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KC-Blätter · 1918-01-01 · Heft 20 (Januar 1918) · p. Seite 996

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Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 20 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 996 (sequence 18)
Language
German
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auf nicht» andereals die Persönlichkeit und ihren solche.Erhalten, die die vorgeschriebenen Mensuren geschlagen chllben «Die Folge wird sein, »aßdie KorpSIß-Mllen^zuMksterländischer Arbeit ankonnne. iN^den ersterüMshren pgch »em HßsiegtziAlte Herren^ mit »er KorpSschleife statt mir dem Korpsbände philistrieren werden." Das andere wird als der Tradition und dem Ansehen des Wsener S.L.-Verbandes zuwiderlaufend angesehen. ' Freikonservativer Antisemitismus. Die Freikonserva. tiven gelten als die Partei der konservativen Intelligenz, und fraglos ist in ihren Reihen das akademische Element sehr stark vertreten. Ihr Hauptorgan, das «Neue Deutschland" hat sich denn auch in erfreulichem Gegensatz zu den offiziellen konservativen Organen stets einer recht verständigen Haltung in »er Judenfrage befleißigt, und einer der Leitsätze, den die am 1. Oktober erschienene Nummer der «Mitteilungen aus der Reichs- und freikonseroatioen Partei" erhält, ver. rät an sich eine recht einsichtige und einwandfreie taltung. Es heißt daselbst: «Aus der Forderung »er eschloffenheit des deutschen Volkes im Innern ergibt sich die Forderung auf eine Zusammenarbeit aller Schichten und Konfessionen. Wir sind unserer Natur nach weder ein einseitiger Industriestaat noch ein einseitiger Agrarstaat- Landwirtschaft, Industrie und Händel haben zusammenzuwirken. Die beiden christlichen Konfessionen haben sich gegenseitig zu achten. Auch die Judenfrage ist von diesem Standpunkt zu lösen, wobei vorausgesetzt wird, daß der Jude sich voll als deutscher Staatsbürger fühlt." Me sehr aber solchen Stimmen gegenüber Vorsicht geboten ist, mag aus der Begründung oder Erläuterung hervorgehen, die dem oben angeführten Satze beigegeben wird. Sie sagt nämlich nicht mehr und nicht weniger als das folgende: «Die Judenfrage ist für uns . eine Raffenfrage, keine Frage der Religion. Wir bekämpfen und bedauern den unheilvollen Einfluß, den nun einmal das jüdische Volkselement auf die Entwicklung unseres Wirtschaftslebens genommen hat. Unser ganzes Bestreben geht auf die Hebung der Händlermoral. Darum aber mißachten wir nicht den Duden als solchen, zumal nicht hie Einzelperson. Wir treten auch mit derselben Schärfe gegen unmoralische Geschäftsgebahren auf, wo es sich bei Nichtjuden zeigt. Soweit der Jude in unser Volksleben wirklich aufgehen will, wozu ihm ja gerade in der Jetztzeit reichliche Gelegenheit gegeben ist, soweit werden wir ihm die Anpaffung nicht erschweren. Alles unserm Wesen Widerstrebende müssen wir auch in Zukunft hindern. Insofern hängt die Lösung der Judenfrage nicht von uns allein ab." Auch die freikonservativen Theoretiker können des phrasenhaften Schlagworts nicht entbehren, und ihm zuliebe wagen sie sogar so handgreiflich widerspruchsvolle Redensarten. Wenn die Judenfrage eine Raffenfrage ist, kann der Jude im Volksleben nicht aufgehen und sich nicht anpaffen. Denn die Gaben der Raffe find unveränderlich. Und wenn «Händlermoral" ein jüdisches Erbteil ist, eine Eigenschaft seiner Raffe, so ist es nicht recht klar, wie Nichtjuden von diesem Uebel befallen sein können. Die Händlermoral scheint also kemeSfalls spezifisch jüdisch zu sein. Wenn in diesen