Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1908-1909
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1908-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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19 Noch eines anderen ehemaligen Mitgliedes des Lehrerkörpers hatte die Schule ira Laufe des Jahres, glücklicherweise bei einem erfreulichen Anlasse, zu gedenken. Am 13, Oktober feierte Herr Direktor Dr. Arnheim, der seiner Müsse in Berlin lebt, seinen 80. Geburtstag. Bei dieser Gelegenheit wurde au den ehrwürdigen Greis folgendes Telegramm gerichtet: s Lehrer und Direktor der Jacob so nschule, für deren gedeihliche Eutwickelung Sie in 23 jähriger Tätigkeit erfolgreich gearbeitet haben, senden Ihnen herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstage.* Möge Herr Direktor Dr. Arnheim noch lange Jahre seinen Angehörigen und den zahlreichen Verehrern unter seinen früheren Zöglingen erhalten bleiben! Ein treuer Kitarbeiter des Herrn Direktor Dr. Arnheim, der aber noch heute nach 35 jähriger Wirksamkeit in unveränderter Frische an der Jacobson schule tätig ist, Herr Oberlehrer Dr. Schäfer, wurde mit der Verleihung des Titels »P rofessor« seitens Sr. Hoheit des Herzog-Regenten anläßlich Seines Geburtstages ausgezeichnet. Der Lehrkörper hat im Laufe des Schuljahres keine Veränderung in seinein Bestände erfahren und auch für das kommende Jahr ist aller Voraussicht nach die Stetigkeit desselben gesichert Herr Dr. Scherping1 der zu Ostern v. Js. von seinem Urlaub zurückgekehrt ist, hat nunmehr sein Probejahr an unserer Anstalt abgeleistet und wird vertragsmäßig zum 1. April d. Js,, vorbehaltlich der Bestätigung durch Herzogliche Oberschulkommission, endgiltig angestellt Der als wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigte Kandidat des höheren Schulamtes, Herr Eüser wird auch weiterhin seine Dienste der Anstalt widmen. Da die Anstellung eines jüngeren akademisch gebildeten Lehrers als >Erzieher« sich bewährt hat, so wurde mit Genehmigung des Kuratorrums neben Herrn Leher als zweiter »Erzieher« der in Bayern geprüfte Lehramtskandidat Herr Knauer zu Beginn des Wintersemesters berufen. Durch diese Neueinrichtung infolge deren die festangestellten Mitglieder des Kollegiums im Alumnatsdienst eine erhebliche Erleichterung erfahren, soll nicht mit der altbewährten Tradition der Jacobsonschule, nach welcher der Lehrer gleichzeitig Erzieher ist, gebrochen werden. Vielmehr werden nach wie vor die Herren Kollegen durch die wenn auch sehr eingeschränkte Tätigkeit im Alumnat, namentlich durch ihre Wirksamkeit als sogen. »FamilienJehrer«, Gelegenheit finden, die Persönlichkeit ihrer Schüler kennen zu lernen, um auf diese Weise ein Eingehen auf die Eigenheiten der Knaben auch beim Unterricht in der Klasse zu ermöglichen. Nach dem Weggang des französischen Lehrarutsassistenten, Herrn ßröchaii, übernahm Herr iloret seit dem 1. August 1908 die Aufgabe, eine Reihe von Schülern im praktischen Gebrauche seiner Muttersprache zu fördern. Es geschah dies durch Sprechübungen in besonders festgesetzten Stunden oder bei Tisch im Alumnat. Erhebliche Störungen des Unterrichtsbetriebes durch notwendig gewordene Beurlaubungen fanden im Laufe des Schuljahres nicht statt. Nur ein Kollege musste infolge einer starken Erkältung den Dienst während einer Woche aussetzen; ausserdem wurde Herr Dr. Scherpiug zur Ableistung einer achtwöchentlichon militärischen Übung vom 3. Marz d. Js. ab beurlaubt Im übrigen blieben infolge verschiedener Ursachen eine Anzahl Herren während einer Zeit von höchstens zwei Tagen der Schule fern. Die Vertretung für Herrn Dr. Scherpin g im Monat März übernahmen die Herren Leher und 'Knauer und der Unterzeichnete. — Am B. Verbandstage der Vereine akad. geb, Lehrer Deutschlands, der am 13.—15. April in Braunschweig abgebalten wurde, sowie an der Neuphilologen-Versammlung, die am 10. u. 11, Juni in Hannover stattfand, nahmen Herr Dr. Dannenberg und der Unterzeichnete teil.