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Unsere Tribüne · 1925-02-02 · 2 (02.02.1925) · p. Seite 4

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Journal
Unsere Tribüne
Volume
2 (1925)
Issue
2 (02.02.1925)
Date
1925-02-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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. -W^H-W. Seite 4 Unsere Tribüne Nr. 2 voll unseren Mandataren geäußerte Bechfcsansicht, wonach die Protokolle überhaupt und ohne Unterschied der Mandöbtsperi^de .den Vorstandsmitgliedern zur Verfügung stehen sollen, hat das ■•frawitlhun diese Angelegenheit neuerlich 7.u. rrwäsrni versprochen- Die gefertigten Mandataro fragen hiemit mü. oh das Präsidium ünnmolir bereit ist. den völlig kluron Bestimmungen des Statuts (§§ 16 und 22) Heclinung zu tragen und die sofortige Be-nüfxbnrfccit der Protokolle zu verfügen. Gleichzeitig erneuern die gefertigten. Mandatare ihre Anfrage, in welcher Weise das Präsidium die zur Tätigkeit der Kommissionen und .Einsicht in die Verwaltung notwendige Benützung alter und laufender Akten zu regeln gedenkt. Folgen Unterschriften. Daß da« Präsidium einer Körperschaft den gewählten Vertretern die Einsicht in ihre eigenen Protokolle vorenthalten will, dürfte nur in der Kultusgenoeinde möglich sein. Oder können die Jlcrren uns sagen, wie ein gewü-lüter Vertreter abstimmen soll, 'ohne zu wissen, welche Beschlüsse vorangehen, an die der Vorstand gebunden ist? Dieser Unsinn muß verschwinden! Die Herren wollen aber eine AbsUmmungsmaschine, die nichts zu wissen braucht. Doch wird gegen den Haren Wortlaut des Statuts auch das Prüsidinim nichts ausrichten. aber als h eb r ä i s c h e•ftVörgan ist es von vornherein auf einen engen Kreis beschränkt und wird seinen Zweck in sehr geringem Masse erfüllen können. Durchden Sprachenfanatismus wird die Chaluz-Organisation eines der wirksamsten Mittel der Propaganda und Aufklärung beraubt. Mul.» es denn sein Ein Tageblatt der palästinensischen Arbeiterschaft. Die letzte Konferenz der Iiistadruth (Allg. Arb.-Org.) hat beschlossen, nicht später als am 1. April dieses Jahres mit der Herausgabe des Tagblattes der Arbeiterschaft zu beginnen. Eine religiöse Leuchte der Jüdischnationalen. Man durfte wohl annehmen, daß die Jüdischnationalen dio religiösen und rituellen Angelegenheiten ihren torutreuen Klubgenossen: Bauminger und März zuteilen werden, aber weit, gefehlt» Ohne Heuchelei geht es bei diesen Herren nicht. So haben sie in die Kommission für religiöse und rituelle Angelegenheiten — Herrn Dr. Plaschkes entsendet. Wir wissen, daß dieser Herr nicht rituell lebtJC das ist sein giirtcs 2{eoht, aber daß er sich anmaßt, die rituellen Institutionen zu überwachen, ist — gelinde gesagt — eine Ueberhebung, Herr Dr. Plaschkes wird nicht müde, sich aufzudrängen. Propaganda für das arbeitende Palästina in Wien. Das lokale ,.Komitee für das arbeitende Palästina" in Wien hat in den letzten Wochen in unserem Arbeiterheimo Borochow zwei Werbeversammlungen abgehalten. Referenten waren Leo Kaufmann (Hechaluz), Mendel Singer (Poalo Zion), und Dr. (Jh. Tai'takower (Ilitachdut). Beide Versammlungen waren gut besucht und von einer arbeitslustigen Stimmung beherrscht. Es ist wohl zu erwarten, daß bei der demnächst zu unternehmenden Sammelaktion die Freunde des arbeitenden Palästina, und insbesondere die jüdische Jugend fleißig mittun wird. Aus der Partei in Palästina.' Im letzten Jahre hat die Einwanderung von Ponle-Zion Cha.werim; nach Palästina bedeutend zugenommen, das macht sich auch in der Partei bedeutend fühlbar. Wir haben/ bereits berichtet, daß sich in vielen Punkten des Landes Gruppen aktiver Poale-Zion gebildet haben, die u. a. die Treue zum Weltverbalide Poale-Zion auf ihr Schild gesetzt haben. Durch die Ankunft des Chawer Kaplanski haben diese Gruppen auch einen geschulten Führer bekommen. Der offene Brief Kaplanskis, den wir an änderet- Stelle bringen., enthält in knappen Worten* die wichtigsten Vorwürfe,1 die dio Mehrheit, uuserer Bewegung gegen die jmlästinensischon Chnwerim erheben. Vorerst hat man offiziös energische Maßnahmen gegen die ..Aktivisten" angekündigt, aber die letzte Tagung des Parteirates bewies, daß man davon Abstand