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Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz · 1905-01-01 · Heft 1 · page 10

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Journal
Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
Volume
1905-1906
Issue
Heft 1
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
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11 Michaelis v. J. auf längere Zeit beurlaubt worden, um ferneren musikalischen Studien in Berlin obzuliegen. Mit seiner Vertretung ist der Musiklehrer Herr Emil 0. Graf aus Meiningen betraut worden. — Endlich schied mit Beginn der Sommerferien der französische Lehramts ^Assistent Herr Lucien Roth aus, um in seine Heimat zurückzukehren. Für ihn wurde vom 1. Oktober an in gleicher Stellung der französische Licencie-es- Lettres Herr Frederic Preuß aus Clermont-Ferrand angenommen. Gleich seinem Vorgänger vereinigt er Schüler der drei oberen Klassen zu drei besonderen Kursen in französischer Lektüre und Konversation in den abendlichen Freistunden und auf den Spaziergängen. Die Teilnahme ist freiwillig und fördert die betreffenden Schüler ganz erheblich in praktischer Sprachbeherrschung. Schmerzliche Verluste erlitten wir abermals durch das Dahinscheiden zweier ehemaliger Mitglieder unseres Lehrerkollegiums. In der Nacht vom 13. zum 14. April v, J. verstarb hier plötzlieh der Heallehrex a. D. Herr Carl Läranierhirt im 78. Lebensjahre. Nach 48Va Jaliren treuer Dienste und vielseitiger gesegneter Tätigkeit an unserer Schule war er erst zu Michaelis 1903 in den wohlverdienten Ruhestand versetzt worden. Unsere Hoffnung, daß er sich, dank der bewundernswerten geistigen Frische und körperlichen Rüstigkeit, die er sich bis ins hohe Greisenalter hinauf bewahrt hatte, noch eines langen und glücklichen Lebensabends erfreuen werde, hat sich nicht erfüllt. Aber das Andenken an diesen ehrenhaften, schlichten Mann, der ein ebenso vortrefflicher Lehrer wie hervorragender Musiker war, wird an der Jacobson - Schule stets lebendig bleiben (s. Näheres über ihn in unseren „Gedenkblättern" von 1901, S. 26, und Jahresbericht 1904, S. 11). Bei seiner Beerdigung am 16. April gaben ihm Lehrer und Schüler, soweit sie in den Osterferien anwesend waren, das letzte Geleite. Bei Eröffnung des neuen Schuljahres am 2. Mai fand dann in der Aula eine besondere Gedächtnisfeier statt; der Direktor gab der Trauer um den teuren Toten in einer längeren Ansprache Ausdruck und führte in einem Lebensbilde seine Gestalt und sein Wirken Lehrern und Schülern nochmals vor Augen. In den Sommerferien verschied am 15. Juli v. J. zu Braunschweig nach langem schwerem Leiden der Direktor der dortigen höheren Lehranstalt Herr Dr. Hermann Jahn. Zwölf Jahre lang, von Ostern 1876 bis dahin 1888, war er Mitglied unseres Lehrerkollegiums gewesen und auch nach seinem Ausscheiden ist der hochverdiente Mann mit unserer Schule in innigstem Zusammenhange geblieben. Zeugnis dafür war die dramatische Festdichtung „Im Dienste der Menschlichkeit", die er unserer Anstalt zn ihrer Centenarfeier am 26. September 1901 widmete und deren Auffuhrung allen Festteilnehmern unvergeßlich bleiben wird Die Treue und Liebe, die er uns stets gewahrt hat, werden auch wir ihm über das Grab hinaus wahren und in dankbarer Verehrung sein Andenken immer hochhalten. — Da wegen der Ferien der Direktor und die meisten Kollegen in der Ferne weilten, vertrat Herr Oberlehrer Dr. Biwer die Schule bei der Beerdigung; doch unterließ der Unterzeichnete nicht, bei Eröffnung der Schule am 3. August dem seinem Wirken und uns allen zu früh entrissenen Freunde herzliche Worte der Trauer und der Dankbarkeit nachzurufen.

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