Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1885-1887
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3504366-3504383-3504384--173-3524407- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Seesen 3× ep/1048106
- Goslar 1× ep/1044636
OCR text
16 direktor Lerche aus Gandersheim als Vertreter der hohen Staatsbehörden — Herr Schulrat Prof. Eberhard war durch anderweitige dringende Amtsgeschäfte am persönlichen Erscheinen behindert —, des gesamten Kuratoriums, des Bürgermeisters und der Geistlichkeit der Stadt Seesen bewiesen schon, welche wichtige Bedeutung dem Aktus für die Zukunft der Schule beigelegt wurde. In beredten Worten wurde dies dann des näheren vom Kurator Herrn Prof. Bubo entwickelt, indem er namens des Kuratoriums den neuen Direktor in sein Amt einführte. Nachdem darauf der Direktor in seiner Antrittsrede die Gesichtspunkte, von denen aus er das neue Amt zu übernehmen und zu führen gedachte, erläutert hatte, wurde er von Herrn Gürbich namens dos Lehrerkollegiums und von dem nltesten Schüler namens der Schülerschaft der Jacobsonschule begrüsst. Ein gemeinsames festliches Mittagsmahl, welches alle Teilnehmer an dem auf der Aula begangenen Einführungsaktus nochmals in dem Speisesaal der Schule vereinigte, schloss die Feier. Am Nachmittage desselben Tages war es noch durch ein merkwürdiges Zusammentreffen der Umstände die erste Amtshandlung des neuen Direktors, die Jacobsonschüler in die festlich geschmückte Stadt hinauszuführen und sie auf der Strasse zum Empfang seiner Königlichen Hoheit, des hier durchpassierenden und einige Minuten verweilenden Prinzregenten Albrecht Spalier bilden zu lassen. Emil Philippson, geb. den 4. Juli 1851 zu Magdeburg, besuchte daselbst das Domgymnasium. Ostern 1869 bezog er die Universität Bonn, um Sprachwissenschaft im allgemeinen und neuere Sprachen im besonderen zu studieren. Nach Vollendung seiner akademischen Studien in Leipzig und Berlin, promovierte er 1873 zu Leipzig auf Grund seiner Dissertationsschrift „Der Mönch von Montaudon, ein provenzalischer Troubadour etc.11 und erwarb sich 1874 Yor der Königlichen Wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Berlin im Examen pro facultate docendi die Berechtigung Deutsch, Französisch und Englisch in allen Klassen, Lateinisch in den mittleren Klassen bis incl. TJntersecunda aller höheren Schulen zu unterrichten. Vom Herbst 1874 bis Ostern 1SS6, wo er die Berufung als Direktor der Jacobson.-Sch.ule in Seesen erhielt, war er^ abgesehen von einer während des Sommersemesters 1876 unternommenen längeren Studienreise nach London und Paris, ununterbrochen an der Kealschule der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main, seit Ostern 1877 als ordentlicher Lehrer, thätig. Seit Michaelis 1882 war er ausserdem mit jüdischem Religionsunterricht an der Wöhlerschulc, städtischem Realgymnasium zu Frankfurt am Main, betraut. Als am folgenden Tage, Mittwoch dem 5. Mai, der Unterricht des neuen Schuljahres mit feierlicher Eröffnung auf der Aula begann, begrüsste und stellte der Direktor zwei neue Mitglieder des Lehrerkollegiums vor: Herrn Pastor diac. Lindemann von hier, der von diesem Zeitpunkt an in den beiden oberen Abteilungen den, seit Ostern 1885 interimistisch von unserm Kollegen Dr. Jahn in dankenswertester Weise erteilten christlichen Religionsunterricht übernommen hat, und Herrn Heinitz, der zur wohlverdienten teil weisen Entlastung des nunmehr 42!/a Jahr ununterbrochen an der Schule wirkenden Lehrers Gürbich als Mathematiklehrer berufen worden ist. Georg Heinitz, geboren am 16. November 1860 zu Berlin, erhielt seine Schulbildung auf dem Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster, das er Michaelis 1878 mit dem Zeugnis der Reife verliess. Er widmete sich auf den Universitäten Berlin und Freiburg i/B. dem Studium der Mathematik und Naturwissenschaften und legte im Februar 1885 vor der wissenschaftlichen Prüfungs-Kommission in Berlin sein exarnen pro facultate docendi ab. Auf Grund desselben begann er Ostern 1885 sein pädagogisches Probejahr am Dorotheenstädtischcn Realgymnasium zw Berlin und ging nach Beendigung desselben Ostern 1886 als Lehrer der Mathematik nach Seesen. Ausgesetzt wurde der Schulunterricht am 8, Mai zur Feier des Geburtstages des Prinzregenten, bei welcher Herr Hummel die Festrede über das Leben des Prinzen Albrecht hielt, und am 25. Mai, wo die gesamte Schule, die Rüstigeren ganz zu Fuss über Lautenthal, Hahnenklee und Schalke, die Schwächeren von Lautenthal aus mit der Eisenbahn, nach Goslar und dem Steinberg einen Tagesausflug machte. — Am 4. Juni fuhren der Direktor und Kollege Gürbich nach Wolfenbüttel, um bei der hundertjährigen Jubiläumsfeier der Samson-Schule unsere Schule zu vertreten und in letzerer Namen der älteren .Schwesteranstalt den Glückwunsch darzubringen. — Am Dienstag, dem