Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 11 (18.3.1927)
- Date
- 1927-03-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Zeitungen vom Verleger verendet. Journal exp€d!e par Fediteur. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS.! Redaktion a. Administration: Wien, II.,Leopoldsga83e 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Brscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, ihr Nachrichten Montag. Abonnementspreise! Ganzjährig: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: PostsparkaesenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386 : für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 48.317; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 ■0 Ir. Hi ביה רנה״פדעססםדג י״דאדרב׳ תרמ״ז. £887 18• März 13■ J&hr§jj! itir die Dame Wien, VII,, Kaisersiralje 111-113-115 Telephone 32-4-62, 34-4-29 mmmmm Mitteistandssanatorium .Wien, IX.V'Lazarettgasso Hr. 20 Telephon. 25-0-83 J Klinisch-Diagnostisches Hellinstitut ' ־־ Kuren täglich von 8 bis G Uhr , Auf Wunsch streng rituelle Kost zugestellt SPEZIALKUREN gegen Ischias, Rheumatismus u. Neuralglen. italienische Ischiaskuren. Malariafieberkuren. VerjUngungskuren (Diathermie). Entfettungskuren Kaltwasserkuren, Fangoschlammpackungen, Koblensüure-Transcutanbüder, Heißluft, Höhensonne. Elektrische Kuren, Diathermie, Mas3age, Hellgymnastlk, Röntgeninstitut. Chemisches Laboratorium &)1וווווווו1)1וו!וו1ווווווווווווווו1וו11וו11ו1וו1)1ווח1וווו1וו1)וו11ווו1!ב! Soeben neu erschienen! I הגרה של פסח Di© Pessach Haggadah übersetzt und erklärt ״ von Dr. Philipp Sohlesinger und Josef Güns. 5■ Großes Format, Riesenlettern! 2 Uebersichtliche Anordnung, Zweifarhen-Druok! 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In dieser unter dem Mantel der Tierschutzfrcundlichkeit auftretenden, in Wirklichkeit aber antisemitischen ,Bewegung marschiert Bayern, ein Nachbarland Oesterreichs, an der Spitze. Die Gefahr eines Schächtverbotes ist in ■Bayern derart akut, daß die bayrische R a b b i n e r k 0 11 f e r e n z für Donnerstag, den . 3. ׳März, einen allgemeinen ׳Fast- und B 11 ß- 'tag angeordnet hatte. Einige Sätze aus diesem Be- ׳Schluß der Rabbinerkonferenz beleuchten :die tieftraurige Situation ■unserer Glaubensbrüder in ׳Bayern: .,Die Gefahr ■des S c h ä c 111 v e r b 0 t e s“, heißt es darin, schwebt droh e 11 d über unseren b a y r i s c 11 e n Gemeinde n. Wir hoffen zu Gott, daß er diese Gefahr von uns abwendet, •und beschreiten im Aufblick zu ihm den Weg von religiöser Einkehr, Gebet und Wohltätigkeit, um uns seiner Hilfe würdig zu erweisen.“ Die Gefahr des Schächtverbotes schwebt über den bayrischen ■Gemeinden seitdem Sommer vorigen Jahres. Auf Betreiben der N a t i 011־ a 1 s o z i alisten (Rassenantisemiteil), die von den Eingaben mehrerer T i e r s c h u t z v e r e i n ■e unterstützt wurden, mußte ■der bayrische •Landtag;sich während des verflossenen Jahres wiederholt mit der Schächtfrage befassen. Obwohl die Verwaltungsstellen, die Vertreter des Innenministeriums und des Kultusministeriums, teilweise aus verfasst! ngsrechb liehen, teilweise aus Gründen der Gewissensf r e i h e i t, ein ׳S c h ä c 111׳ v e r b 0 t ■f ü r u n a ngebracht •halten,!konnten die Völkischen mit ■den Stimmen d e r S 0 z i a 1 d em ok r at e n und Deutschdemokraten eine M e 11 r h e i t für' den s c ׳h ä c 111׳. g eg nerischen Antrag des n a t i 0 n a 1 s 0 z i al i s t i s che n ׳Berichte r s t a 11 e r s erreichen. Gegen den Antrag stimmten •ein Teil •der Bayrischen Volkspartei, die Kommunisten und die •Freie Vereinigung. Trotz der Verfassung des Deutschen Reiches, die in ihrem Art. 135 bestimmt: ״Alle Bewohner des Reiches genießen volle Glaubens- und Gewissensfreiheit. Die ungestörte _ Religionsaus- Übung wird durch