Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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21 Das S c h u 1 f e s t fand am 29, Anglist in Verbindung mit der Entlassung der Herbstprüflinge in üblicher Weise statt. Um 10 Uhr war die akademische Feier in der Turnhalle, bei ■welcher, der Unterzeichnete über »gute undsc Ii lochte Bücher« sprach und den Schülern eine Reihe billiger und guter Schriftwerke empfahl.*) Am Nachmittag waren auf dem Spielplatz Turnen und Sportspiele und um 7 Uhr eine Theateraufführung auf der Bühne unserer Turnhalle, wo Paul Heyses »Kolberg« von den grösseren Schülern zum Teil mit vielem Geschick gespielt wurde. Die Einübung des Theaterstückes erfolgte durch Herrn Greulich. Am Abend vereinigten sich die Schüler mit ihren Angehörigen und Lehrern zi einem gemütlichen Beisammensein im »Wilheimsbade«. Von sonstigen Veranstaltungen zur Belebung der untern entliehen oder erziehlichen Seite der Schularbeit sind hervorzuheben: Der Vortrag des Herrn Hofschauspieler Calm aus Dessau am 15. Mai und derjenige des Herrn Schauspieler Neubörger, eines ehemaligen Jaeobsonschülers, am 17- September. Sie lasen den Schülern kleine Erzählungen vor oder brachten Dichtungen in gebundener Rede * zu Gehör. — Am 21. Juni zeigte ein Glasbläser seine Handfertigkeit — km 14. Februar folgten die evangelischen Schüler der freundlichen Einladung dos Herrn Superintendenten Lutterloh zu einem Familien abend, der von der hiesigen Ortsgruppe des Gustav-Adolf-Vereins im »Wilhelmsbade« veranstaltet wurde und an welchem ein bayrischer Pfarrer einen lehrreichen Lichtbild Vortrag hielt. Dem Herrn Superintendenten sei hiermit der Dank der Schule für die Anregungen, die er bei diesem und anderen Anlässen unseren evangelischen Schülern zuteil werden Hess, ausgesprochen. Unsere Schülervereine betätigten sich vielfach recht eifrig. Der »Sportverein« hat wiederholteFussbaU-Wettkämpfe mit den Schülern des Progymuasiums zu Gandersheim und des Gymnasiums zu Guslar, sei es hier, sei es an den genannten Orten, ausgefochton. Die »Schülerk ape 11 c« feierte ihr 40. Stiftungsfest durch einen Umzug und durch ein gemütliches Beisammensein mit ihrem Obmann, Herrn Oberlehrer Harke, und den Vorständen der anderen Vereine. Unverkennbar ist die Selbstzucht die die Schüler in diesen Vereinen (allerdings unter dem wachsamen Auge der Lehrer) üben, ein wertvoller Faktor im Gesamterziehungsplane der Schule. Die Einrichtung, die wir zunächst nur für das Alumnat getroffen haben, dass nämlich die einzelnen Schülergruppen, die sogenannten »Kompanien«, ihre »Offiziere« und »Unteroffiziere« selbst wählen, hat sich ebenfalls recht wohl bewahrt und hat zur Stärkung des VerantwortlichkeitsgefOllis der letzteren und zur Hebung der Gesamtdisziplin entschieden beigetragen. ' Anfangs Juni besuchte uns der Direktor des Stadtgymnasiunis zu Boulogno sur Mer, Monsieur Bar 1 et, mit dem wir seit einigen Jahren einen s Schüleraustausch« pflegen. Er nahm unsere Einrichtungen in Augenschein und wohnte auch dem Unterrichte in mehreren Klassen bei. Der Unterzeichnete besichtigte mit ihm die atädt, Oberrealschule in Braunschweig, wo ihnen Gelegenheit v geboten wurde, den Unterricht der dortigen Kollegen anzuhören. Es sei an dieser Stelle Herrn Schul rat Prof. Wernicke, dem Direktor der städt. Oberrealschule, und Herrn Prof. v. Aschen für ihre besonderen Bemühungen gedankt. Direktor Barl et hielt in der Aula der genannten Anstalt einen interessanten Vortrag in seiner Muttersprache über das französische Schulwesen, dem vornehmlich Mitglieder des Neuphilologen-Vereins beiwohnten, *) Dieser Vortrag und eine kleine Ausstellung empfehlenswerter Voikssehriften im Korridor ber Schule hatte den Erfolg, daß öie Knaben eifrig bei den hiesigen Buchhändlern nach solchen Schriften fragten und sicherlich eine Zeit lang wenigstens von der schlimmen Schundliteratur abgelenkt wurden.