KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 1 (1.1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Vertrauliche Beilage der K. C.-»Blätter zumal von den anderen Verbindungen oft in einer allen Regeln der „iairnek" spottenden Weise von uns abgekeilt wird. Der jüdische Primaner muß von unserer Existenz Kenntnis erhalten; er muß, schon ehe er aus die Universität kommt, genügend Zeit haben, unsere Ideen kennenzulernen und durchzudenken, dann wird er sich nicht für einen anderen Verband, sondern nur für den K. C. entscheiden. Diese Erfahrung haben wir in Heidelberg im vorigen Sommersemester zur Genüge gemacht. Bis jetzt ist in dieser Hinsicht noch nichts unternommen worden; die Keilarbeit im K. E. ist so schlecht, wie sie nur sein kann, und es ist hohe Zeit, das zu ändern, sonst laufen wir Gefahr, immer weniger Aktive zu bekommen, um zuletzt ein A. H. V. ohne Aktivitas zu werden. Ich will, um von einer leicht übersehbaren Basis auszugehen, einmal das Land Württemberg meinen Ausführungen zugrunde legen, und an diesem Beispiel zeigen, wie ich mir eine systematische Keilarbeit denke. — Es wird in Württemberg nicht möglich fein, die ganze Arbeit von Stuttgart aus zu bewältigen, daher ist es nötig, das Land in kleinere Keilbezirke einzuteilen. Natürlich muß in jeder Zentrale eines Keilbezirkes mindestens ein K. C.er leben, der die Sache irr die Hand nimmt. Wir teilen z. B. Württemberg in 3 Bezirke ein, deren Zentralen Heilbronn, Ulm und Stuttgart sind. In jeder der 3 genannten Städte wird ein A. H. mit der Führung der Geschäfte betraut. Jeder Keilwart besorgt sich vom E. V. eine Liste der jüdischen Gemeinden in seinem Bezirk, und schreibt an die einzelnen Lehrer, Rabbiner oder Privatpersonen um die Adressen der jüdischen Primaner. Diese Liste muß dem Keilwart des Kreises Stuttgart, der gleichzeitig Keilwart des Landesverbandes ist, rechtzeitig zugehen. Ich verstehe unter rechtzeitig, daß, wenn die Schüler im Mai in die Oberprima kommen, spätestens im Juni desselben Jahres der Keilwart des Landesverbandes die Adressen in Händen hat. In Preußen existieren ja sowieso kleinere K. C.-Verbande, so daß dann jeder dieser Verbände die Keilarbeit für seinen Bezirk zu erledigen hat. Jeder Keilbezirk arbeitet nun vollkommen selbständig, er kann sich Propagandamaterial vom K. C.- Keilwart schicken lassen, und hat wm in der ihm zur Verfügung stehend Zeit Auskünfte über die Keilfücnseinzuholen, die Nicht-Geeigneten austzuscheiden und die in Frage Koinmenden zu bearbeiten, sei es dmch persönliche Aussprachen oder durch größere Veranstaltungen. Wenn die Abituierenten dann zur Hochsch-lle kommen, sind ihre Adressen vorher den dortigen aktiven Verbindungen zu übersenden, über den Stand der Keiltätigkeit zu berichten und aus etwaige Nicht-Geeignete aufmerksam zu machen. Durch diese Maßnahme bekommen die aktiven Verbindungen gleich zu Beginn des Semesters eitle Anzahl Füchse, was die Keilarbeit sehr erleichtert, und eine Grundlage und größere Ordnung in ihren weiteren Keilbetrieb. Bis jetzt habe ich aber zur Arbeit des Vorkeilens nur die A. H. B. A. H. V. herangezogen. In den Ferien kommen die Aktiven nach Haust: sie unterstehen dann automatisch dein Keilwart ihres Bezirks, dem sie nach Kräften beizustehen haben. Der aktive K. C.er soll nicht nur während des Semesters aktiv sein, sondern auch während der Ferien ständig für seine Idee tätig sein. Nun haben wir ja in Württemberg die anomale Tatsache, daß hier keine aktive Verbindung ihren ^itz hat. Den meisten anderen Keilwarten ist ihre Arbeit insofern erleichtert, als sie mit den benachbarten Verbindungen während des Semesters Zusammenarbeiten können und wohl auch werden. Das System, das ich für Württemberg aufgezeigt habe, wäre auf das ganze Reich auszudehnen, und ich glaube, daß ein derartiges geordnetes Keilsystem vor dem heutigen, wo den Verbindungen die ganze mühselige Arbeit überlassen wird, große Vorzüge hat und sicher bessere Ergebnisse als heute zeitigen wird. Das Aussprachethema der nächsten Nummern soll lauten: Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts im K. C. Frauen in der K. C.-Arbeit? Wir bitten um Meinungsäußerung. D. R.