Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 46 (16.12.1927)
- Date
- 1927-12-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 288 JÜDISCHE PRESSE Nr. 46 Aufruf! ׳״Ihr sollt mir werden ein heilig Volk!“ sprach G-tt za Israel. Sich selbst zu heiligen ׳und diese Selbstheiligung als Beispiel zu setzen, das ist die!Aufgabe des jüdischen Volkes.!Es hat sic bisher nicht voll erfüllt•!Es ist noch weit entfernt von innigster :Hingegebenheit an G-tt, von sorgsamster Bedachtheit auf die!Mitmenschen, von keuscher Selbsteinfügung in die Schönheit der Welt, deren ׳Schönheit ja die Majestät G-ttes spiegelt. Ja, es ist sogar von Höhepun'kten, ׳die es schon früher erreicht hatte, wieder abgeglitten. Das Verhältnis zu G-tt ist reichlich kühl. Das Verhältnis von Mensch zu Mensch ist ׳mechanisiert oder!politisiert worden. Die Gestaltung des!Lebens dient nicht mehr G-tt, sondern fremdem Tand, oder sie ist aller Anmut und jeglioher Ordnung bar geworden. Soll dieser Verfall so weitergehen? Darf man dieser Zerstörung weiter ruhig ׳zusehen? Ist es nicht endlich Zeit, sich alldem entgegenzustemmen? Ist es nicht hohe Zeit, jenen Aufstieg, für den Israel auserwählt wurde, anzustreben? ׳Und wer hätte mehr Verpflichtung dazu, sich aufzuraffen und Israel aufzurufen, als diejenigen, die dem jüdischen Gesetze die Treue bewahren und zu dieser gewaltigen Bürgschaft!jüdischer )Dauerkraft stehen? Es gibt eine Tatsache, die zu!Hoffnungen in■ dieser ׳Richtung ׳bereohtigt. Das ist der Umstand, daß die Orthodoxie in den letzten Zeitläufen große organisatorische ׳Fortschritte gemacht und dadurch viel an Geltung, ׳Zuversicht und Tatentust gewonnen hat. :Das läßt hoffen, daß ■sie sich in ׳absehbarer!Zeit auch ihrer größten Aufgabe gewachsen zeigen werde. Von dieser Hoffnung ׳erfüllt, geht das Unterzeichnete vorbereitende!Komitee daran, im Sinne der Ideen Nathan!Birnbaums — die er i!n seinen Schriften, zuletzt in ״Im Dienste der Verheißung“, ausgesprochen ׳hat — den ״Orden der Aulsteigenden“ (״Aulim“) ins Leben zu rufen. Innerhalb der ״Agudas Jisroel“ stehend, soll er selbst ׳keine Partei oder parteimäßig gebautes Gebilde sein, das den Ehrgeiz hat oder haben ׳muß, Massen in Bewegung zu setzen. Nicht etwa an׳ eine Konkurrentin der Organisation der selbständigen Orthodoxie ist gedacht. Nein, gerade im Gegenteil, an einen Stoßtrupp von Pionieren, auf den sie sich wird verlassen• können. Der Orden •׳soll auf durchaus legitime Weise dafür werben, daß die ,yAgudas Jisroel“ an die Schaffung jener V o r a u s s e t ,z •u!n •g e u herantrete, die gegeben sein •müssen, damit das ganze Volk der ׳Läuterung teilhaftig werde iiind zugleich auch eine wesentliche Besserung seiner materiellen Verhältnisse!und seiner Stellung unter den Völ- P• /• sich an Ihrem Geld, die versündigen wenn s;e Petze einkaufen, ohne sich von unseren billigen Preisen zu überzeugen! Riesige Auswahl in allen Pelzgattungen Verkauf: en gros, en detail! Reparaturen werden schnell und billigst