KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 4 (April 1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 69 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachr.-Heft K. C.-Blätter 69 schlagenden Verbindung Salia als Gäste bei uns sehen. Der Schlußkonvent dechargierte den C. C., den Fuchsmajor und dieWartschaften. Die Chargen erhielten die Klammern. Wir inaktivierten unsere a. B. a. B. Leonhard Sachs und Ernst Reichmann. Dre F. C. besteht aus den Bundesbrüdern Martin Gabrielski, Erich Schöngut und Paul Schnitzler. Unsere Vortragsabende, die wie im letzten Semester 14tägig stattfanden, sorgten, daß die Bundesbrüder mit aktuellen Tagesfragen vertraut wurden. (Hochschulpolitik, Schächtfrage, Stellungnahme zu ß 218, Affäre Dreyfus, Faschismus in Italien.) Für das kommende Semester haben sich freundlicherweise Herr Rabb. Dr. Hannover und der Vorsitzende des Reichsbanners Herr Dr. Nußbaum jetzt schon bereit erklärt, bei uns zu sprechen. Verständlicherweise war die Einrichtung unseres Heims das Hauptereignis des Semesters. Die fortlaufend steigende Zahl jüdischer Studierender in Würzburg ließ uns diesen Schritt als unbedingt erforderlich erscheinen. 2m kommenden Semester, in dem die offizielle Heimweihe gleichzeitig mit unserem 12. Stiftungsfest stattfindet, wird wieder eine große Anzahl K. C.er in der alten Kiliansstadt studieren. Der große Zustrom ist wohl auch auf die wirtschaftlich schlechte Lage zurückzuführen; ist doch Würzburg nicht nur als eine der schönsten Sommeruniversitäten, sondern auch als die billigste Universitätsstadt Deutschlands bekannt. Wir eröffnen das Sommersemester am Montag, 27. April, 14 Uhr, mit einer Zusammenkunft im Königskaffee. Die Kartell- und Bundesbrüder, die in Würzburg studieren wollen, bitten wir möglichst einige Tage eher zu kommen, um uns bei der sehr aussichtsreichen Keilarbeit zu unterstützen. Unserem l. Bbr. Ernst Spier gratulieren wir zum „gut" bestandenen Physikum. Saxo-Bavaria. Wenngleich der Wunsch unverbesserlich optimistischer Saxo-Bavaren nach einer zahlreichen Aktivitas auch diesmal nicht ganz in Erfüllung ging, so verstand es unsere kleine Familie dennoch ein Semester zu verleben, das sich in jeder Beziehung mit dem größerer Verbindungen hätte messen können. Unsere S.A.- Kneipe war dessen würdige und nichtsdestoweniger feucht wie fröhliche Einleitung, bei der wir zahlreiche Gäste und Kbr. Kbr. begrüßen durften. — Nachdem wir unseren lb. a. B. Leiser nach Berlin beurlaubt und den a. F. a. F. Baer und Frank den ehrenvollen Austritt gestattet hatten, bestand nach Aktivmeldung des Kbr. Meyer und Ueberweisung des a.F. Angreß einer lb. Kartellverbindung Bavaria unsere Aktivitas aus 4 a. B. a. B. und 2 a. F. a. F. Die interimistischen Chargenwahlen erfuhren durch die definitiven eine kleine Aenderung. Das Ergebnis war: X Hellmut Meyer (Sax.), XX Franz Feuerstein, F.M.F.M. X. Während uns die wohlgepolsterten Fäuste unseres O.V. G. Rosenbaum die liebliche Kunst des Boxens allwöchentlich einbläuten, vergaßen wir andererseits auch nicht unsere Körper in den „chlor-reichen" Wassern des städt. Hallenbades zu spülen, sowie uns in der würdigen Art des Säbels und des Schlägers zu üben. Auch für den Geist wurde in wissenschaftlichen Abenden gesorgt, wobei uns die Mentalität jüdischen Geistes und Mutterwitzes in feurig-erhitzten Diskussionen an die Grenzen der Philosophie und leider auch der Logik brachten. Den Clou unseres Semesters bildete das Channukahfest, das ob seines zahlreichen Besuches, des Gebotenen und vor allem der gemütlichen Tanzstimmung sich sicher manchen angenehm der Saxo-Bavaria erinnern läßt. Bald darauf durften wir denn auch die Aktivmeldung des Herrn stuck, jur. Ewald Kersten aus Cöthen verzeichnen. — Wir besuchten zahlreiche Versammlungen politischen Charakters, um auch in dieser Beziehung unserer ehrenvollen Pflicht, der Bekämpfung des überhandnehmenden Antisemitismus zu dienen. Anläßlich der Rektoratsübergabe und der Reichsgründungsfeier chargierten wir wie üblich. Anseren lb. a.F. Angreß konnten wir am 26. Januar rezipieren und unserem Bbr. i. a. B. Totscheck den Austritt gewähren. Am den allzu zahlreichen Einladungen unserer lb. Altherren schaft nur einigermaßen gerecht zu werden und die Bbr. Bbr. nicht jeden Abend binden zu müssen, außer ihren sonstigen diversen Bindungen, schlossen wir ein Kompromiß dergestalt, daß wir die ganzen Einladungen zufammenfaßten und zum Fastnachtsd'.enstag einen lustigen Bier- und Würstchenabend veranstalteten,