KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 1 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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8 K. C.-Blätter Nachr.-Left schule Berlin von Anfang Dezember 1930 hatten folgendes Ergebnis: Liste 1: Studentenblock (ver- Srim- 1929 1929 einigt mit Liste 3 men des Vorjahres: Geflnnungsgemeinschaft deutscher Studenten 818 (1422) 6 (18) Liste 2: Nationalsozialisten. . 1738 (768) 28 (9) Liste 3: (vergleiche Liste 1). . Liste 4: Nation. Freistudenten 127 (143) 1 (1) Die Wahlbeteiligung betrug 62.2 °/0. Die Wahlen zur Kammer der Studentenschaft der Tierärztlichen Lochschule Berlin vom 4. Dezember 1930 hatten folgendes Ergebnis: Liste 1: Sitz-1929 Liste der Korporationen 108 5 (6) Liste 2: Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund.118 5 (3) Liste 3: Finkenschaft. 8 — (1) Die Wahlbeteiligung betrug 73%. Burgfrieden in Berlin gesichert? Nach mühseligen Vorarbeiten hat sich an der Berliner Universität nunmehr eine „Arbeitskonferenz von Vertrauensleuten studentischer Spitzengruppen" gebildet, deren Tätigkeit der Verhütung von Ausschreitungen dienen soll. Das Rektorat der Berliner Universität teilt dazu folgendes mit: „Die Arbeitskonferenz tritt auf Einladung des Rektors von 1930/31 zusammen und arbeitet, auf einmütigen Wunsch ihrer Teilnehmer, unter seinem Vorsitz. Sie hat nicht den Charatter einer studentischen Gesamtvertretung. Sie soll während der Dauer des Rettorats die Frage der Schaffung einer staatlich anerkannten „Studentenschaft" zu klären suchen. Sie soll als eine vorläufige Notmaßnahme die Möglichkeit schaffen für ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten der Studenten untereinander wie auch mit Rektor und Senat zur Wahrung der akademischen Belange und zur Sicherung der Würde und Freiheit der Universität. Die Arbeitskonferenz besteht aus VertrauensleutenderfolgendenGruppen: Berliner Waffenring, Deutsche Finkenschaft, Deutsche Gruppe, Fraktion der Studentinnen, Freiheitliche Studentenschaft, Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund (Sektion Aniversität), Republikanischer Studentenbund, Sozialistische Studentenschaft." Der redliche Wille des gegenwärtigen Rektors Deißmann, der wohltuend von der Passivität seiner Vorgänger absticht, muß dankend anerkannt werden. Auch an unserem guten Willen zu wirklicher Befriedung des hochschulpolitischen Lebens soll es nicht fehlen. Wir erwarten natürlich das gleiche von sämtlichen Garanten des Abkommens. Im übrigen behalten wir uns eingehendere Stellungnahme zu der entstandenen Situation noch vor. Akademische Anfreiheit. Der Gesamtvorstand der Rostocker Studentenschaft veröffentlicht folgende Entschließung: „Die Rostocker Studentenschaft nimmt mit größter Entrüstung von der Behandlung ihrer Kommilitonen an den preußischen Lochschulen, insbesondere in Berlin und Königsberg, Kenntnis und gibt ihrer Genugtuung darüber Ausdruck, daß sie mit allen ihnen zu Gebote stehenden gesetzlichen- Mitteln den Kampf für die akademische Freiheit der deutschen Studenten durchfechten." Studenten sind zum Lernen da. Die Rostocker Studenten und ihre Gestnnungsbrüder hätten vor allem Disziplin und Erziehung lernen sollen, damit es vermeidbar gewesen wäre, daß erst der .Polizeiknüppel in derber, aber leider notwendiger Weise nachhalf. Sie sollten aber auch die Disziplin des Geistes lernen, um nicht einfach gedankenlos irgendwelche Schlagwvrte nachzuplappern, deren Sinn ihnen noch nicht eingeleuchtet hat. Solange sie Rüpelfreiheit von „akademischer Freiheit" noch nicht zu unterscheiden vermögen, solange fehlt ihnen die sittliche Legitimation, im Namen des deutschen Akademikertums Manifeste zu erlassen. Wie unfrei sie in Wirklichkeit auch innnerlich noch sind, zeigt der beschämende zweite Teil der Rostocker Entschließung, der da lautet: