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Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz · 1911-01-01 · Heft 1 · page 19

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Journal
Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
Volume
1911-1912
Issue
Heft 1
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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sei hier ausdrücklich unser wiederholt betonter Standpunkt hervorgehoben, der dahin geht, dass unsere Schule weder eine Vorbereitungsnnstalt zur Erlangung des „Einjiihrigenscheines" ist, noch eine solche, wo sittlich bedenkliche Elemente Unterkunft finden. Insoweit unsere Anstalt als Schule in Betracht kommt, stellt sie sich wie jede andere Öffentliche höhere Schule zur Aufgabe, die geistigen Fälligkeiten, die bei dem einen Knaben schwächer, bei dem anderen stärker von Natur angelegt sind, im Rahmen der amtlich vorgeschriebenen Lehrpläne und Bilduugsmethoden zur Entwicklung zubringen. Insoweit die Jacobsonschule eine Intematserziehuugbietet wird die i^r anvertraute Jugend zur Ordnung, Pünktlichkeit und Arbeitsamkeit durch die tägliche Gewöhnung angeleitet und in ihr das Gemcinschafts- und SeJbstveranhvörfcuögsgefuh] gedeckt Die Wirkung dieser Beeinflussungen ist häufig eine langsame, aber sie bleibt schliesslich nicht ganz aus. Eitern, die mehr von der Anstalt erwarten, die etwa glauben, dass hier die Schüler zur Versetzung oder Schlussprüfung „gepresst" werden, oder die gar meinen, dass sittlich ungesunde Knaben eine besondere Berücksichtigung finden, werden arg enttäuscht sein. Für-geistig und moralisch anormale Kinder sind unsere Einrichtungen nicht zugeschnitten. Es ist den Eltern solcher Kinder zu empfehlen, auch nicht einmal den Versuch zu machen, sie bei uns unterzubringen, da ihres Bleibens in den meisten Fallen nicht lauge ist, namentlich dann nicht, wenn üble Neigungen bei ihnen zu Tage treten. Vaterländische Gedenk- und Feiertage. Schulfeste. Die Schule unternahm am 12. und 13. Juni den üblichen Sommerausflug, die drei oberen Klassen an zwei, die unteren an einem Tage. Wie immer wurde der Harz in kleineren und weiteren Entfernungen durchwandert, eine Klasse (die UJIr) setzte sich Detmold und den Teutoburger Wald zum Ziel - Auch sonst war die Wanderlust recht rege. In grösseren oder kleineren Gruppen zogen die Schüler des Alumnats des öfteren hinaus in die Berge; man kochte im Freien ab; einmal übernachteten mehrere Schüler unter Führung der Herren Greulich und C o 1 e n u 11 sogar in einer Schutzhütte auf der Hanskühuenburg bei Osterode. Ohne Zweifel trägt der Wandersport der in letzter Zeit von vielen Seiten empfohlen wird, dazu bei, Körper und Herz zu stärken. Das sah man den Jungen unterwegs an, und wenn sie mit verbräunten Gesichtern und fröhlichem Mut heimkehrten. Wir denken, den kommenden Sommer Weiteres zur Forderung dieses Sportes in der Schule zu veranlassen. Der Tag von Quatrobras (der 16. Juni) wurde durch Veranstaltungen auf dem Spielplätze gefeiert Die Schülerschaft zog in geschlossenem Zug dorthin, und Herr Prof. Schäfer wies dort in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung des Tages hin. Turnerische Übungen und sportliche Spiele wechselten hierauf miteinander ab. — Des Sodantages wurde in den Klassen gedacht, und am S e d a n - W e 11 u r n e n, das in Gandersheim am 3. Sept. stattfand, beteiligten sich unsere jugendlichen Turner wieder recht eifrig und trugen 29 Preise davon. —, Am Geburtstage Sr. Hoheit des Herzog-Regenten wurde eine Feier in der Aula veranstaltet wobei der Schülerchor mitwirkte und Herr Dr. F ü s e r die Festrede hielt, die zum Gegenstände unseren heimatlichen Dichter »Wilhel m Raabe« h atte. — Auch des grossen Preussenkönigs ver_ gassen wir nicht an seinem 200. Ge b u rt s t age; es wurde seiner von den Lehrern der Geschichte bezw, des Deutschen in den Klassen Kr wähnung getan. An diesen denkwürdigen Moment knüpfte auch der Unterzeichnete an, als er am Geburtstage Sr. Majestät vor der versammelten Schul gemein de das Kaiserhoch ausbrachte. Dieser letztere Festtag wurde durch Vorführung turnerischer Übungen, welche die Schüler des Heirn Oberlehrer Harke darboten, und durch schwungvoll vorgetragene vaterländische Gesänge des G e r m e r' sehen Schulchores begangen,

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