Mannheim
Compact Memory

Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz · 1913-01-01 · Heft 1 · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
Volume
1913-1914
Issue
Heft 1
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3504366-3504435-3504436--769-3525029
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

16 wird Sache der Herren sein, welche nach mir das Wort nehmen werden. Ich möchte nur noch auf einen Punkt hinweisen, der mir persönlich bei Ihnen ganz besonders sympathisch gewesen ist. Sie sind niemals ein Bücherwurm — wie man das zu nennen pflegt — gewesen, sondern Sie haben stets einen offenen Sinn für das Leben und für die Schönheiten der Natur bewiesen. Diese Liebe zur Natur in Verbindung mit der Liebe zur Heimat hat Sie auch zu einem begeisterten Freunde unseres schönen Harzes gemacht — dergestalt, dass man Sie ja auch in die Leitung und Verwaltung des Harzklubs berufen hat. Alles dieses hat Sie dann wieder dazu geführt, auch bei unseren Knaben die Liebe zur Natur im allgemeinen und zum Harz und zu Karzwaadenmgen zu fördern, an denen ich in früheren Jahren, wenn es mir möglich war, so gerne teilgenommen habe. Dadurch haben Sie sich aber noch ganz besondere Verdienste um den gesunden Sinn der Knaben für die Natur und ihre körperliche Gesundheit erworben. Ich möchte Ihnen daher auch in dieser Hinsicht noch unsere ganz besondere Anerkennung und Dankbarkeit aussprechen. Wir verbinden hiermit von ganzem Herzen den Wunsch und die Hoffnung, dass es Ihnen vergönnt sein möge, noch manches Jahr zum Heil und zum Segen der Ihnen heute freudig zujubelnden Knaben sowie der ganzen Anstalt tätig zu sein. Als sichtbares Zeichen unserer dankbaren Gefühle und?.um dauernden Gedächtnis an den heutigen Tag gestattet sich das Kuratorium, Ihnen durch mich ein silbernes Kaffeeservice zu. überreichen. Möge diese Gabe Ihnen allezeit ein Beweis dafür sein, wie wir Sie als einen unserer verständnisvollsten, pflichtgetreuesten und unermüdlichsten Mitarbeiter zum Heil und zum Gedeihen der Jacobsonschule für immer schätzen und verehren werden!{l Hierauf ergriff der Unterzeichnete das Wort und beglückwünschte den Jubilar im Namen der Schulgemeinde, Er entwarf ein Büd seines Lebensganges und seiner Persönlichkeit als Mensch und Lehrer. Er wies darauf hin, dass Professor Schäfer iu seinem Wesen und Tun die glückliche Paarung eines gesunden und zielbewußten Realismus mit einem schwungvollen Idealismus zeige. Diese Veranlagung wurde durch die Realschulbildung, welche Prof. Schäfer als Knabe erfahren hat und die nicht nur zu einer realistischen, sondern auch idealistischen Lebensanschauung erzieht, gestützt. Erziehung und innere Geistesanlage haben ihm den Weg für sein Leben und Wirken gewiesen. Nach dem er zu Michaelis 186G sein Reifezeugnis auf dem Realgymnasium zu Görlitz erlangt hatte, widmete er sich naturwissenschaftlichen Studien auf den Universitäten Leipzig und Greifswald. Dann zog er als Frei williger im Jahre 1870 in den Krieg, bestand nach seiner Rückkehr das Doktor- und Staatsexamen und trat am 1. Dezember 1873 in das Kollegium der Jacobsonschule ein. Er hat 12 Jahre mit Direktor Arnheim, 22 Jahre mit Direktor Philippson und nunmehr seit 61/* Jahren mit dem gegenwärtigen Leiter der Anstalt zum Wohle der Jugend zusammen gearbeitet. Durch gründliche wissenschaftliche Kenntnisse, die er durch vielfache eigene Forschung, namentlich auf dem Gebiete der Botanik, oder durch eifriges Studium der Fachliteratur weiter vertiefte, und durch die glückliche Gabe des rednerischen Vortrages hat er die Schüler für die von ihm gepflegten Lelirgegenstände zu gewinnen verstanden. Ein Freund der didaktischen Kleinarbeit ist freilich Prof. Schäfer nicht. Dafür weiss er aber die Schüler zu fesseln und zu begeistern, wodurch er insbesondere den Geschichtsunterricht, den er seit Jahren neben demjenigen in den Naturwissenschaften auf den oberen Klassen erteilte, zu einem in seinem Endziele wahrhaft fruchtbaren zu gestalten vermochte.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.