Sätzen nicht einfach demagogische Bolksverhetzung steckt, die nach beliebtem Muster dem Juden für altes Uebel dieser Welt die Schuld gibt und sich durch den Mangel an Logik und Wahrheitsliebe nicht sonderlich beschwert Mit, so stellt sie zum mindesten einen Mangel an Mut dar, indem man auf freikonservativer Seite aus Furcht vor den alldeutschen Elementen nicht wagt, der im Leitsätze erkannten und ausgesprochenen Erkenntnis offen und uneingeschränkt Ausdruck zu geben, daß e» Taufjudentum. Trotz der Ernennung einer ^großen Anzahl von jüdischen Offizieren bei^Men WaffengattMgenkMnmen.ausddem,Felde»i!MNsMten Klagen darüber, daß -mach» wie vor ein mehr-oder minder sanfter Zwang auSgeübt wird, um - jüdische OffizlerSafpiranten zum Ueberrritt zum Christentum zu bewegen. Leider sind die Erfolge dieser anscheinend sehr energisch betriebenen MiffionStätigkeit nicht unbeträchtlich. Es sind Dutzende von jüdischen Reserveoffizieren mit Namen bekannt geworden, die jetzt während deS Krieges sich die Achselstücke durch den Uebertritt erkauft haben. Besonders bedauerlich bleibt dabei, daß es sich in den weitaus meisten Fällen um jüngere jüdische Akademiker handelt. Auch viele Kartellbrüder wissen zu berichten, daß man mehr oder minder offen ein solches Ansinnen an sie gestellt habe, und so manche Zurücksetzung von K. C.ern, die offensichtlich zutage liegt, geht nur darauf zurück, daß sie charaktervoll und selbstbewußt auf solche versuche die rechte Antwort gegeben haben. Die Gefahren, die »US Renegatentum für die Judenheit im allgemeinen und für den jüdischen Akademiker im besonderen mit sich bringt, sind' in den letzten Jahren so angewächsen, daß nach dem Kriege eine entschiedene Stellungnahme und kräftige Arbeit aller jüdischen Organisationen und insbesondere des K.C. eine dringende Notwendigkeit geworden ist. Eine Warnung vor dem juristischen Studium. Die Juristische Wochenschrift veröffentlicht einen Erlaß des bayerischen Justizministers, der auf das nachdrücklichste vor dem juristischen Studium warnt. Aus der Bedie unter gewöhnlichen Umständen in den Jahren 1914, 1915 und 1916 sich der Staatsprüfung unterzogen haben würden, die Prüfung abgelegt Hai, sind so viele neue Bewerber zugegangen, daß der Zugang nicht nur den regelmäßigen Abgang an Beamten durch Tod und Pensionierung, sondern auch den Abgang an Beamten und Mitbewerbern durch den Krieg überwiegt und das Mißverhältnis zwischen der Zahl der Anwärter und dem Bedarfs noch größer geworden ist. Diese Erscheinung erklärt sich zum Teil daraus, daß inzwischen weitere Bewerber aus den letzten Prüfungsjahren vor dem Ausbruch des Krieges ihre Anstellungsgesuche eingereicht Habenihr Hauptgrund liegt aber, abgesehen davon, daß die anderen Verwaltungen nur eine sehr beschränkte Zahl von Bewerbern austieymen, darin, daß die wirtschaftliche Lage der Rechtsanwaltschaft zahlreiche Rechtsanwälte auch aus weiter zurückliegenden Staatsprüfungen, die sich sonst dem Staatsdienste nicht mehr oder nicht in dieser Zahl zugewendet haben würden, veranlaßt hat, um Aufnahme in den Justizdienst nachzusuchen. Diese Entwicklung der Dinge muß ernste Besorgnis einflößensie wird auch dann, wenn in der Zukunft die Zahl der Beamtenstellen im Justizstaatsdienste sich nicht durch grundlegende Aenderungen in der Organisation noch vermindert und wenn die Beteiligung an den Staatsprüfungen in den nächsten Jahren schwächer werden sollte, die Justizverwaltung vor große, kaum überwindbare Schwierig, keilen stellen."

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