durchgeführt! Parisienne Pelzwarenhaus Brafislawa, Kristinengasse Nr. I Kolben-Palais Samstag gesperrt I kern erreichen könne. Das!heißt: Er •soll dafür werben, daß die ״Agüdas Jisroel" an der Verländlichung eines erheblichen Teiles des jüdischen Volkes arbeite und unter ihrer rabbinischen Führung ihre eigene Ausgestaltung zu einer das ganze thoratreue jüdische Volk umfassenden offizielten, straff und reich gegliederten Allgemeinde, zur wahren Knesses Jisroel. betreibe. Vor allem ׳aber wird der Orden darauf bedacht sein müssen, eine eigene V o r b i J d i i c b k e i t zu entwickeln. Und dies nicht nur auf dem׳ •Gebiete der Verländlichung (indem zunächst eine Stamm-!u:nd Schulsiedl <u n ׳g gegründet werden ׳soll, der später Sied-Lungsbeiihiifen und Siedlungen sowohl in Erez Jisroel als auch in anderen Ländern folgen sollen). Vielmehr wird er ׳in erster Linie Beispiel!zu geben ׳haben, daß äußerste Entschlossenheit und eiserne Selbstzucht, den;heute so ungünstigen Verhältnissen zu Trotz, einen Aufstieg ermöglichen. Er wird Zellen des Willens zur S e 1 ■bs t h e i 1 i g u n g in den j üdi sehen Vol k s׳kö r p e r einzubauen ׳haben. Besondere Vorschriften und Methoden sollen zur Anwendung!kommen. ׳In ihren! Gnmdzügen stehen sie schon fest, in Einzelheiten sind sie noch auszuarbeiten. Sie sollen . abseits aller Politik die Angehörigen des Ordens so erziehen, daß sie der modernen Erschütterung des G-ttesglaubes, der Ueberlieferungstreue, der Keuschheit und der Achtung vor der Autorität widerstehen können; ihre Gesetzestreue ■und ihre Beflissenheit im Studium des Gesetzes stärken ׳und sie zur innigsten Uingegebenheit an ,G-tt führen: sie in Hilfsbereitschaft, Güte und Schonung gegenüber den Mitmenschen ׳üben und ihren Sinn für einen ׳Kiddusch Haschern durch würdige und dabei (jüdische Gestaltung ihres äußeren Lebens wecken. Alle, die von der Sehnsucht erfüllt sind, daß Israel endlich zu seiner vollen Entfaltung ׳als Zeugnis- und B e i s p i e 1 v o 1 k komme, •und die Kraft in sich fühlen,!mit ihrer ganzen Persönlichkeit diesem Ziele zu dienen, ׳mögen ׳sich ׳melden. Hier muß ein ׳Name genannt werden, dessen Träger nicht ׳mehr unter den Lebenden weilt: Rabbi Abraham Elia Kaplan ׳gehörte dem Kreise an, der sich vor einigen Jahren um den Aulimgedanken zu sammeln begann und auch ׳in den Unterschriften dieses Aufrufes vertreten ist. Sein Name hätte gewißlich ׳unter diesem Aufruf gestanden und seine Mitarbeit das Werk gefördert. Gönner, die, ohne dem Orden als verpflichtete Mitglieder beitreten zu wollen, geneigt sind, seine Be- Strebungen nach dieser oder ׳jener 'Richtung zu unterstützen, sind willkommen. Auskünfte werden gerne erteilt. ׳Alle Zuschriften sind zu richten ׳an: Samuel 0 s t e r ■s e t ׳z e •r, D ׳u d s 1b u r g C ׳h a r 1 o 11 e .n- Straße 62. Für Polen, Rußland ׳und die sogenannten Rand- Staaten an: D r. Ben-Z׳io11׳ Feßler, Kolo me a (Polen), S o ib i e s k i e g o 8. Im K'islew 5688׳. Das vorbereitende Komitee des ״Ordens der Ansteigenden“ (״Aulim“): Dr. Salomo Birnbaum, Hamburg — ׳Dr. Leo Deutscliländer, Wien — Moses Elzas,!Kassel — Advokat Dr. Ben-Zion Feßler. Kolomea — Robb. Tobias Uorowitz, Rzeszow — Wolf S. Jacobson, Hamburg — Mordechaij Knoblewdtsch, Dortmund — ׳Henry van!Leeuwen —!Rabb. Dr. Elle!Munik, Ansbach — Leijb Orlean, Warschau — Samuel Ostersetzer, Duisburg — Rechtsa׳nw׳a!t ls׳ak ׳Rosenheim, Frankfurt-Main — Dr. Gerson Sahnerb, Frankfurt-Main — Alfred Stroh, Wien — David Ullmann, Kassel. ist es Sache der Leser, sich za iniormieren. Die Redaktion übernimmt keine Verantworte^ bezüglich des Kaschrns im Annoncenteile and Grete Hofbauer Armin Steiner Wien, II. Wien, II. Verlobte בחור יר״ש 29 Jahre, gegenwärtig als Kantor und ש1״ב angestellt, auch zu!jedem Geschäfte geeignet, möchte einheiraten in nur streng orth, Haus, Anträge unter ״Ben tauvim“ an die Bratislavaer Administration. Junger Mann Universitätsstudio, sucht Einheirat!in ׳achtbare konservative Familie, am liebsten Wien. Zuschriften unter ״Jüdjsahes Leben“ an die Bratislavaer Administration. MEHL שי פסח Unter Aufsioht der Zentralleitung des Verbandes der jugoslawischen orthodoxen!Gemeinden wird ein größeres!Quantum Mehl für Mazzes erzeugt. Gemeinden oder Miazzesbäcker, die darauf reflektieren. wollen ihre Anmeldungen ׳an Herrn Hermann Deutsch, Subotica!(Jugoslawien). Präses des Orth.!Gemeindebundes, richten. Konkurs. Die Schulkommission ׳der Sereder orthodoxen israelitischen Gemeinde eröffnet den Konkurs zur provisorischen Besetzung eines Lehrerposten•s an der israelitischen Volksschule für sofortigen Eintritt. Konkurrieren mögen dieplomierte Lehrer oder Lehramtskandidaten, die der literarischen slowakischen und deutschen Sprache vollkommen mächtig und außerdem zum Unterricht in der Religionslehre befähigt sind. Gehalt wird im Uebereinkommen festgesetzt werden. Gesuche sind ׳bis zum 28. Dezember 1927 an die Schulkommission der israelitischen Kultusgemeinde Sered nad Vahom — mit Zeugnissen belegt — einzureichen. Sered am 2. Dezember 1927. ■Die Schu1׳ k0mmissi0n. ^וווווווו11וווווווווווו!וווווווווווווו1וווווווווווווווו«1וווווווווו1«ו»וווווווווווווווווו1!;וווו»וווווווווווווווווווווווווו1ווווווווווווווש11י 1 Einzige orthodoxe Konditorei I i כשר משגיח 1 mit ständigem 1 תחת השגחת הרב הג׳ דבית הכנסת *תלמוד ת ו ר הי | § Sr. Ehrwfirden Herrn Rabbiner H. Schenk Ü 1 ISRAEL VORTREFFLICH I En-gt os-Abgabe 1 Wien, II., Obere Augartenstrasse 52, Tel. 44-814־ | ü En-detall-Abgabe Cafl und Konditorei: §jj ן Wien, II., Leopoldsgasse Nr. 22. 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Gebetstundön in der Zelt von 22 tu 29 1\׳s1hw;•b88 nvitag ilen 22. tv1si»*w : ivl n«׳oa 4 uh ש״ק פרשת וישב• m<»! g״n״«t׳et 7 u. 9,30 Uhr, 10.30 דרשה Mtenha 12 lö ״nd 3.b0 U r. 46* מש״ר Ufr. An Wochef,tagen Morgr-ngebet 6.40 Uhr, M׳ncba 4 Uhr. Jeden Schabbos-Vormittag um 1130 Urr hält Se. Ehrw Herr Oberrabb. im Beth- Hamidrasch der Ada» JiBroel ^y^־Vorirag, mit Ausnahmen von solchen Samstagen, an welchen eine Droseho stattßndet►