Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- von Michaelis 1867 bis Ostern 1871 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 nun der kundige Leser wahrnimmt, daß ich die Werke von Ettmüller, Lev, Simrock, Heyne und besonders von Grein benutzt habe, so wird dies meiner Arbeit hoffentlich nicht zum Borwnrf gereichen. Ich Hobe eben keinen andcrn Zwcck im Auge gehabt, als meinen jugendlichen Lesern, zunächst derIacobso n- Schule, das Verstau dniß jener durchaus beachtungSwerthen Dichtung zu vermitteln und die reiferen Schüler hauptsächlich zur fruchtbaren Vergleichung mit den ihnen bekannten Sagen anzuregen. Für meine jugendlichen Leser füge ich über die Geschichte dcS Bcowulsliedcö noch Folgendes hinzu. DeS Gedichtes Abfassung fällt in die Zeit vom Ende des sechsten bis zum Anfang deö achten Jahrhunderts. Wir besitzen dasselbe in einer späteren Überarbeitung, die sich nicht bloß darin kund gibt, daß Gr endet's Geschlecht von Kain hergclcitct wird, sondern auch darin, daß die heidnischen Götternamen getilgt sind. „Da indessen der Fortgang der Begebenheiten nirgends durch diese Ueberarbeituug gestört und letztere überhaupt nur eine sehr oberflächliche zu sein scheint, blickt noch überall das alte Heidenthnm hindurch." (Leo.) Ganz der Natur deS Epos angemessen sin den wir historische Ereignisse durch das Lied zerstreut. Bald werden Ereignisse, die erst nach den eigentlichen Semen des Liedes ein treten, als wahrscheinlich vvrauSgesagt; bald bietet rin Kleinod, oder eine Waffe Gelegenheit, von dem früheren Besitzer zu erzählen; bald wird bei Erwähnung einer Person, oder einer That ein damit in Beziehung stehendes früheres Ereigniß eingeschaltet; bald endlich wird auf Jemand Übeln Angedenkens hin gedeutet, um durch seinen Gegensatz die ruhmvollen Thaten oder herrlichen Eigenschaften eines Andern um so glänzender hervortreten zu lassen. (Nach Grein.)