Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1927-1928
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3504366-3504441-3504442--866-3525100- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
8 Aufnahmeprüfungen. VII, Aus Öem Schulleben. (Dieser Abschnitt ist vornehmlich für öas Elternhaus bestimmt, öamit es einen Einblick in öas Innenleben ber Schule gewinne.) Am 5. April v. ]s. begannen wir Öas neue Schuljahr mit einer Feier zum Ge~ dächtnisse des 100. Todestages von Beethoven. Herr Oberlehrer Germer schilderte in einem längeren Vortrage öas Leben und öas Werk öes großen deutschen Tonmeisters und gab Proben auf öem Klavier. Hierauf führte der Direktor Herrn Stuöienassessor Veränöerun- M e e s e ein, öer 2ur Vertretung des beurlaubten Hrn. Studienrat Dr. Kraatz berufen gen im Lehrwurde. Eine weitere Veränöerung im Lehrkörper erfolgte im Herbst v. Js. durch körper. den Eintritt öes Herrn Stuöienrat Spangenberg anstelle des Herrn Studienrat Gi es ecke, öer seinen früher geäußerten Wünschen entsprechenö nach Braunschweis und zwar an öie Raabeschule versetzt wurde. Studienrat Giesecke hat in Ujähriger treuer Arbeit unserer Anstalt gedient und insbesondere in erzieherischer Hinsicht auf öie Schüler segensreich gewirkt, die ihm auch nach ihrem Abgang ihre dankbare Anhänglichkeit bewiesen. Gerne werden wir mit dem Kollegen die freundschaftlichen Beziehungen weiter pflegen, — Infolge Erkrankung des Herrn Studienrat Spangenberg mußte dieser in seinem Dienst entlastet werden. Er wurde im Religionsunterricht Öer oberen Klassen im Dezember von öen Herren Pasforen Teichmann und Schwerötfeger und im 4. Vierteljahr von letzterem allein vertreten. Für den Hilfslehrer Herrn G i 11 m e i s t e r trat zu Beginn des Sommerhalbjahres der Junglehrer Herr Barheine ein, öer zugleich öen Erzieheröienst im Schülerheim übernahm. Zum Schluß ö. ]s. verläßt uns Herr Stuöienref. Kratzenstein; an seiner Stelle ist uns Herr Stuöienassessor Jung überwiesen worden. Wie im Vorjahre wurden am 1. Schultage und teilweise auch an den folgenden Tagen öie Aufnahmeprüfungen abgehalten. Nicht alle Knaben und Mädchen konnten in öie Klasse, für welche sie sich gemeldet hatten, aufgenommen werden. Insgesamt traten im Laufe des Schuljahres 57 Schüler (darunter 16 Mädchen) ein. Einer Aufnahmeprüfung müssen sich solche Schüler unterziehen, die nicht von einer gleichwertigen, öffentlichen höheren Schule kommen, also auch die Miltelschüler(innen). Ohne ein Werturteil über öie Leistungen der Mittelschulen zu fällen, muß festgehalten werden, daß deren Lehrpläne von denen der Real- und Oberrealschulen erheblich abweichen. Nach unseren bisherigen Erfahrungen fällt es auch begabten Mittelschüler(innen> — und nur solche sollten sich zur Aufnahme melden — schwer, mit ihren Klassenkameraden Schritt zu halten, wenn sie eine Stufe höher als die von ihnen zu Ostern verlassene Mittelschulklasse gesetzt werden. Zum mindesten bedürfen sie je nach Öer Klassenstufe einer kürzeren oder längeren privaten Vorbereitung in Mathematik und Fremdsprachen vor öem Uebergang aus den entsprechenden Klassen der Mittelschule in öie Klassen IV bis Uli Öer Oberrealschule- Eine Aufnahme in öie Obersekunöa ist überhaupt nur möglich auf Grunö öer sogenannten »Schlußprüfung« an einer von Öem Lanöesschulamt für öas höh. Schulwesen zu bezeichnenden Real- oder Oberrealschule. Ob demnächst andere Aufnahmebedingungen für Mittelschüler — wie dies angeregt wird — höheren Orts bestimmt werden, bleibt dahingestellt. Bei öer am 6. März d. ]s. stattgefunöenen Aufnahmeprüfung für die Sexta bestanden von 30 Kinöern 24, darunter 7 Mädchen. In öiesem Zusammenhange sei ein Wort über die neuen »Lehrpläne für Öie höheren Schulen* gestattet, die am 3. Dez. 1927 vom Lanöesschulamt für öas höhere Schulwesen herausgegeben woröen sinö und mit Beginn öes Schuljahres 1928/29 in Kraft treten. Sie bilöen öen festen Rahmen, innerhalb dessen öie für jede Schule auszuarbeitenden Anstaltspläne je nach den örtlichen und persönlichen Verhältnissen so frei Die neuen gestaltet werden sollen, daß »eine Anpassung an die Eigenart Öer einzelnen Lehrer - Lehrpläne. Persönlichkeiten unö an öie nidit immer gleichmäßigen Schülerjahrgänge möglich ist«. Sie setzen also eine Gebundenheit in einer Hinsicht, nämlich betreffs des hauptsächlichen Zieles der höheren Schule voraus, gewähren aber auch andererseits öem Lehrer eine gewisse Freiheit in öer Auswahl öes Bildungsstoffes und in dem Lehrverfahren seines Unterrichtsgebietes. Der Grundzug der neuen braunschweigischen Lehrpläne, Öer sich auch in den »preußischen Lehrplänen« wiederfindet, ist das Streben nach der Vermittlung -