KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 2 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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K.C.-Blätter Bezugspreis halbjährlich 2,50 Mark zuzügl. 0,60 M. Postgebühr. Abonnementsbestellungen durch den Verlag und das K. C -Büro Zeitschrift des Kartell- Convents d. Verblndnngen deutscher Studenten jüdischen Glaubens Anzeigen-Annahme durch den Verlag und das K C - Büro. Preis l.— Mark für die einfach geipaltene Zeile nach Rudolf Mofle ZeiLenmeffer Rr.!5. »Die Verbindungen nn K. C. stehen auf dem Boden veutfchvakerländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft «nd die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftlrchc Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der K. C. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. C. keme Stellung, soweit dies nicht durch ' Absatz 1 und 2 bedingt ist." 21. Jahrgang Aufsahhest Nr. 2 Mai 1931 Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Religiöse Erkenntnis im Judentum. S. 37. — Naturgefühl und Motive in Leines . Zugenddichtung S. 42. — Wandervogel und Couleurstudent. S. 48. — Gutsherren, Offiziere, Juden. S. 54 — Bücher- und Blätterschau. S. 5\ Religiöse Erkenntnis im Judentum. Von Hermann Vogel st ein (Frib.). Kaum jemals hat eine Zeit die Menschen so unerbittlich vor Tatsachen gestellt, mit denen sie sich abfinden müssen, kaum jemals ist darum die Notwendigkeit der praktischen Arbeitsleistung mit solcher Wucht an die Menschen herangetreten wie in der Gegenwart. Bei der Fülle und dem drückenden Zwang der praktischen Forderungen und Probleme erscheinen daher theoretische Erörterungen gleichgültig, ja zwecklos. Aber es ist nun einmal eine der Antinomien des Menschenlebens, daß alles Praktische und Alltägliche nur dann mechanisch geleistet werden kann, wenn die einzelnen Handgriffe gedanklich geregelt sind, wenn die Maschine oder das Werkzeug so konstruiert ist, wie Zweck und Aufgabe, wie das Eigengesetz des zur Verwendung kommenden Materials es erfordert. Alle Sachlichkeit und praktische Nüchternheit verwehrt nicht, sondern gebietet gründliches Durchdenken, theoretische Grundlegung. Das scheint gerade in der Gegenwart allgemein nicht nur anerkannt, sondern auch befolgt zu werden. Denn alles ist weltanschaulich gebunden und bestimmt. Freilich ist diese weltanschaulich bestimmte Einstellung zu allen Dingen vielfach eine sehr ungeistige Bindung und Einengung in ein vorher konstruiertes Schema, von dem für die meisten nur die Schlagworte wie starre Fesseln übrig bleiben. Ganz besonders tritt dieser Mangel an wirklicher Geistigkeit und darum das Versagen des weltanschaulichen Schemas in der Vernachlässigung geschichtlicher Lehren und Erfahrungen, in der übersteigerten Beschränkung auf Gegenwartsprobleme zutage.