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KC-Blätter · 1931-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1931) · p. Seite 44

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1931
Issue
Heft 2-3 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 44 (sequence 30)
Language
German
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44 K. C.-Blatter Nachr.-Hest gelesen hat, wird klar sehen. Und Klarheit ist der erste Schritt auf dem Wege zur Wahrheit. 3n jedem Falle möchte ich den Vorschlag machen, daß das Buch unserem Tendenzfuchsenunterricht zugrunde gelegt werde. Viele, auch äußere Amstände, sprechen dafür. Ein deutlicher Weg, für diese das Rückgrat unserer Bestrebungen bildende Arbeit ist in dem Werkchen vorgezeichnet. Abschnitt für Abschnitt kann in den Besprechungen verfolgt werden. Die greifbare Basis für die Auseinandersetzungen ist hier gegeben. Mögen die Meinungsäußerungen, die zutage treten, auch abweichen oder auseinandergehen oder gar über den dargebotenen Stoff sich weit hinausdehnen, immer werden die Darbietungen des Buches auf den von Anfang eingeschlagenen Weg zurückführen und am Ende wird ein in sich geschlossenes Bild gegeben sein. Gerade weil der Stoff in recht zusammengedrängter Form erscheint, ist auch die Möglichkeit geboten, einzelne Fragen oder Tatsachengruppen in vertiefter Weise zu behandeln, so zwar, daß dieser oder jener Teilnehmer am Fuchsenunterricht sich selbst die Aufgabe stellt oder angewiesen wird, den bezüglichen Gegenständen näher nachzugehen, sich in die einschlägige Literatur zu vertiefen und einen entsprechenden Bericht zu erstatten. In dieser Hinsicht wäre es mit großem Dank zu begrüßen, wenn Kartellbruder Goldmann sich dazu entschlösse — die Mühe wird für den ausgezeichneten Kenner nicht allzu groß sein — Nachweise für die zu den einzelnen Kaprielu gehörigen Bücher und Schriften in einer Zusammenstellung darzubieten. Dann sollte es wahrlich nicht mehr schwer sein, einen zureichenden Tendenzunterricht zu erteilen. sofern nur sein Leiter die nötige Begeisterung und Arbeitsfreudigkeit besitz. Er'wird sie dann leicht auf seine Bundesbrüder, wenn sie nicht schon von selbst mit diesen Eigenschaften ausgerüstet sind, übertragen. Ich bitte sehr, diesen meinen Vorschlag zu erwägen oder besser noch, mindestens durch einen Versuch baldigst zu verwirklichen. Ich habe Goldmanns Buch an dieser Stelle mit Absicht wesentlich vom Standpunkt unseres Verbandes und seiner Aufgaben gewürdigt. Ich möchte nicht unterlassen, ausdrücklich hervorzuheben, daß es selbstverständlich seinen großen Wert für alle diejenigen hat, die in den angezeigten und behandelten Fragen zur Klarheit gelangen wollen, mögen sie unserem Standpunkt ganz nahe sein, wie die große weite Schar der Anhänger des C. V., mögen sie in einem anderen Lager des Judentums stehen, mögen sie schließlich auch außerhalb der jüdischen Gemeinschaft befindlich, nur den Wunsch haben, sich ein unbefangenes ehrliches Arteil über die deutschen Juden zu bilden. Gerade dieser Schrift sollte wegen ihrer ruhigen, abwägenden, von allen Aebertreibungen, vor allem von falscher Apologetik freien Art umfassende Verbreitung in all den angedeuteten Kreisen verschafft werden. Dann würde dem großen Verdienste Goldmanns, das er sich durch die Herausgabe seiner Schrift erworben hat, die Krone des von ihm und dem K. (5. erstrebten Erfolges beschieden sein. Arnold Lazarus (Viadrinae-Darmst., Nassoviae). Das Lied dev Lieder. Aebertragen mit Einführung und Kommentar von Earl Gebhardt. (Philo-Verlag). Die Frage nach der Entstehung und nach dem Sinn des „Liedes der Lieder", des Hohenlieds der Bibel, hat seit einundeinhalb Jahrhunderten die Forschung beschäftigt. Zunächst suchte man die Dichtung als Drama zu verstehen, indem man alle möglichen dramatischen Verwicklungen hineindeutete, hat aber zuletzt ganz darauf verzichtet, einen einheitlichen Plan im „Lied der Lieder" zu finden und es bloß als eine Sammlung von Liederbruchstücken (nach der Deutung von Wetzstein und Budde vor allem aus Hochzeitsliedern) genommen. Eine eingehende Arbeit von Carl Gebhardt, dre von der Erklärung des „Lieds" durch Heinrich Grätz ihren Ausgang genommen hat, gibt nun überraschende neue Gesichtspunkte für das Verständnis der Dichtung. Gebhardt verlegt das Lied in die hellenistische Zeit und weist den Ein-

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