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KC-Blätter · 1918-01-01 · Heft 20 (Januar 1918) · page 21

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Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 20 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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KrreWaüsgabe Fanuar-Febmär 1918 ^in M>rt zu den zrieüensausgaben drs «. C *) H _ c. ' Bon vr. H/Bo gelstein (Fribürgiae). v In der vorletzten Nummer dieser Blätter Hai Br.1 Wolf (Bavariae, Thuringiae) einen beachtenswerten Aussatz über die Aufgaben des K. C. nach dem Kriegeveröffentlicht. Mit vollem Recht weist er darauf hin, daßkder Status xjiio ante nicht ohne weiteres wieder herzustellen ist. , Er verlangt Fortbildung des Eomments, aber auch Fortbildung und Ausbau der Tendenz, . i/ Die weitaus bedeutsamere dieserbeiden Fragen ist die. letztere. Die letzten-Wochen haben durch die teilweise Besetzung Palästinas durch - die Engländer und die vonenglisch-amerikanischer Seite/. betriebene Begründung' eines jüdischen Staates, in Palästina,diesr-Frageganzbesonders in den Vordergrund gerückt. Die- Erfüllung der voy den Zionisten seit 20 Jahren genährten Hoffnung mutz, uns ' zu einer Prüfung unserer Stellungirähme veranlassen. Denn es'kämr kaum einem Zweifel unterliegen, daß) wie immer der Krieg ausgeht, sei es unter türkischer Herrschaft, oder unter nomineller "Souveränität tatsächlich unter englischer Abhängigkeit, ein jüöisches Gemeinwesen in Palästina' mit ziemlichweitgehender Autonomie errichtet wird. Das. Schlägwort vM der Befreiung der, unterdrückten Nationen, mit dem in,'diesen?. Kriege /schon so viel Unfug getrieben worden ist,''übt seine. Anziehungskraft aus. Wer die politischen Verhältnisse unhe-! fangen und nüchtern beurteilt, der weiß/ wieviel Unwahrhaftigkeit/ in , der Anwendung dieses Schlagworts steckt, das je nach Bedarf zck Gunsten oder Üngunsten der Mächtegruppen benütztwird: Aber mundus vult decipi! Heute steht nicht mehr die Frage zur Erörterung, ob uns ein selbständiges jüdisches'Gemeinwesen erwünscht ist oder nicht./ Mit der Wahrscheinlichkeit haben wir zu rechnen, und nur die Frage bedarf der Erörterunginwiefern unsere Stellungnahme eine1 Veränderung zu erfahren' hat. Für die. deutschen Juden, auch die zionistisch gesinnten, ist die. Frage um so schwieriger,' weil das neue Gemeinwesen seine Entstehung den erbitterten Feinden unseres Vaterlandes verdan kt. Ob deutsche Zionisten, wenn Palästina selbständig, d/ h. englisch bleibt, dorthin auswandern werden, (*'); Der Artikel ist bereit» am 1. Dezember bei der Redaktion eingegangen. bleibt abzuwarten. Für die wirtschaftliche wie für die politische Entwicklung des neuen Gemeinwesens läßt sich eine Prognose heute schyrer stellen. Soweit die Verhältnisse zu übersehen sind, ist die Prognose nicht günstig: Durch die sährhundertelange Mitzwirtschaft-ist die landwirtschaftliche Ertragsfähigkeit des Gebietes gegenüber der biblischen Zelt stark vermindert. Die seit einigen Jahrzehnten begonnene Besserung dürste durch die schweren Schädigungen dieses Krieges wieder gestört sein. . Für den Handelsverkehr kommt Palästina nur in beschränktem Maße in Betracht, selbst wenn mit grossen Kosten die Reede 'von Jaffa zu einem modernen Hafen auSgebaut werden fällte. Denn es fehlt das Hinterlandder Weg nach dem Osten führt nicht über Palästina, sondern nördlich davon über Aleppo. Ich fürchte einen starken Rückschlag für den Fall/ daß nach dem Friedensschluss eine erhebliche Einwanderung statlfindet. Tritt ein solcher Rückschlag ein, so muß die Rückwirkung aus die 'Juden der europäischen Staaten sich geltend machen. Daß nach dieser Richtung hin ernste Befürchtungen berechtigt sind, bedarf keiner Ausführung. Aber gleichviel, ob diese Vermutungen sich verwirklichen oder nicht, muß die Begründung deS Gemeinwesens nns zu einer Prüfung um serer Haftung veränlässen. Dazu kämmen zahlreiche Erwägungen, dle die Erfahrungen deS Krieges nahe legen) eine Neuorientierung ist wie auf allen Gebieten auch-für den K. C unerlässlich. Die erste Frage ist, oh die Grundlage unserer Stellungnahme abänderrmgsbedürstkg ist/ d. h. ob wir nach dem Kriege nicht mehr" in gleich entschiedener Weise wie bisher von der Ueberzeugung auszugehen haben werden, daß die deutsch enJuden durch ihre Geschichte und durch ihr Wollen dem deutschen Volk Und Vaterland' unauflöslich verbunden find. Die Frage aufwerfen, heißtsie beantworten. In diesem 5kriege haben die. deutschen Juden in vollem Maße ihre Schuldigkeit getan, und zwar nicht -etwa bläß gezwungenermaßen ihre Staatsbürgerpflicht erfüllt,^ sondern aus innerstem Drange ihre Vaterlandsliebe betätigt. 'Ohne Rücksicht . auf. Parteistellung und sonstige Ueberzeugung haben) sie für! das Vaterland -geblutet und? find sich mehr; beijitofe der. innigen Zusammengehörigkeit mit. dem.-deutschen Vaterlands bewusst gewogen. : Daran ändertKuch der Antisemitismus, derselhst während des Krieges fohätzlicheBlüteu

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