die Verfassung gew ä h r 1 e! s t e t und st eh t unter Staatlichem Schutz“; trotz der Verfassungsurkunde des F r e i s t a a t e s Bayern, die in ihrem § 17, Abs. 1 verkündet: ״Jedermann ist volle Glaubens- und Ge wissen sfr eiheit g e w ä h r 1 e i s t e t“; trotz der bayrischen MinisterialVerordnung vom 29. Juni 1863, deren Be״ Stimmungen noch heilte in Kraft sind und d i e j e d e r israelitischen K u 11 u s g e m e i n d e in Bay״ ein zur P f 1 i e h t m a c h e 11,' für d ie B e s c h a ffung von rituaIinäßig geschachtetem Fleisch zu sorgen, müssen die bayrischen Juden in tiefster Besorgnis täglich mit dem Schächt verbot rechnen, beziehungsweise mit der Durchführung des Beschl«ss&s vom 8. J11 ni 1926, betreffend Betäubungszwang für das Schlachtvieh, der einem Schächtverbot gleichkommt. Am 4. Februar 1927 hat der Verfassungsausscluiß des bayrischen Landtages einen 11c 11 e r- 1 i c 11 e 11 Antrftg angenommen, in welchem die Staatsregierung ersucht wird, in Ausführung des Landtagsbeschlusses vom 8. Juni 1926 den dort geforderten Gesetzentwurf vorzulegen, sobald die zurzeit im Gange befindlichen Versuche über einen den rituellen Vorschriften entsprechenden Betäubungszwang zum Abschlüsse, gekommen s i 11 d. D a b i s 11 e r e i n e B e t ä 1! b 11 ngsmet 110 d e, die den rituellen Vorschriften entsprechen,, das heißt, ■die vorgeschriebene restlose Ausbildung des geschlachteten Tieres nicht behindern würde, nicht gefunden ist, hat zunächst die bayrisehe Juden heit leider mit einer Unmöglieh 111 achung des rituellen Schächten s zu rechnen. Zunächst die bayrische Judenheit. In Wirklichkeit aber muß’• man sich vor Augen, halten, daß die Rassenantisemiteri mit!Hilfe der antisemitisch verseuchten Tierschutzvereine (von einer Tierquälerei kann beim rituellen Schächten wirklieh / nicht die ׳Rede sein) in fast allen S t a a, t e 11 Europas eine sehr eifrige Propaganda gegen das rituelle ,Schächten e 111 f a 1teil. Die glaubenstreue Judenheit hat׳ daher die . zwingende , Pflicht, nach Abwehrmaßnahmen• Umschau ,zu ׳halten. Es gibt in Berlin ■unter der Leitung von Rabbiner Dr. Esra Munk ein iSchächtschutzbureäjUjt das alle ■Hebel in Bewegung setzt; um diese Gefallr;,1z1׳mäcl1s^t •Von!>clen deutschen Juden,, aber -gleichzeitig. auch von der ganzen europäischen Judenheit abzuwenden. Im Rahmen dieser Abwehrarbeit haben die einzelnen Landesorganisationen der Agudas Jisroel die Weisung erhalten, überall ihren Einfluß für die schächtschützlerischen 1Gegenmaßnahmen geltend zu machen. Das Hauptaugenmerk ist hierbei auf (Intervention bei den Regierungen jener Staaten zu richten, wo zu befürchten ist, daß die Rassenantisemiten die!Bevölkerung mit ihrem Terror gegen das rituelle Schächten haranguieren könnten. In Anbetracht der tiefeinschneidenclen Wichtigkeit dieser Frage ist es nur allzu־ selbstverständlich, daß auch die Zentrale der Agudas Jisroel in Wien einen diesbezüglichen Schritt bei der österreichischen Regierung unternommen hat. In Oesterreich fällt noch i 11 s Gewi c h t, d a ß d a s ne 1! e Strafgesetzbuch, welches das erste für Deutschland und Oesterreich g emeinsame Gesetz d ärsteilen soll, einen T •i erse h u •t z p a r a g r a ׳p h e n ■e n t ■h ä 11, der nach dem Gutachten vieler Rechtsgelehrten von der schächtgegnerischen Propaganda sehr leicht für ihre Zwecke aüsgewertet werden könnte. Bundeskanzler Dr. Seipel, der dem Ansuchen der Aguda-Leitung um eine Vorsprache in dieser Angelegenheit zugestimmt hat, ließ sich über die Angelegenheit ■genauest informieren und machte dei* Abordnung gegenüber kein Hehl aus seiner n der ganzen Welt' י" ' lOTMüMM 9 wo man pe r ä ck en «nd transformatiöneh trotz der gediegensten Qualität und sorgfältigsten Ausführung zu gegenüber 6, Tel. 5J-3-62 dein Hotel Bristol •' i