genommen hat. Zwar hat man abermals Beschlüsse gefaßt, die, wenn >sie zur Durchführung gelangen sollten, neue Schwierigkeiten, bereiten würden — z. B. das Anbahnen einer Vcroinigunjg mit den nichtsozialistischeai Arbeitern und die Einbeziehung der sogenannten sozialistischen ,.Zoirej-7;ion" in unsere' Vertretung in der Sozialistischen Arbeiter-Internationalo — aber die Tatsache, daJ3 ma.n nicht gewagt hat. gegen die „Aktivisten" vorzugehen, berechtigt zur Hoffnung, daß die Verbands treuen Elemente in der Achdut- Haaweda die Tätigkeit der Partei in unserem Sinne werden! beeinflussen können. I J Herr Buchwald beschimpft die jüdische Gemeindebibliothek. In der öffentlichen Sitzung des Kultusvjrstanda3 leistete sich Herr Buchwald, die bekannte Zierde der Union, anläßlich der Nominierung der Bibliothekskommission, den Ausruf: „In der Bibliothek schaut's aus1 — furchbar!" Her Buchwald, der natürlich keine Almimg davon hat, daß von den Institutionen der Gemeinde gerade die Bibliothek eine der wenigein ist, in denen vorbildliche' Arbeit geleistet wurde, dokiunentiert damit nicht nur seine Unwissenheit — was soll auch dieser Herr von wissenschaftlicher Bibliotheksarbeit, bibliographischer wie katalogisierender, und von allen! jden Schwierigkeiten, die eine jüdische wissenschaftliche Bibliothek zu überwinden hat, verstehen — sondern auch seinen ausgesprochenen Haß gegen die geistigen Arbeiter, die umf einen geringen Lohn durch Jahrzehnte hindurch die Bibliotheksschätzo aufgesammelt, benutzbar gemacht und erhalten haben. Während dieser Zeit haben die Herren vom Schlage eines Buchwald sich nie darum gekümmert, wie die Bibliothek geleitet und verwaltet wird. Alles, was da geschaffen wurde, geschah durch die Arbeit einzelner hervorragender Gelehrter, ohne daß der Kultusvorstand die geringste Ahnung dauern hatte. So wuchs die Goineindebibliothek zur hervorragendsten judaistischen Bibliothek ganz Oesterreichs heran, und noch heute wissen die Herren ^nichts davon, was diese Institution in ihrein Bestände •bedeutet uncj. welche. Entwicklungsmö^lichkeiten sie besitzt, Herrn Buohwald aW fordern wtJ Womit auf, ef mög^ an einer zuständigen Stelle — im Kultusvorstand mdeirj in der Bibliothekskomniission mir vorbringen, was er von dem Ansehen einer Bibliothek zu verstehen glaubt; er wird durch Sachkundigere die ihm gebührende' Antwort «rhaltßni Aufführung des Palästina-Filmes für den Palästina-Arbeiterfonds. Der neueste Palästinafilm, der außer der Wiedergabe der historischen Stätten » vornehmlich den Aufbau des arbeitenden Palästina schildert, wird am Sonntag, den 15. Februar um 10 Uhr vormittags im Kino „Central", II., Taborstraße und am 1. März im Wallenstein-Ki.no, XX., *Wallenstoinstraße aufgeführt. Die erste Axifführung wird von der Wiener Org.-Poale-Zion, die zweite vom lokalen Komitee für das arbeitende Palästina veranstaltet. Der Reinertrag beider Aufführungen ist dem Palästina-Arbeiter-Fonde zugedacht. Die Poale Zion Deutschlands und die Wahlen zum Landesverband der jüdischen Gemeinden in Preußen. Die Wahlen für den jüdischen Landesverbund haben in der jüdischen Bevölkerung großes Interesse hervorgerufen. Unsere Genossen haben, besonders in Berlin, eine rege Agitation entfaltet. Listenführer ist Landtagsabgeordneter Oskar Kohn. In unseren 'Versammlungen haben Eduard. Bernstein und 'Oskar Kohn programmatische Reden gehalten. Zur [Stunde ist uns der Ausgang der Wahlen noch nicht, bekannt. Bus dem arbeitenden Ifalastina. Günstige Arbeitsverhältnisse in Palästina. Die Arbeitsverhältnisse in Palästina sind derzeit äußerst günstig. Trotz der steten Zuwanderung von Chaluzim herrscht Mangel an Arbeitskräften. Die Drosselung der Einwanderung duixj'h die englische Verwaltung ist ein unverzeihliehes Verbrechen. In der letzten Tagung, der „Allgemeinen Arbeiterorganisation" konnte mit Befriedigung konstatiert werden, daß die Arbeitslosigkeit völlig, liquidiert sei. In allen Ländern warten Tausende von Clialuzim, auf Einreisebewilligungen nach Palästina.. Der A\ifbau Palästinas schreitet vor. Bus 9er Weltbewegung. Die fünfzehnte Konferenz der Poale Zion in Amerika. Die fünfzehnte Konferenz unserer amerikanischen Bruderpartei hatte einen sehr guten