Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1907-1908
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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24 Hierauf übernahm den jnathematiscli-DatiirwIssenscbafHieben Unterricht Herr Dr, M ö n c h *),. der am 1. Oktober 1907 sein Probejahr vollendete und von da ab fest angestellt wurde. Mit dessen Berufung ist dem Bedürfnisse, eine zweite Oberlehrerstelle für Mathematik und Naturwissenschaften 7M schaffen, vom Kuratorium endgültig; entsprochen worden. Zu Ostern 1907 verliess Herr Oberlehrer S t e f 11 e r die Schule, an welcher er volle 14 Jahr tätig -war, um einem Rufe als Oberlehrer an der Landwirtschaftsschule zu Weilburg a. LT zu folgen. Er hat an der Jacobsonschule vornehmlich in den neueren Fremdsprachen und Deutsch unterrichtet, daneben auch im Zeichnen, für welchen Gegenstand er eine schöne Begabung und bedeutendes Lehrgeschick zeigte. Ein bleibendes Andenken seines Talentes hat er in dem Tön ihm entworfenen Schulbanner, welches zur Jahrhundertfeier von Schülern der Anstalt gestiftet wurde, geschaffen. Auch bat er verschiedene Skizzen des Bildnisses des verstorbenen Direktor? angefertigt und sie der Schule geschenkt- In seiner Amtsführung wird insbesondere die stramme Zucht, die er zu halten verstand, rühmend hervorgehoben. Die Stelle des Herrn Oberlehrer Steffier übernahm vertretungsweise von 1907 ab der Kandidat des höheren Schulamtes, Herr Füser, der auch im bevorstehenden »Schuljahre der Schule seine Dienste widmen wird. Das die Schule am meisten erschütternde Ereignis während der Berichtszeit ist das plötzliche Abieben des bisherigen Direktors, des Herrn Professor Dr. E. Philipps on. Mitten im Untericht erlitt er am .19. Dezember 1906 einen Schlaganfall, von dem er sich leider nicht erholte. Schon seit einigen Jahren war sein Gesundheitszustand wenig befriedigend, aber trotz der Mahnung des Arztes, sich einen längeren Urlaub zu seiner Erholung zu nehmen,, beharrte er auf seinem Posten, von dem ihn nur der Tod ablösen sollte. Am 22. Dezbr. verschied er zum tiefen Schmerze aller derer, die ihm im Leben nahe standen, insbesondere seiner treuen Gattin. Die Verehrung und Liebe, die der Heimgegangene genoss, äusserte sich in den herzlichen Kundgebungen der Trauer, die von allen Seiten erfolgten. Am 24. Dezember versammelten sich um seine in der Turnhalle der Schule aufgestellte Bahre ausser der Sehulgemeinde die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden (Herr Kreisdirektor Dann e n b a n m , Herr Bürgermeister Schönermark) und Bürger der Stadt Auch die Herren Direktoren Professor Dr. K a s e 1 i t z vom Progymnasium zu Gandersheim und Professor Dr. T a c iu u von der Samsonschule zu Wohlenbüttel waren erschienen, Herr Landesrabbiner Dr. R ü 1 f, Herr Kurator August Jacobson und Herr Oberlehrer Dr. Schäfer feierten in erhebenden Worten die vorzüglichen Eigenschaften des Verblichenen als Mensch und Lehrer, Am Nachmittage desselben Tages wurden die sterblichen Reste des um die Jacobson- 'schule so hochverdienten Mannes von der Trauer Versammlung zur Bahn geleitet, um zur Einäscherung nach Gotha überführt zu werden. *) Willy Mönch, ev. Konf., wurde am 25. Februar 1879 zu Gotha geboren. Kr besuchte vier Jahre die höhere Bürgerschule und von Ostern 1889 ab das Gymnasium Ernestinum zu Gotha, dessen Realgymnasialabteilüng er Ostern 1899 mit dem Zeugnis der Roifo verliess. Kr studierte Mathematik und Naturwissenschaften in Jena, und Güttingen. Am 2, November promovierte Gr mit der Inaag.-Dissertation; „Über die elektrische Leitfähigkeit von Kupfersulfiir, Silber-, Blei- und schwarzem Quecksilbersulfid". Am 8.|9. Juni 1905 bestand er vor der Königlichen Wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Güttingen die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Das Sominarjahr absolvierte er vom 1. 10. 1905 bis 1. 10. 1906 am pädagogischen Seminar zu Wittenberg, das Probejahr an der hiesigen Anstalt, ander er mit dem 3. Oktober 1907 feste Anstellung fand,