KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 19 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Kriegsäustzabtz > iJ ' " ly *f! ' . Nooember-Dezemher 1917 •’i 19iiHvU ... Fortsetzung/); . u,,;v?v^l" vk Mission des Judentums. Bon Vr. Strauch (Spreviae), im Felde. Wer:, die letzten Ausgaben der K. C.-Bi8tter und der Zeitschrift „Im Deutschen Rerch" mit dem stenographischen Bericht - über die: Hauptversammlung des .Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens gelesen hat/, wird sich klar, daß sich in studentischen und bürgerlichen- Kreisen die Notwendigkeit geltend macht, in. Zukunft die positive - Seite unserer Bestrebungen hervorzukehren. : Die Tätigkeit des Zentralvereins und des K C. war bis zum Kriege im wesentlichen eine abwehren.de, negative, und richtete sich gegen antisemitische Angriffe nach außen. /Die Gewißheit,- daß diese Wirksamkeit/ vordem Kriege und daS Einsetzen deS Lebens mährend des Krieges, des letzten, was der Mensch zu geben hat, uns nicht-die Anerkennung: der; Vollwertigkeit mit unseren christlichen; Mitbürgern restlos erringen konnte/ daß. mir als Juden vielmehr nach, dem Kriege neuen,, möglicherweise größeren und gehässigeren Kämpfen- und. (Anfeindungen entgegengehen, zwingt zu neuer-Stellungnahme. Die Frage taucht auf: Wollen -wir für edle und dauernde .Werte mit frischen Kräften weiterkämpfen, oder wollen wir in Erkenntnis der-Wert- und Aussichtslosigkeit unseres Kampfes resigniert die Waffen strecken? Der Kampf für unsere Gleichberechtigung als Juden ist von dem Kampf um den Fortbestand und' die Anerkennung des Judentums nicht zu> trennen. Unsere Stellung zu letzterem muß deshalb? gefestigt-sein/ wir müffen der unerschütterlichen Ueberzeugung sein, daß das Judentum fortbesteben wird. - und muß. Wie das Fortleben eines Organismus! von seinen unverbrauchten aktiven; Lebensenergien -abhängig; ist, so - kann daS Judentum, allein ein aktiver, posi tiver Gehalt an GegenwartS- und.' Zukunstswerten lebensfähig erhalten. Nur solchekönnen uns Anregung rund - Kraftzur positiven /Betätigung-' geben. Ein.- kurzer geschichtlicher Rück- und- Ausblick mag uns; diepositive: Seite . des Judentums vor: Augen führen. Bor -Tausenden von Jahren offenbarte .sich unseren Erzvätern die Erkenntnis des einzigen einen Gottes. Ihre Nachkommenwuchsen, zu einem-Volke heran, das.'von den-Aegytern ge-? knechtet und von Mosesbefreit wurde.- Der Volksbefreier machte sein Volk durch Erwecküna des' nationalen . Willens, zur nationalen Einheit reif upd schuf ihm aus dem Glauben der Väter auf dein' Fundamente des reinen Äotiesglaübens die jüdische Religion. Im Lande. der Verbeißunq, fand .der Monotheismus seine nationale Stätte und wurde von' den geistigen Führern^ den Propheten, religiös-ethisch ausgebaut und! vertieft. Der' nationalen. Hülle eniwachsen, trat die. religiöse Idee deS Judentums nach dem Untergange des Reiches unter die Völker. Durch den Niedergang der griechischen Philosophie war . die damalige Welt für denwahren Gottesglauben reif' geworden, Die Philosophie hatte die letzten Probleme nicht zp lösen' vermocht/ Vernunft und Wiffen halten versagt und dem Glauben den Weg geebnet. Die junge christliche Religion, die das Diesseits mit dem Jenseits durch den.Gottessohn als Mittler überbrückte, fand einen günstigen, fruchtbaren'Boden. ' : Das Christentum, überspannte, duxch Christus die Kluft Mischen dem Ich und oyn letztem Grunds allen /HeinS und stellte, dadurch! ^hie Verbindung^ zwischen Menschund- Gott durch, den Glaub.eu . her, die daS Mefleklieren picht^ hatte , finden; können. Dem unmiitelha^en Berkehr zwischen Mensch- und Gott,, dev,;, jüdischen Monotheismus/ war der damalige Kulturzüstand keineswegs. günstig und' förderlich... Die uralte/ Lehre Hielt zudem durch ihre strengem Ritualien, wie/ Sqbbatseier, -Speisegesetze und die ' B^ schneidüna Prosekyten ferm, während die.nyüp Lehre die Ritualien fallen ließ. Weiterhin hafteten dem Judentum noch die Eierschalen des Nation nalismus. an,^ dem Proselptenmach^rei entgegenstand,- ipähreüd.. das nicht nationale. Christentum mit Bekehrungseifer austrät.,. . Zur Macht - gelangt, würde die christliche Religion aus. der Tochter eine' Feindin, der jüdischen .Mütterreligion,. ebenso wie / später die gleichfalls, aus der jüdischen Religion, hervorgegangene MohamedS. / > . Die nachfolgenden. Jahrhunderte hindurch bis zur Gegenwart hatte sich hie Jdee desjüdi' schen MoyotheiSmuS gegen. die .die Kulturwelt beherrschendenTochlerrelitzionen zuerhalten. Diese hatten als Staatsreiigionen die weltllche Macht als- ,Stütze zur Seite und ein gutes Teil dieses Macht rvandte-sich gegen die--jüdische. Jd.ee und ihre Träger. Trotz schwerster Bedrückung. und