Verlauf. Die Stimmung der Wiederauflobung, die. die Partei jetzt beherrscht, ist in den Beratungen zum' Ausdrucke gekommen. Für das .laufende Jahr ist die Parole ausgegeben worden, 5000 neue Mitglieder zu werben und 20.000 Schkulim zu verkaufen. Die Tournee, die Genosse Locker jetzt in Amerika absolviert, berechtigt zu den schönsten Hoffnungen. Die Entschließungen bezüglich der Vereinigung mit den sozialistischen Zeired-Zion und der Sprachenfrage sind wohl nicht ganz zufriedenstellend, aber sie sind zweifellos eine Grundlage für eine friedliche Austragung der Konflikte, die In den letzten Jahren die Tätigkeit des Weltverbande's merklich gehemmt haben. Erwähnenswert ist auch, daß die Konferenz die Notwendigkeit der sozialistisch-politischen Betätigung, im Rahmen einer Labor-Party bestätigt und die Schaffung eigener Chaluzim-Gruppen beschlossen hat. Unsere Bruderpartei in Polen. Unsere Bruderparrtei in Polen hat, besonders in Warschau, viel darunter zu leiden, daß sie infolge des ungeheuerciBi Wohnunjgselends keine Lokalitäten besitzt, die die stets wachsende Zahl ihrer Mitglieder fassen könnten, Das Häuflein „sozialistischer" Zeirej-Zion in Warschau, die selbst ohnmächtig sind, irgend eine Tätigkeit zu entfalten, scheuen kein faschistisches Mittel, um die Arbeit unserer Chawerim zu erschweren. Vor einiger Zeit haben sie das Lokal des Zentralkomitees regelrecht ausgeplündert. Als Abwehraktion haben unsere Genossen die Sammlung eines Aufhäufendes in die Wege geleitet, um die Partei finanziell zu stärken una die Erwerbung von entsprechenden Parteilokalitäten zu ermöglichen. Diese Aktion sollte auch eine Kraftprobe der lorganisatorischen Schlagkraft der Partei sein. Der bisjetzige Erfolg ist völlig zufriedenstellend. Aus allen Städten und Städtchen langen zahlreiche Beiträge ein. Es ist wohl anzunehmen, daß unsere Bruderpartei in Polen ihre finanziellen Schwierigkeiten überwinden und eine Massenpartei im vollen Sinne des Wortes werden ~wird. In der Chaluz-Organisation nimmt die Partei einen regen Anteil, zahlreiche Gruppen unserer Chawerim gehen nach Palästina. Der heutigen Nunnmier legen wir Erlagscheine bei und 'ersuchen unsere Lesler, das Abonnement rechtzeitig ku erneuern und den entsprechenden Betrag Tina ehestens einzusenden. Die Administration. „Die neue jüdische Prosa." Unter diesem Titel fand Samstag, den 31. Jänner ein literarischer Abend unter Leitung des Genossen Andermann statt. Nach den einleitenden Worten des Gen. Singer haben Leo Halpern und Grünberg Ausschnitte aus den Werken der J. Perle, J. J. Singer und A. M. Fuchs vorgelesen. Beide haben für ihre Wiederga.be verdienten Beifall georntet. Meisterhaft waren die Klavierproduktionen dos Herrn Lampel. In Emu Dr. Schattner haben wir eine verständnisvolle Interpretin*1 des jüdischen Volksliedes entdeckt. Herr Leitner am Klavier war ein vorzüglicher Begleiter. Arbeiter und Angestellte versichern ausschließlich bei der Feuer- und EinbruchversicherungfürWohnungen — Unfall- und Haftpflichtversicherung - Glasbruchversicherung — Lebensversicherung ohne ärzth Untersuchung bis zu 40,000.000 K oder in jeder gewünschten Währung Direktion: Wien, I., Tuchlauben 8 Tel. 67-2-72,67-401,69-0-63 Neue Organe der Chaluz-Organisationen. Der Deutsche Landesverband der Ühaluz-Organisation gibt seit Ende 1924 ein© Monatsschrift „Hechaluz" in deutscher Sprache heraus, die einen sehr guten Eindruck macht. Die Aufsätze dieser Monatsschrift zeugen von dem neuen (reist der nationalen und sozialen Ideen, die die jüdische Jugend Deutschlands beherrschen. Die Zentrale der Chaluzorganisation gibt in Warschau ein hebräisches Wochenblatt „Heatid" (Die Zukunft) heraus. SSwar ist auch dieses Wochenblatt vorzüglich redigiert, NAHMASCHINEN RADIO Kostenloser Unterricht im Sticken und Stopfen! — Lager von Knopfpressen und Zugehör! — Reparatur-Annahme! IX., Liechtensteinstraße 27, VI., Gumpendorferstraße 67, IV., Wiedner Hauptstraße 8 — Telephon Nr. 16-5-65 Vi de fä de di M .se? sc. Ki Eijautümer, Verleger, Herausfleber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Rudolf Glanz, XVIII., Weimarerstraße 19/10. — Druck: „Adria" Wien. IL, Taborstraße 52 B.

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