Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1885-1887
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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12 III. Chronik der Schule. Wie der damalige Direktor Dr. J. Arnheim in dem letztön, im September i885 veröffentlichten Bericht über die Jacobson-Schule bereits mitgeteilt hat, war ihm die aus Rücksicht auf seinen geschwächten Gesundheitszustand wiederholt beim Kuratorium beantragte Entlassung zum LOctobor desselben Jahres gewährt worden, und so ist form Dr. Arnheim mit dem Schlüsse dos Sommer Semesters 1885 aus dem Direktorate geschieden, das er 23 Jahre hindurch, seit dem 1, September 1862, verwaltet hatte. Mit welchem Bedauern Kuratorium, Lehrerkollegium und Schülerschaft der Jacobson-Schule ihre Trennung von ihm empfunden, wie ungern sie auf seine weitere Amtsführung verzichtet, und mit welchen warmen Wünschen für sein ferneres Wohlergehen und ein anderweitiges segensreiches Wirken sie ihn in die wohlverdiente Müsse und Unabhängigkeit des Privatlebens entlassen haben, dessen sind ihm wohl die letzton Abschiedsfeierlichkeiten am 21., 22. und 23. September beredte Zeugen gewesen. Erwähnt sei hier nur die feierliche Entlassung, welche am 22. in der Aula der Anstalt unter Anwesenheit zweier Mitglieder des Kuratoriums, der Herren Ferdinand und Rudolf Jacobson^ dos Lehrerkollegiums und der Schülerschaft, sowie einer Anzahl zu diesem Zwecke herbeigekommener ehemaliger Jacobson-Schüler stattfand. Nach einer längeren herzlichen Abschicdsvedö des scheidenden Direktors entliess ihn zunächst Herr Ferdinand Jacobson mit warmen Dankesworten aus dem Amte. Nach einigen Abschiedsworten, die sodann Herr Gürbieh als ältestes Mitglied des Lehrerkollegiums im Namen desselben an Direktor Arnheim richtete, überreichte ihm endlich Herr B, Dannenberg, ein ehemaliger Zögling der Anstalt und jetzt Lehrer an der Samson-Schule zu Wolfcnbüttel, eine grössere Summe Geldes, welche, unter ehemaligen Jacobsoii-Schülern gesammelt, die Grundlage zu einer Arnheim- Stiftung herzugeben und somit ein dauerndes Denkmal des Dankes und der Verehrung für Direktor Arnheim zu werden bestimmt ist. An einer anderen Stelle dieses Berichtes wird über den bisherigen Umfang und den Zweck dieser Stiftung Näheres mitgeteilt werden. Hier hält es aber der Herausgeber dieser Blatter als Nachfolger des Direktor Arnheim für seine Pflicht, auch seinerseits noch einmal den Dank auszusprechen, den die Jacobson-Schule und alle ihre Angehörigen ihm jeder Zeit schulden und bewahren werden. Was die Anstalt gegenwärtig ist, ihr derzeitiger Umfang und ihre hervorragende Stellung unter allen ähnlichen vaterländischen Erziehungs- und Lehranstalten, ihr weithin verbreiteter Ruf und ihre Frequenz, ihre feste Organisation und gesicherte finanzielle Grundlage, der dauernde und nur seltenem Wechsel unterworfene Bestand ihres Lehrerkollegiums — ein günstiger Umstand, der bei Privatanstalten doppelt schwer zu erreichen ist — dies alles ist zum grossen Teil das Ergebnis der umsichtigent unermüdlichen und hingebenden Amtsführung des Direktor Arnheim. Bei seinem Eintritt in das Direktorat fand er eine Schule vor mit 5 Klassen 5 117 wöchentlichen Unterrichtsstunden, 5 auf Kündigung angestellten Lehrern — darunter der Hausvater — 3 ferneren aus der Stadt aushilfst eise herangezogenen Lehrkräften. Ton den 153 Sehnlern der Anstalt waren 75 Alumnen — 30 Inhaber von Freistellen, ]0 von Halbfreistollen und 35 vollzahlende Pensionäre, — und 78 Stadtschüler. Bei seinem Austritt Michaelis 1885 hinterliess er eine vom Reichskanzler mit der Berechtigung zur Ausstellung giltiger Zeugnisse über die wissenschaftliche Befähigung zum einjährig-freiwilligen Dienst anerkannte und dem preussisehen Normallehrplan vom 31. März 1882 im wesentlichen entsprechende lateinlose Realschule mit 6 völlig getrennten Klassen, 216 Unterrichtsstunden. 9 definitiv angestellten und nur 2 anderweitigen Lehrkräften, und (Ostern 1885) 238 Schülern. Von letzteren waren 124 Hausschüler, darunter 40 Inhaber von Freistellen, 23 vojTfiaTbfreistülJon, die übrigen 61 vollzalilende Pensionäre; von den 114 Stadtschülern zahlten