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Jüdische Presse · 1927-12-09 · 45 (9.12.1927) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
45 (9.12.1927)
Date
1927-12-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 282 JÜDISCHE PRESSE Nr. 45 liehen Kräfte ,in die Dienste der organisierten Orthodoxie. Einige Jahre in Frankfurt, London und Wien tätig, verlegte Braun von einem Jahrfünft sein Arbeitsgebiet nach Bratislava. Hier leistet Braun — als Lieblingsschüler Rabbiner Breuers זצ״ל mit Bedeutung und Wesen der selbständigen Orthodoxie innigst vertraut — durch Wort und Schrift, die er in seiner Jahrzehnte zurückreichctideti journalistischen Tätigkeit wunderbar meistert, ungemein Wertvolles für die Erstarkung der thoratreuen Judenschaft. Die fast im ganzen Lande bereits durchgeführte Organisation der Frauen und Mädchen in iAgudagruppen ist Brauns ureigenstes Werk. Die unbeirrbare Prinzipicntrcue und unbeugsame Charakterstärke des. Jubilars hat ihm aufrichtige Anerkennung auch bei seinen politischen Gegnern erworben. Seine zahlreichen Freunde wünschen ihm heute, da er in die Jahre rückschauender Reife — die für ,ihn jedoch nur zukunftsfreudiges Streben לטובת הכלל bedeuten — einzieht, ungetrübte Gesundheit עד מאה ועשרים שנה! Baden bei Wien. Am ש״ק ויצא .?ab es in Baden ein Doppeltest; schon früh morgens war die ganze Gemeinde in Festesstimmung, sollten doch an diesem Tage zwei Zöglinge des Waisenhauses בר מ צ 1 ה werden. Beim שחרית Gebet versammelten sich angesehene Gemcindemitglicder im Bethause des Waisenhauses, um die zwei Barmizwanten gleich nach ihrem Vorlesen in der l'hora 'beglückwünschen zu 1können. Die eigentliche Feier war erst nachmittags. ,Gleich nach נחה□ versammelte sich die ganze Gemeinde, an deren Spitze Herr Ober׳• rabbiner 0. Reich, Herr Rabbiner S. Friedmann und der Kultuspräsident Herr Alexander ißraun, im Sitzungssaale der Gemeinde Baden. Nach Empfang durch den!Direktor Philipp Friedmatm hielt der eine Zögling einen ticfdurchdachten halac'hischen Vortrag, der mehr als eine Viertelstunde dauerte, um dann eine schöne deutsche Ansprache, anlehnend an den Wochen,abschnitt, vorzutragen. Nach langanhaltendem Beifall trug auch der zweite Bar Mizwah eine viclverzweigte halachische Abhandlung aus dem Talmud vor und eine allgemein zu Herzen gehende Ansprache, gerichtet an die Leitung und Vorgesetzten des Waisenhauses, wie auch an alle Gönner •und Freunde dieser Anstatt.!Es war rührend anzu'hören, wie diese Jungen, die auch im Profanen mit den anderen Schritt halten und bereits die dritte Biirgerschulklasse besuchen, mit solcher Sicherheit und Verständnis ihrer Aufgabe gewachsen waren. Dann sprachen Herr Oberrabbiner W. Reich, Herr Rabbiner S. Friedmann und Herr Direktor Philipp Friedmann. Herr Ludwig Lackenbacher berichtete, das Komitee, das sich gebildet, um die zwei Bar Mizwoh vollkommen auszustatten, an dessen Spitze die Herrn Bernhard Affenkraut, Moritz Letzter, Max Löbl und Albert Schneider in Teosdorf standen, hat außer der Bekleidung der Kinder einen größeren!Betrag in die Sparkasse erlegt, als Widmutig, wenn diese zwei Jungen die Anstalt verlassen. Herr Heinrich Fleischmann, ein würdiges Mitglied des Waisenhauses, ׳beschenkte die Kinder mit zwei ׳silbernen Uhren. Mit einem lustigen לרו׳“ ברוך angestimmt!von den Waisenkindern, endete spät abends die schöne echt jiidische Feier. Die!Leitung des Waisenhauses dankt im Namen der Zöglinge für alle Glückwünsche, Aufmerksamkeiten und Geschenke. Hesped nach Rabbi Jerucheni Fischl Arak זצ״ל, Dienstag abends fand in dein großen Vortragssaalc der Wiener Jugendgruppe der Agudas Jisroel eine imposante Trauerfeier nach Rabbi Jeruchcm Fischl Arak זצ״ל statt. Ra'bbi Gcrschon!Hager (Schomre Hadas), Rabbi H. Schmer- Ies (Kiwjath Clieitt) und Rabbi!Moses Blech (B’nei Brith) gäben in ergreifenden Worten ihrem Schmerze über das Hinscheiden dieses großen Gaon Ausdruck und ermahnten die Anwesenden, sich der Familie des Verblichenen in geziemender Weise anzunchmen. Rabbiner Dr. Emanuel Carlcbach. זצ״ל Sonntag, den 10. Kislew entschlief, kaum 60 Jahre alt,!Rabbiner Dr. Carlcbach in Köln. Der Verblichene war• eine markante Persönlichkeit der deutschen Orthodoxie. Sein erster Wirkungskreis war in Memel. Hernach kam er als Rabbiner an die orthodoxe Gemeinde in Köln, wo er als gefeierter Kanzelredncr und als Direktor