Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1899
- Issue
- 1 (1899)
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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58 :-]) Am Sukkothfeste bethätigt .sich der Kunstsinn in der Aus- -chmiickung der Laubhütte, derer! Hanptzierde ein Kronleuchter aus einem Kürbis als Körper und Rüben als Lichthaltern bildet. Die ]Rätter des Lulaw dienen nach dem Fest(} zur Verfertigung* von Ringen. Laternen, Körbchen u. dgi. Die Hauptfreude bildet aber das Donnergetüse. mit dem am Hosehana. Rabba die Hoschanoth durch Abklopfen an den Synagogenbänken entblättert werden. Der Verwendung dei* entblätterten Weidenruten ist schon oben 11, 10 gedacht worden. 5) Am Simehas Thora• ziehen die Knaben mit Fähnchen aus kunstvoll ausgeschnittenem ])unten Papier einher, die an der Spitze ( inen roten Apfel tragen, in den ein Wachskerzchen gesteckt, ist. Den ganzen Tag hört, man das Knallen der Zündhütchen, die auf einen zu einem Haken gebogenen langen Draht. KdpsIMsa-r, gesteckt und durch Aufschlagen auf einen Stein entzündet werden, grössere Knaben geben Schüsse aus einem I*risipil.־ ISchlüsselbüchse) ab. einem grossen hohlen, mit Pulver gefüllten Schlüssel, dm* durch ein seitlich gebohrtes .Loch losgebrannt wird. 4) Das Dhannckafest bringt das Spiel mit dem Drei dl. einem aus Blei gegossenen holden Würfel, durch dessen ober(' und unter(‘ Fläche eine Spindel geht, so dass er wie ein Klausel gedreht werden kann. Die Seitenflächen tragen die Aufschriften: ,:ה ,גז־■'ל ירי לשכ“, deren Anfangsbuchstaben aber für das Spiel gedeutet werden: Xisf, (jrants. Halb. Siel an! Je nach der Fläche, die Vien zu liegen kommt, gewinnt also dm* Spieler nichts, alle, oder die Hälfte der Einsätze, oder er hat seinen Einsatz zu wiederholen. Ihn* den deutschen, böhmischen und ungarischen Juden heisst es Trenderl. Das mhd. treudel. obd. l)r<'Cl, Urädl. Sehmellor B. Wt. 1. öbO 1:1ml zahlreiche :mehr oder weniger iihnlirhe Benennungen bedeuten einen Kreise] Tiberhaupt. meist mir ans einem Knopf mit einem durchgestrekten Hölzchen bestehend. Dagegen entspricht das Tori, <*i 11 Drehwürfel, mit dem i 11 Thüringen chenfalls zu Weilmachten gespielt wird, und dessen Seiten die Buchstaben Ai 11 es). Kalbt U \= nichts) und Setzen) tragen, ganz dem JJreiäl, nur dass es ans Holz geschnitzt ist Mine Abbildung bei Böhme S. (>4Ö. Ebenso auf der Insel Sardinien. Archivio XIII. IS. o) Der Greijar. mit dem am Purim nicht bloss bei der Erwähmuig Hainaus gelärmt wird, ist eine Schnarre oder Ratsche, deren Hauptbestandteil eine an einem Ende befestigte dünne Holzzimg(1 ist, die sich um ein hölzernes Zahnrädchen drehend mit dem freien Finde ein knarrendes Geräusch hervorbringt. ])er (rregar ist bunt bemalt, die Achse, auf der das Rädchen sitzt, bildet zugleich eine Pfeife. Ruthenisch yereya, poln. yrzeyolka. Eine grosse;Schnarre dient von <trüudonnerstag bis Charsamstag als Ersatz der ..nach Rom gereistenKircheno0!־ckeu. kleinere Exemplare gebrauchen die Knaben am Charfreitag ״um Judas zu vertreiben־‘. Wisla VL 4*26 — 7 mit Abb. Kolb erg. Mazowsze I.