Kind durch den Ring einmal, drei Tag nach einander und den Ring gib ein Chasir (Schwein). — Oder: Kaufe einen neuen Topf beim Töpfer, ferner ein neues schwarzstieliges Messer, abgestandenes Wasser, koche dieses auf dem Feuer und wenn das Wasser zu kochen beginnt, bohre das Messer ins Wasser. In diesem Wasser die Windeln waschen, dann alles in den Topf geben, dieses zum Sieden bringen und wenn es siedet, das Messer in das Wasser und die Windeln bohren und sprechen: So wie ich dies durchbohre*, sollen alle COiSTl, alle mnm CHI? den F)t2CD oder die HBtSCD durchbohren, welche dieses Kind, geboren von geschädigt. 26. Einen Bräutigam vor Hexerei schützen1): Nimm etwas Silber, Salz, gib es in einer Nußschale2), hülle die Nußschale in Wachs und hänge diese dem Bräutigam um den Hals. Ist er bereits geschädigt3): Kaufe in der Apotheke ein Kraut, welches acaidgium[?] heißt, koche es im abgestandenem Wasser und wasche damit rtau j21 inny. — Oder: Kaufe einen Hecht, gib den Preis, den der Verkäufer fordert, ."PS "pfP pntP'H und wirf ihn in den Fluß, welchem er entnommen ist. 27. Gegen Dysmenorrhoe: Nimm eine Eierschale4), aus welcher ein Küchlein ausgekrochen, die aber noch nicht auf die Erde gefallen sein darf, sondern noch an dem Küchlein haften muß,, stoße diese fein wie Mehl, gib diese mit irgend einem Getränke (mit Silberlöffel nehmen). — Oder: Nimm einen Frosch5) aus dem Flusse, verbrenne ihn in einem neuen Topfe, den Staub in ein Leder geben und der Frau um den Hals binden. 28. Gegen Podagra: Nimm (6D"ü C"i einer Frau nach Erstgeborenen! C" nriNl m^n lilNl, lege es auf die schmerzhafte Stelle; rbm ntnjD Nim. 29. Gegen Knochen oder Fremdkörper in der Kehle: Ein Gerät mit kaltem Bachwasser nehmen, den linken Fuß ins Wasser stellen und ein anderer flüstere ihm ins Ohr J7?2 yb2 HPu in in7) "Fl "in nrij yt>2 DPu das hilft mit Gottes Beistand. Man lege auch *) Rubin 174 f. bei Grunwald § 76. Vgl. Chuppat Chasanim § 6; pnx rim jnn Berachoth 54b. 2) Nüsse als Symbole der Fruchtbarkeit, s. Eben Eser 63, § 2; vgh Grunwald § 111 Anmerk. 3) Nestelknüpfen, vgl. Grunwald § 76 a. 4) Bei Grunwald § 181, gegen Abortus in Birnensaft zu trinken. 5) Bei Grunwald § 210. 6) Ueber magische Kraft des Menstrualblutes vgl. Plinius hist. nat. VII, 13: nihil facile repriatur mulerium profluvio magus monstrificum, Josephus B. J. IV 8, 4 und Smith, Rel. d. Sem. 94, 118f. Absonderung aus dem genit. muliebr. gegen Augenschmerzen, Grunwald § 121. 7) Sabbat 67 a: nn: in in »an npip hyrvb rwoijnari imsa x»nö uvmnxy V?»n& na in in n*ru p2 jftn, bei Grunwald § 104 mit dem Zusätze mssjw, letzteres ist dem zweiten Falle (Sabbat 67 a) entnommen, nämlich wenn eine Fischgräte in der Kehle steckt: isnDD k nxjjjj N2ü a&h ayi&b (Grunwald § 104a). Die Wasserprozedur und der Nachsatz n?> it» findet sich an angeführter Talmudstelle nicht.