des orthodoxen Lehrerseminars Hervorragendes leistete. Seine gewinnenden Charaktereigenschaften machten ihn bei jedermann beliebt, so daß auch seine Gegner ihm die Achtung nicht versagen konnten. Rabbiner Dr. Carlcbach war während des Krieges längere Zeit in Polen, wo er gemeinsam mit Rabbiner Dr. P. Kohn sowohl auf charitativem Gebiete, wie auch auf dein Gebiete der Schaffung •der. Organisationsgrundlagen der Orthodoxie!Bleibendes geleistet hat. Seine Bestattung fand Dienstag unter imposanter Beteiligung statt. Frau Helene Leitner ע״ה. Dienstag, den 12. Kislew entschlief •nach langem schwerem (Leiden Frau Helene Leitner, Gattin des ln Wiener orth. Kreisen bekannten K. in K.!Für zuverlässige‘ Berichte sind wir dankbar und solche werden selbstverständlich unentgeltlich aufgenommen. ׳Inserate hingegen müssen tarifmäßig bezahlt werden. maEgagranamiiaMiiwMMuiwiMBiMMiiiMansnB^i^ Herrn Adolf Leitner. Im Trauerhause würdigte Rabbiner CJle1^ 111 ergreifenden Worten die menschlichen und jüdischen Tugenden der Frau, die es verstanden hat, ihre n erziehe״ ahlnS 0M י™ Ge!Stc ״nserer heiligen Tradition zu erziehen. Im Namen der Verwandten sprach Herr Honigs beer schmerzliche Worte des Abschiedes. Die Bestattung fand Donnerstag ׳vormittags unter großer Beteiligung am Zentralfricdhofe statt. Frau Leni Preßburger Aus Galanta berichtet man uns: Am ש' ם׳ הלדות dc^Ho״ ״״M ‘ H-CPrFS1' Ulli.p'\'׳ßburser, die Gattin des Herrn M. H. Preßburger, 1m!Alter von 74 Jahren und wurde am nächsten Tage unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Sie war eine echt ,jüdische!Frau 'alten Schlages ausgezeichnet mit allen Vorzügen des Geistes und des Gemütes, die leider immer seltener werden Gutes r"’ »s״.w״,'t1 ,ih.re lK™fte reichten, helfen, wo sich ihr nur die Möglichkeit bot, und G-ttcs Willen zu erfüllen das war der Inhalt ihres Lebens. Mutter und Gattin’ von grenzenloser Hingabe, war cs ihre einzige Freude, ihre Kinder zu würdigen Juden und tüchtigen Menschen heranwachsen zu sehen. Wie sehr sic •in allgemeiner Achtung stand, bewies die große Anteilnahme bei der ן ו׳? aus Galanta und anderen Gemeinden. Se. Ehrw. Herr Oberrapbiner •Seidl würdigte ihr g-ttgefälliges Leben und ihre Verdienste in einem warmen Nachruf. Hierauf sprach ihr Sohn Herr Max Preßburger Worte der Dankbarkcit und det ■kindlichen Liebe. Ihr Andenken sei gesegnet! Briefkasten. W. O., Tapolcany. Wir danken für Ihr Anerbieten, Doch konnten wir Ihre Schrift nicht entziffern und den Sinn des Artikels nicht genau verstehen. p* s•» Munkacs. Es •kennzeichnet die zionistische 1 resse, daß nicht eine der in zionistischen Diensten stehenden Zeitungen über den Prozeß und die Verurteilung des Munkacscr zionistischen Bürgermeisters Dr. Spiegel berientet hat, während sie über die anderen Gerichtsvcrhand- Iungcn ähnlichen Inhaltes, in denen es zu einer Gerichtsentschcidung noch nicht kam, spaltenlange ׳sensationell ausgestattete Artikel brachten. Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung bezüglich des Kaschrns im Annoncenteile und ist es Saclie der Leser, sieb zu inlormieren. Verlobte Wien, 10. Kislew 5683 Gratulation Samstag nachmittags ab 2 Uhr II., Herminen־ gasse 10/12, II. Stock Agudas Jlsroel-Jugendgruppe, (dien il. gratuliert herzlichst ihrem verdienstvollen Vorstandsmitgliede Nechemja Dickmann zu seiner Verlobung mit Fräulein Gusfti Sass. Intelligentes, ernstes Israel. Mädchen äußerst vertrauenswürdig, sucht eine Stelle bei kleinerer Familie als Kinderfräulein oder auch Beschäftigung jeder Art. Geht auch halbtägig ׳sowie auswärts. Gef'l. Zu- :Schriften unter ״Pflichttreu“ an ■dilc Wiener Administration dieses Blattes. wird gesucht für Mädchen בת ח״ח aus achtbarer Familie. 100,000 tschechische Kronen Mitgift. Anfragen sind zu adressieren unter ״Religiös“ an die Bratislavacr Administration dieses Blattes. Eine gut eingeführte orth. כשר Konditorei mit Inventar auf frequentem Platz in Bratislava ׳ist unter günstigen Bedingungen ׳zu übergeben. Zuschriften unter Chiffre ״Zentrum“ an die Bratislavaer Administration. 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Freitag den io. tvislew: Almena 4t Uhr ש״ק פ׳ וישלח• Morgengebet 7 und 9 Uhr 30 Min., Micnha 12 Ut>r 15 Min. und 3 Uhr 30 Min., מש* ק Uhr 45 Min. An Wochentagen Morgengebet 6 Uhr 35 Min., Mincha 4 Uhr. * 7

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