Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1907-1908
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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11 Freundschaft verbunden gewesen bin, und mit welchem ich diese langen Jahre hindurch, ohneauch nur je durch den leisesten Missklang gestört, zum Besten dieser Anstalt gearbeitet haber und dessen stets gleiche treue und selbstlose Arbeit ich daher wohl wie kaum ein zweiter in ihrem vollen Umfange und Werte kennen und, was dasselbe ist, verehren gelernt habe. Und treu und unentwegt, wie Direktor Philippson stets für die Schule gewirkt, geloht und gestrebt hat, so tritt er uns nun jetzt wieder auf diesem Bilde entgegen, gleichsam als ob er in dieser verklärten Gestalt auch fernerhin über das Wohl der Anstalt und aller ihrer Angehörigen wachen wolle. So wie er uns auf diesem Bilde erscheint, so ist er auch uns allen stets im Leben begegnet — einfach und schlicht. Wir fühlen geradezu sein liebevolles, treues, immer gütiges Auge auf uns ruhen. Zugleich spiegelt aber das Bild bei grosser Ähnlichkeit der Züge in glücklichster Harmonie den idealen Sinn des Entschlafenen wieder. Wir glauben geradezu beim Anschauen des Bildes einen Hauch seines idealen, auf alles Schöne, Gute und Edle gerichteten Geistes zu verspüren. Daas dem Schöpfer dieses Bildes alles dieses in so vollendeter Weise gelungen ist, muss uns um so bewunderungswürdiger erscheinen, als derselbe den Entschlafenen nie im Leben gekannt hat Gestatten Sie mir, Herr Krupenie, Ihnen im Namen der Anstalt für das mit liebevollster,, wahrhaft künstlerischer Empfindung und Vertiefung geschaffene Werk, welches stets eine der schönsten Zierden unserer Anstalt sein wird, unseren lebhaftesten Dank und unsere aufrichtigste Anerkennung auszusprechen! Nicht minderer Dank gebührt allen denen, welche bei der Stiftung und Schenkung des Bildes mit Hat und Tat mitgewirkt haben, insbesondere dem Obmann, Herrn Oberlehrer Dr. Schäfer, und den Schülern, die das Komitee gebildet haben, Sie hätten das Andenken des Entschlafenen wie auch sich selbst nicht höher ehren können, als es durch dieses Geschenk geschieht Dasselbe zeigt uns, dass all das ideale Streben, der ideale Sinn, mit welchem der Verewigte für Ihr aller Wohl gewirkt hat, in Ihrem Herzen den richtigen Widerhall gefunden hat. Wenn das der Erfolg seines nimmermüden Eifers ist, dann können wir der Zukunft getrost entgegenblicken, denn dann haben wir die frohe Gewisshei^ dass die guten Körnlein, welche unser unvergesslicher, leider so früh dahingegangener Freund in Ihrer aller Seelen und Herzen zu pflanzen und zu entwickeln unablässig bemüht war, dort Wurzel geschlagen haben und aufgegangen sind und dass Sie alle in seinem Geist und seinem Sinn weiter wirken und streben werden! Zugleich wird dieses Geschenk eine Mahnung und ein Ansporn für die weiteren Generationen von Schülern unserer Anstalt sein, wie die Stifter dieser Gabe zu ihrem dahingeschiedenen Direktor, in Liebe und Verehrung zu denen aufzublicken, welche in gleicher Liebe und Treue wie der Entschlafene bemüht sind, sie zu tüchtigen, von wahrer Humanität beseelten Menschen heranzubilden. So möge dieses Bild für uns stets ein treues, unvergängliches Unterpfand sein, dass der Geist des Entschlafenen für immerdar mit dieser Anstalt verknüpft sein und bleiben wird! Ich bitte nochmals, seien Sie alle unseres allerherzlichsten Dankes versichert!