Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1899
- Issue
- 1 (1899)
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
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- Minsk 1× ep/1000754
- Pinsk 1× ep/1045440
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132 — ר׳ •כ ‘in der Lotje1) fol men nist gejn ganbhenen (stehlen)’ hot a ganebh (Dieb) fane chabherim (Gesellen) becvvue (testamen־ tarisch) gelost ün of iejre worüm-qaseth (Fragen) geenfert: e/ bin emu’l arangebro/en balaile (nachts) in gabn (Vorsteher) lau stibl. der gäbe 110t■ ganc rihig me/ gelost ciin feilster aranstajgn, hot me/ wi a giter jid berkhabe gewen (begrüsst), me/ gisaft secen ün ganc farwündert gilogt: ״borükh habe b a lb o "sieben (Grüss Gott, Herrchen!), ir habt aj / giplogt, icund wert ir blaben hajnt na/t man giter ojrech (Gast). 0/ hob foj gor mit ejm na/tmol gigesn ün cülect hot me/ der gäbe gihajsn lejgen liren (zu Bett bringen), e/ hob far chides (Erstaunen) de gance na/t nist ajn ojg ciin andern gibro/t far l'org. c/ bin gor mit'11 gab: 11 den andern tog in sül (Gottes- }!aus) arangigangn. hob in tan taleth (Gebetmantel) ün in laue tefilin (Gebetriemen) gidawent (gebetet) ün 11a/ saeharith (Morgengebet) hot er ober di lat cüi'amengirufn Ü11 gifogt: ״rabojsaj (meine Herren), e/ wil itli/en füll aj/ epes mekhabed fan (Ehrenamt übertragen), nimt dü den kanczik (Peitsche) ün git dü man liben ojrech (Gast) a fee . . . aran, af er fol l'e/ dermanen, in der lotje tur men nist ganbhenen gejn!“ ün a jeder fün di Lutwaken (Litauer) hut al'oj getün wi der gäbe gihajsn. e/ fec aj/ dorüm beewue, dal' ir nist lolt in der lotje ganblienen. S chweil 1burg־Eib e 11 scliitz, Wi e 11. V. Sprichwörter und Redensarten. Forts, von Mitt. III, S. 28. Aus Russland. (Pinsk, Nowogrudok, Zarskoje-Selo, Petersburg, Rohatscheff, Minsk, Wilno u.s.w.). Von Rabbiner S. Beilin, Rohatscheff (Gouv. Mohilew) gesammelt und mit Erklärungen versehen, aus denen im Folgenden ein Auszug geboten wird: 81. hasobhas abheide (die Auslieferung eines Fundes) if a miewe (religiöses Gebot), ganblienen (stehlen) if majn parnose (Geschäft). Ein Dieb bringt einem Kaufmann eine Summe Geldes, die dieser verhiren hat und weigert sich sogar, eine Belohnung anzunehmen. Bald darauf bestiehlt er denselben Kaufmann und wird ertappt. Als dieser sich über des Diebes Art erstaunt zeigt, erhält er den Bescheid: hasobhas 11. s. w. 82) nem di fus in hand un fog lefikhokh. In der Pessachhaggada heisst es an der Stelle lefikhokh u. s. w. .Nimm den Becher (ביס) in die Hand und sprich u. s. w.“ Einem alten ״Jeschuwnik“ (unter Bam'rn hibender lüde, als am ha-arec ,.Bauer“ ״Unwissender“ sprichwörtlich) hatte aber eine Fliege in seiner Haggada das Wort כוס durch ein malitiöses Pünktchen in פוס (Fuss) verhunzt. So nahm er denn an dieser Stelle den Fuss statt des Bechers in die Hand und sagte lefikhokh u. s. w. 83. er wil mi fol im obsiten wi a chazir (Schwein) mit körn. In Polen und Litauen sühnte man einst gewisse Vergehen auf folgende Weise: Man stellte ein gebrühtes Schwein auf die Hinterlusse und schüttete v!m oben herab so viel Koggen darauf, bis das ganze Schwein bedeckt war. Hierauf wurde der Koggen abgeschätzt und den Betrag hatte der Verurteilte dem Kläger zu zahlen. Da nun bei dm* Glätte des Schweines sehr viel Roggen 1J — Litte (Litauen).