KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 2 (3.1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 40 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Vertrauliche Beilage der K. C.«Blatter ehrenvoller und der einzig mögliche. Wir müssen uns bemühen, in solchen Fällen vom Piedestal des Akademikers herabzusteigen und eine solche Lösung entgegenzunehmen. Eine ganze Reihe von jungen Leuten sind, so bedauerlich es ist, nur dann in der Lage, sich eine Existenz zu gründen, wenn eine, starke Hilfstätigkeit von außen einsetzt, erstens von Freunden und Verwandten, zweitens von sozialen Einrichtungen. Wenn Fall 1 vorliegt, ist darüber kein Wort zu verlieren. Wenn sie aber lediglich in der Hoffnung studieren, daß irgendwelches soziale Hilfswerk sie weilerbringt, so muß man, so grausam es auch sein mag, den Mut haben, dem Betreffenden zu raten, in einen anderen Beruf überzugehen. Besser ist es, früher als zu spät, wenn ihm nicht mehr zu helfen ist. Wenn ihr eine Ahnung hättet, wieviel geholfen werden muß, würdet ihr einsehen, daß für die Zukunft so nicht mehr geholfen werden kann. Es sind von unseren Bundesbrüdern, namentlich von einzelnen, immer Mittel zu bekommen, aber merk-, würdigerweise ist eines nicht zu bekommen: persönliche Hilfe. Wenn wir uns um Niederlassungsmöglichreiten in kleinen Orten bemühen, daun ist es außerordentlich schwer, Bundesbrüder zu gewinnen, die die nötige intensive Ausschau halten. Wenn hier eingeworfen wird, viele wollen nicht an kleine Orte gehen, dann trifft das vielleicht für Mediziner zu, sicher aber nicht für Juristen. Heute ist da die Not so groß, daß jeden Tag Bitten kommen, an irgend einem kleinen Ort etwas zu finden, weil überall die Wege ver-. sperrt sind. Aber unsere moralische Hilfskasse ist schlechter bestellt als unsere finanzielle. Wir bekommen immer nur die Antwort: wir können nichts machen, wenn ich auch genau zu wissen glaube, daß bei intensiver Befassung, viel mehr zu machen wäre, wenn die ganze Intensität darauf verwandt würde. Die ganzen heilsamen Erörterungen des heutigen Tages dürfen uns nicht dazu führen, gewissermaßen aus der deutschen Studentenschaft herauszugehen, durch die schweren Bedrückungen, in denen wir sind, in der Stndentenschaft im allgemeinen unseren Feind zu sehen. Mag der Nationalsozialismus noch so stark verbreitet sein, wir werden überall Majoritäten und Minoritäten finden, die unseren Standpunkt verstehen und billigen werden. Es muß unsere Aufgabe sein, zu diesen Elementen den Weg nicht zu verlieren. Wir müssen untersweide» zwischen denen, die unsere Feinde sind, und denen, die weltanschaulich doch in einem großen Maß mit uns verbunden sind. Es wird mir eben ganz mit Recht gesagt, daß es ein großes Unrecht wäre, daß wir als Opponenten ä tout prix dastehen. Wenn ich sage, es gibt solches Menschen, so wißt ihr alle, daß sie vorhanden sind. Aber wenn wir die! Tradition des K. C. vertreten wollen, so war sie immer darauf begründet, Brücken zu bauen. Und diese Aufgabe dürfen wir nicht vergessen. Es muß der Ansatz zu einer Besserung auch da gefunden werden, wo wir Menschen sehen, die guten Willens sind. Darum sollte auch namentlich an den größeren Universitäten eine grundsätzlich gegensätzliche Einstellung zu den atadernischen^ größeren Organisationen, die uns nicht übel wollen, unter keinen Umständen. eingenommen werden. Wir sollen nicht der Ansicht sein, wir stehen schon im Ghetto, und der nationalsozialistischen Theorie folgen. Auch ich danke den ausgeschiedenen G. A.-Mitgliedern Bier, Schmidt, Rosenkranz und Mayer für ihre tatkräftige Mitarbeit, und Berlak für seine langjährige Tätigkeit als K. E.-Redakteur. fc&fre&.e die Tagung in der Hoffnung, daß wir über die schweren Zerten hinwegkommen werden, wenn wir genügend Optimismus und Stärke haben, den Pessimismus durch Tat und Gesinnung zu überwinden. - A??;uzer: Wir stehen am Ende einer Tagung, die einen Markstein in der Ge,ch.chte des K. E. zu bilden verspricht. Wir haben nicht nur eine ganze Anzahl von Fragen erledigt, die seit Jahren unter uns erörtert werden, sondern es ist insbesondere die Tatsache zu verzeichnen, daß wir eine der polttrlchen Entwicklung und den speziellen Verhältnissen, die uns beschäftigen, angemestene Form für unseren Kampf gefunden haben. Diese Tatsache gibt uns Grund zu der Hoffnung, daß mehr, als es in den letzten Jahren der? Fall war, davon gesprochen werden kann, daß der K. C. im alten Geist und