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Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz · 1889-01-01 · Heft 1 · page 21

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Journal
Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
Volume
1889-1890
Issue
Heft 1
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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IRI
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19 i der Tag zu allseitiger Befriedigung. — Am 15. August wurden 7 Herbstabiturienten der mündlichen Prüfung unter Vorsitz des Regierungskommissars unterzogen; sie bestanden sämtlich und wurden am 17. August mit Ansprache des Direktors feierlich entlassen. — Am 21. August wurde sodann das Sommersemester geschlossen. Da indessen die innere Einrichtung und Fertigstellung des neuen Alumnatsgebäudes sich nicht schneller ermöglichen Hess, mussten, mit Genehmigung der Herzogl. Ober-Schul-Kommission, die ursprünglich auf 6lj% Wochen bestimmten vereinigten Sommer- und Herbstferien noch um 2 volle Wochen verlängert werden, sodass die Schule erst am 22. Oktober wieder eröffnet wurde. Mit dem Beginn des Wintersemesters trat als neuer Kollege Herr Heusinger, bisher wissenschaftlicher Hilfslehrer am Martino-Catharineum zu Braunschweig, ein und übernahm in je einer Hälfte der wegen starker Frequenz zu diesem Zwecke 1 geteilten Klassen V, IV und III den französischen Unterricht. -— Am Sonntag, den 27. Oktober, fand die Einweihungsfeier des neuen Alumnatsgebäudes statt (Siehe oben pag. 6 den genaueren Bericht). — Die Weihnachtsferien wurden mit Rücksicht auf die übermässig lange Feriendauer im Herbste etwas verkürzt und währten vom 24. December 1889 bis zum 2. Januar 1890. Aus demselben Grunde wurde von der sonst üblichen, aber stets viel Zeit und Mühe beanspruchenden grösseren theatralischen Neujahrsauffuhrung unserer Schüler diesmal abgesehen. — Bei der Feier des Geburtstages des Kaisers Wilhelm II. am 27. Januar hielt Herr Dr. Münzer die Festrede. Der Gesundheitszustand der Schüler und Lehrer war während des ganzen Schuljahres im allgemeinen ein recht befriedigender. Nur unser Kollege Herr Gerson musste wegen eines heftigen und hartnäckigen Leidens, das ihn schon gegen Ende des vorigen Schuljahrs genötigt hatte, seinen Unterricht auszusetzen, für das ganze erste Sommerquartal beurlaubt werden; um durch eine Badekur seine angegriffene Gesundheit wiederherzustellen. Zu unserer allseitigen Freude kehrte er am 1. Juli in unsere Mitte zurück und hat seitdem, mit nur wenigen ganz vorübergehenden Unterbrechungen, seinen Unterricht in der Schule und seine Thätigkeit im Alumnat in vollem Umfang und mit gewohnter Rüstigkeit wieder aufnehmen können. Seine Vertretung im ersten Quartal hatte Herr Wert keim, vorgebildet am israelitischen Lehrerseminar zu Cassel, übernommen, und wir wollen nicht unterlassen, auch an dieser Steile diesem Herrn unseren Dank auszusprechen für den Eifer und das Geschick, mit denen er allen Obliegenheiten seines interimistischen Amtes erfolgreich nachgekommen ist. — Mit der zweiten Januarwoche d. J. kehrte auf ihrem Zuge durch ganz Europa auch bei uns die Influenza ein. Innerhalb weniger Tage waren zwei Drittel unserer Hausschüler und eine grosse Zahl Stadtschüler von der rätselhaften Krankheit^ ergriffen; zum Glück trat sie sehr milde auf und verschwand so schnell, wie sie gekommen war. Nach kaum 8 Tagen waren fast sämtliche Schüler soweit hergestellt, dass sie wieder am Unterricht teilnehmen konnten. Sehr bewährten sich bei dieser Gelegenheit unsere neuen grossen luftigen und heizbaren Schlafsäle, die sich schnell zum Lazarett für die zahlreichen Patienten einrichten liessen. Da von den Lehrern auch nur wenige und diese nicht gleichzeitig von der Grippe vorübergehend befallen wurden, brauchte der Unterricht und der regelmässige Schulbetrieb nicht einen Tag ausgesetzt zu werden. Sonst blieben wir von Epidemien gänzlich verschont; wie in früheren Jahren kräftigten unsere Schüler ihre Gesundheit durch kaltes Baden und Schwimmen im Sommer, durch Schlittschuhlaufen im Winter, durch fleissiges Turnen, Spielen und Spazierengehen während des ganzen Jahres in unserer schönen Wald- und Bergumgebung und überhaupt durch rationelle Körperpflege. Zu letzterer finden sie in unserem neuen Alumnatsgebäude alle Vorbedingungen, wie namentlich die gern benutzten Brausebäder und die musterhafte Einrichtung des Waschsaales, in welchem jeder ein besonderes Becken mit eigener Wasserzu- und ableitung zur Verfügung hat. 3

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