KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 4 (9.1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 47 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Vertrauliche Beilage der K. C.- Blatter 47 erstrahlt in ewigem Licht. Wir haben nur verlernt, dafür zu kämpfen. Es wird morgen noch kein Pogrom ausbrechen. Nur die Herrschaft des „Dritten Reiches" wird um so schneller aufhören, ja sie wird so schnell überhaupt nicht angetreten werden können, wenn wir nicht schutzlos sind. Was wir als Korporationsstudenten zu leisten hatten, war Spielerei gegen das, was uns jetzt zu leisten bevorsteht. Es ist genau so wie es 1914 war, als K. C.er vom Fechtboden hinweggerufen wurden zum Sturmangriff. Nur kann es heute passieren — und das ist keine Phrase, wie sie es damals vielleicht war —, daß wir in des Wortes verwegenster Bedeutung die Freiheit unserer Väter und Brüder, die Ehre unserer Mütter und Schwestern werden schützen müssen. Ich sehe wie kein anderer die Schwierigkeiten. Ich scheue mich nicht, auszusprechen, was alle wissen und keiner wissen will, daß die Mentalität unserer jungen Bundesbrüder jeglichem Kampf abgeneigt ist, was durchaus keine Schande zu sein braucht. Auf der anderen Seite aber kenne ich unsere Mensurenfechter, unsere Sportabzeichenträger, Draufgänger, die nichts fürchten. Haben die anderen zu deren Ausbildung, Ausdauer und Umsicht Vertrauen, werden auch sie ihren Mann stehen. Wenn wir im übrigen auf geistige und körperliche Wahrhaftigkeit Wert legen, dann darf unsere Erziehungsarbeit nicht erst bei aktiv gewordenen Füchsen einsetzen. Sie muß vielmehr schon die jüdischen Schüler erfassen, ganz gleich, ob sie jemals studieren, ganz gleich, ob sie jemals bei uns aktiv werden. Der K. C.er muß mehr als bisher in die nichtzionistischen Iugendvereine gehen, um den Jüngeren Führer zu sein zum Ideal des harmonischen Verbundenseins von Deutschtum und Judentum, zum K. C.- Ideal hin. Die Alten Herren könnten aus ihrer praktischen Arbeit heraus mehr als bisher ihre junge Umgebung zum K. C. hin beeinflussen, z. B. Aerzte ihre jungen jüdischen Patienten. Sie sollen keine Keilarbeit leisten, sie sollen den Nachwuchs körperlich und geistig auf eine Form bringen, wie wir sie für den K. C.-Nachwuchs für erforderlich halten. Und noch eins ist nicht zu vergessen. Getreu der Kampf-Tradition erfordert es das Prestige des K. C., neue Wege im Kampf zu entdecken, niemals die Initiative anderen zu überlassen. Warten wir nicht ab, bis uns von anderer Seite das Neue gezeigt wird. Was nach einem Jahre sein wird, weiß heute niemand. Daß sich sehr viel dann verändert haben wird, jeder. Hoffen wir dann für uns, neue Arbeitsfelder eröffnet zu sehen, Felder, auf denen wir für eine bessere Zukunft für den Fortschritt arbeiten, zusammen mit denen, die unseres Willens sind. Und das werden — so hoffen wir — nicht wenig sein. Dann wird der K. C. fortbestehen in aeternum. Darum aber ergeht heute der Ruf, der nicht ungehört verhallen darf: K.C.er 8ur§ite! Mitarbeiter gesucht! Ich beabsichtige eine Sammlung statistischer Zahlen über die Keiltätigkeil. Die K. C.-Verbindungen als solche wurden bereits besonders gebeten, ihre Zahlen und Erfahrungen mir zur Verfügung zu stellen, aber für ein lückenloses Material benötige ich die Mitarbeit sämtlicher K. C.er. Besonders aber würde mich auch die Meinung der jüngeren K. C.er interessieren, wie diese sich den richtigen Keilbetrieb vorstellen, und was sie an der bisherigen Keiltätigkeit auszusetzen haben. Es wäre wünschenswert, wenn von allen recht viele Anregungen und Vorschläge eingehen würden, die ich dann zusämmenstellen,. bearbeiten und in einer der nächsten Ausgaben der K.C.-Blätter veröffentlichen würde. Hans E. Bloch (Sprev., Bav.), Keilwart des Provinzialverbandes Brandenburgischer K. C.er. Anschrift: Berlin-Wilmersdorf, Jenaer Straße 16. A.H.B. Sprevia. Aus dem A.H.B. Sprevia sind folgende Mitglieder durch E.R.-Urteil ausgeschieden: Max Frischmann Georg Rosenstein Walter Riesenfeld Hans Kremm Dr. Erich Casparius.